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Ubisoft-Aktie und Co: Die Crème de la Crème aus Frankreich

Ubisoft-Aktie und Co: Die Crème de la Crème aus Frankreich
07.09.2015 07:09:00

Die Wirtschaft schwächelt, doch kleine und mittlere Unternehmen kommen damit besser klar als viele Großkonzerne. Welche Aktien ein Kauf sind. Von Jürgen Büttner

Die Franzosen bezogen für ihre Wirtschaftspolitik in den vergangenen Jahren viele Prügel - zu dirigistisch, arbeitgeberunfreundlich und reformskeptisch, so die Vorwürfe. Ganz unrecht haben die Kritiker nicht: Im zweiten Quartal stagnierte die Wirtschaft wider Erwarten. Die EU-Kommission traut dem Land in diesem Jahr lediglich ein Wachstum von 1,1 Prozent zu. Zum Vergleich: Der Eurozone insgesamt sagt sie plus 1,5 Prozent vorher, Deutschland ein Plus von 1,9 Prozent.

Gegenüber den wachstumsarmen Vorjahren ist kaum eine Belebung zu registrieren. Relativ hohe Arbeitslosigkeit und steigende Staatsschulden plagen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Für Holger Schmieding ist das beunruhigend, denn eigentlich sollten der schwache Euro, die niedrigen Ölpreise und die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für Rückenwind sorgen. Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank warnt deshalb: "Geht Paris nicht über die jüngsten Minireformen hinaus, wird man bald hinter die meisten anderen Euromitglieder zurückfallen."

Trotzdem arrangieren sich viele Unternehmen offensichtlich mit dem dürftigen Umfeld. Das gilt besonders für die kleineren und mittelgroßen Firmen. So haben die Nebenwerteindizes CAC Mid 60 und CAC Small Index den Leitindex CAC 40 in den vergangenen Jahren klar abgehängt.

Während der Standardwerte-Index seit dem Tief von März 2009 in der Spitze um rund 109 Prozent zugelegt hat, kommen der CAC Mid 60 und der CAC Small Index auf Zuwächse von 215 und 185 Prozent. Zudem notiert der CAC 40 noch immer 28 Prozent unter dem Zwischenhoch aus dem Jahr 2007. Dagegen steht der CAC Mid 60 Index längst über dem damaligen Hoch. Der CAC Small Index stand Anfang August knapp davor, diese Marke zu knacken. Die positive Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Dafür sprechen die für das zweite Quartal vorgelegten Zahlen, die oft besser ausfielen als erwartet.

Eine Stütze ist auch der schwache Euro, von dem nach Berechnungen der Société Générale französische Firmen besonders profitieren. Demnach steigen bei den beobachteten Frankreich-Titeln die Gewinne je Aktie im Schnitt um neun Prozent, wenn der Euro um zehn Prozent fällt. Nachdem sich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität langsam wieder in die richtige Richtung entwickeln, wäre es jetzt wichtig, mit den richtigen politischen Maßnahmen das Geschäftemachen zu erleichtern. Als größte Handicaps auf dem Weg dorthin benennt Patrick Artus, Chefvolkswirt bei der Investmentbank Natixis, eine zu hohe Unternehmenssteuerlast und fehlendes Vertrauen in die Wirtschaftsaussichten. Zusätzliche Reformen könnten nicht nur den Gewinnmargen helfen, sondern auch den Eigenkapitalrenditen. Das wiederum würde die derzeit optisch oft relativ hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisse senken. Die Eigenkapitalrenditen sind laut Société Générale im internationalen Vergleich niedrig. Zudem liegen sie deutlich unter dem eigenen 15-Jahres-Durchschnitt.

Selbst wenn man das Verbesserungspotenzial einkalkuliert, sind echte Schnäppchen bei französischen Nebenwerten ziemlich dünn gesät. Vergleichsweise günstig ist die Bewertung beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern Thales. Der Gewinn des Unternehmens soll in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen. Diese Aussicht wird mit Rekordkursen belohnt. Bei einem KGV von 14,5 auf Basis der für 2016 geschätzten Gewinne scheint der Titel noch nicht ausgereizt.

Mit sehr guten Geschäftszahlen wartete in diesem Jahr der Wohnmobilhersteller Trigano auf. Weil die Modellreihe für 2016 auf positive Resonanz stößt, könnte das so weitergehen. Bei einem geschätzten Gewinn von 2,78 Euro für 2016 bewegt sich das KGV in vertretbaren Bahnen.



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Bildquelle: Philippe Wojazer/Reuters

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CAC MID 60 11.514,53
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