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Zur Rose-Aktie: Das Amazon der Medikamentenhändler?

Zur Rose-Aktie: Das Amazon der Medikamentenhändler?

WKN: A0Q6J0 ISIN: CH0042615283 Zur Rose AG

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20.10.2017 - 17:01
11.09.2017 04:20:00

Der Schweizer Arzneimittelversender Zur Rose will mit seiner Tochter DocMorris, Millionen aus dem Börsengang, Übernahmen und günstigen Preisen zum Amazon der Medikamentenhändler werden. Von Peer Leugermann



Walter Oberhänsli möchte eine Branche verändern, die keinen Wandel kennt. Mit den Arzneiversendern Zur Rose und DocMorris will der Schweizer das Internet in den Apothekenmarkt bringen. Der Rechtsanwalt plant, die "europäische Marktführerschaft im Arzneimittelversand forciert auszubauen", und brachte die Zur-Rose-Gruppe im Juli in Zürich an die Börse.



Unverändert dominieren hierzulande stationäre Apotheken den 45 Milliarden Euro schweren Markt für rezeptpflichtige Medikamente. Erst 1,3 Prozent aller ärztlich zu verordnenden Präparate werden online verkauft. Bei den 6,5 Milliarden Euro Umsatz mit frei erhältlichen Mitteln liegt die hiesige Internetquote bei 15 Prozent. Zur Rose ist auf dem Schweizer Heimatmarkt die führende Versandapotheke. DocMorris wiederum betreibt sein Geschäft von den Niederlanden aus und ist in Deutschland der bekannteste Onlinepharmazeut. Die Gruppe hat damit beste Ausgangsbedingungen, um von dem erwarteten Marktwachstum zu profitieren.


Beobachter gehen davon aus, dass der Onlinehandel auch vor dem stark regulierten Apothekengeschäft nicht Halt macht. In der Schweiz werden, auch dank dem elektronischen Rezept, bereits neun Prozent aller verschreibungspflichtigen Medikamente über das Internet verkauft. Für Deutschland wird erwartet, dass der E-Commerce-Anteil bis 2021 in beiden Medikamentengruppen um mindestens 14 Prozent pro Jahr wächst.

Oberhänsli vergleicht die Zur-Rose-Gruppe daher gerne mit Amazon, Zalando oder Nespresso. Allerdings hat der Manager mit deutlich weniger Schwächen des E-Commerce zu kämpfen als seine Vorbilder. Pillen und Tabletten kommen in kleinen Packungen und sind entsprechend günstig im Versand. Zudem werden DocMorris fast keine Präparate zurückgeschickt, während 94 Prozent aller Erstkäufer erneut ordern.

In Sachen Marktbearbeitung setzt Zur Rose seit dem Börsengang auf ein im Onlinehandel bewährtes Mittel: viel Werbung.

Von den beim IPO eingesammelten 203 Millionen Euro fließen mindestens 44 Millionen ins Marketing. "Wir legen mit einem deutlich erhöhten Marketing-Effort die Basis für nachhaltig profitables Wachstum", so Oberhänsli. Weil der hiesige Markt mehr als zehnmal so groß ist wie in der Schweiz, fokussieren die Eidgenossen ihre Anstrengungen dabei auf Deutschland. Im vergangenen Jahr stammte noch etwa die Hälfte der 773 Millionen Euro Einnahmen aus dem Heimatmarkt.



Auf Seite 2: Erst wachsen, dann verdienen



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Bildquelle: Zur Rose Group, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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