In der Höhe wird die Luft dünner - das wissen Bergsteiger. So ähnlich dürfte es den deutschen Anlegern diese Woche gegangen sein. Nach einer zweitägigen Erholung sind die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Freitag wieder gefallen. Für die Börsenwoche, die mit einem Rekordhoch des DAX knapp über 15.500 Zählern verheißungsvoll begonnen hatte, deutet sich nun ein Verlust von über 1,5 Prozent an.

Die US-Börsen zeigten sich zum Börsenstart auf Erholungskurs. Maue Firmenbilanzen und die Aussicht auf Steueranhebungen bremsten den Anstieg jedoch. Der amerikanische Leitindex Dow Jones stieg um 0,2 Prozent auf 33.867 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,4 Prozent auf 4148 Zähler. Der Nasdaq stieg um 0,6 Prozent auf 13.900 Punkte.

Gewinner im DAX war am Freitag die Infineon-Aktie mit einem Plus von mehr als zwei Prozent. Schlusslicht im deutschen Leitindex war die Deutsche Wohnen-Aktie mit einem Minus von rund 2,5 Prozent. Ursache hierfür konnte ein negativer Analystenkommentar sein. Experten der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas stuften das Papier am Freitag auf "Underperform" ab.

Was am Freitag an der Börse außerdem wichtig war


Daimler schraubt Prognose nach starkem Jahresstart hoch
Der Auto- und Lkw-Bauer Daimler ist nach dem außerordentlich starken Jahresstart noch einmal deutlich selbstbewusster für 2021. Der Vorstand um Chef Ola Källenius geht davon aus, dass mit Pkw und Vans noch einmal deutlich mehr Gewinn aus dem Tagesgeschäft herausspringt als bisher schon veranschlagt. Auch für die Gewinne der Finanzdienstleistungs- und Mobildienstsparte sind die Stuttgarter zuversichtlicher. Die in den vergangenen Monaten bereits gut gelaufene Daimler-Aktie legte zu.
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Conti schneidet wieder deutlich besser ab - Startquartal unerwartet gut
Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental profitiert wie die Autobauer auch von der Branchenerholung auf den Weltmärkten. Im ersten Quartal schnitt der Dax-Konzern laut vorläufigen Zahlen nicht nur besser ab als in dem arg von der Corona-Pandemie belasteten Vorjahresquartal, sondern übertraf auch die Erwartungen von Analysten. Das Geschäft mit der Autozulieferung stockt zwar noch etwas, aber bei Reifen und Kunststofftechnik ging es schon wieder klar aufwärts. Vor allem die deutlichen Fortschritte bei der Profitabilität verhalfen der Conti-Aktie am Freitag zum Sprung an die Dax-Spitze.
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Software AG weiter mit Umsatzschwund - Aktie verliert deutlich
Die Software AG nimmt bei der Umstellung auf Abo-Modelle weiter schrumpfende Umsätze in Kauf. Auch im ersten Quartal kam es zu einem deutlichen Dämpfer bei den Erlösen, den der starke Euro noch verschärfte. Beim operativen Ergebnis ließ das Unternehmen wie angekündigt ebenso Federn, schnitt aber nicht so schlecht ab wie befürchtet. Das Management um Chef Sanjay Brahmawar und Finanzchef Matthias Heiden sieht sich beim Schwenk zum Wachstumsunternehmen mit den erzielten Vertragsabschlüssen ohnehin weiter in der Spur.
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Salzgitter erhöht nach gutem ersten Quartal Ergebnisprognose für 2021
Der Stahlkonzern Salzgitter erwartet nach einem guten Start ins neue Geschäftsjahr deutlich mehr Gewinn für 2021 als zuvor prognostiziert. So dürfte das Vorsteuerergebnis im laufenden Jahr nun bei 300 bis 400 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Bislang war der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller nach Thyssenkrupp von 150 bis 200 Millionen Euro ausgegangen. Im Vorjahr hatte Salzgitter noch Verluste geschrieben.

LPKF im ersten Quartal mit Umsatzeinbruch - Aktie unter Druck
Der Jahresauftakt ist für den Laserspezialisten LPKF eher mau verlaufen. In den ersten drei Monaten des Jahres fiel der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 16,7 Prozent auf 16,3 Millionen Euro, wie das im Nebenwerteindex SDax notierte Unternehmen am Donnerstag kurz vor Xetra-Handelsschluss in Garbsen mitteilte. Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten schlecht an. Die LPKF-Aktie lag kurz nach Handelsbeginn am Freitagmorgen knapp 8 Prozent im Minus. Zuletzt waren es noch knapp 6 Prozent weniger. Im laufenden Jahr haben die Titel damit über ein Viertel an Wert verloren.

HeidelbergCement-Konkurrent LafargeHolcim erhöht Prognose
Der schweizerische Baustoffkonzern LafargeHolcimhat im ersten Quartal von den vielen Infrastrukturprogrammen der Regierungen weltweit profitiert. Nach einem starken Jahresstart erhöhte der Konkurrent des deutschen Konzerns HeidelbergCement die Prognose für das operative Ergebnis. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem fortgeführten Geschäft werde jetzt ein um Währungseffekte bereinigter Anstieg von mindestens zehn Prozent erwartet, teilte das Unternehmen am Freitag in Jona mit. Bislang hatte der Konzern mit einem Anstieg von mehr als sieben Prozent gerechnet.

American Express mit Gewinnsprung - Umsatz sinkt aber deutlich
Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat den Gewinn zu Jahresbeginn trotz wesentlich geringerer Erlöse kräftig gesteigert. Im ersten Quartal verdiente der Visa-Rivale laut eigenen Angaben vom Freitag unterm Strich 2,2 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro). Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es aufgrund starker Belastungen zu Beginn der Corona-Pandemie nur 367 Millionen Dollar gewesen.

Snapchat: Nutzer werden mit US-Impfkampagne wieder aktiver
Daten der Foto-App Snapchat zeigen mit der fortschreitenden Corona-Impfkampagne in den USA eine schrittweise Rückkehr zum normalen Alltag. "Wir sehen, dass die Leute wieder mehr ausgehen und Freunde treffen, oder zu Arbeit und Lernen zurückkehren", sagte Gründer und Chef Evan Spiegel zur Vorstellung aktueller Quartalszahlen am Donnerstag. Snapchat hofft nun, das bereits hohe Wachstum aus der Pandemie-Zeit noch zu beschleunigen.

rtr/dpa-AFX/ak