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Service: Der große CFD-Broker-Test

Service: Der große CFD-Broker-Test

WKN: 546160 ISIN: DE0005461602 OnVista AG

15.09.2017 10:30:00

Beim Handel mit CFDs sind hohe Gewinne drin - aber auch Verluste. Gut, wenn der Broker zuverlässig ist. Die elf besten bundesweit aktiven Anbieter für die Kursdifferenzgeschäfte. Von Stephan Haberer



Am 10. August ging die Welt unter. Zumindest die alte CFD-Welt. Ausgelöst hat den Weltuntergang die Bafin mit dem Schreiben VBS 7-WP 5427-2016/0017.



In dieser "Allgemeinverfügung gemäß § 4b Abs. 1 WpHG" hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bestimmt: "Die Vermarktung, der Vertrieb und der Verkauf von CFDs an Privatkunden wird insoweit untersagt, als diese für den Privatkunden eine Nachschusspflicht begründen können."


Dieser Satz treibt seither die gesamte Branche um. Hintergrund: Bisher konnten CFD-Trader deutlich mehr verlieren als ihr eingesetztes Kapital. Im Extremfall ging es um das gesamte Vermögen. Diese potenzielle Existenzgefährdung war der Bafin ein rotes Tuch - insbesondere seit dem Crash des Schweizer Franken am 15. Januar 2015, der einige CFD-Trader auf dem falschen Fuß erwischt hatte. Da wurde die potenzielle Gefahr plötzlich ganz real: Bei Einsätzen im mittleren vierstelligen Bereich sollten Privatanleger mehrere Hunderttausend Euro nachschießen.

Schuld daran ist die besondere Konstruktion der CFD-Geschäfte: Die Trader müssen nur einen kleinen Teil des Werts der gehandelten Basiswerte als Sicherheit hinterlegen, die sogenannte Margin. Daraus resultieren dann entsprechend große Hebel. Angenommen, ein CFD-Trader hinterlegt bei einem Long-CFD auf den DAX lediglich ein Prozent als Margin, dann beträgt der Hebel 100. Steigt der DAX um ein Prozent, gewinnt der Trader 100 Prozent. Fällt der DAX jedoch um ein Prozent, ist das gesamte eingesetzte Kapital weg. Fiele der DAX sogar um zwei Prozent, müsste der Anleger noch einmal so viel Geld nachschießen, wie er eingesetzt hat.

Schwierige Situation



Das Nachschussverbot verändert nun das gesamte Geschäftsmodell. Daher sind derzeit viele CFD-Anbieter kräftig am Schrauben: garantierte Stop-Loss-Order, geringere Hebel und vice versa höhere Margins, CFD-Konten ohne Nachschusspflicht, Übernahme des verbleibenden Nachschussrisikos durch CFD-Broker oder Market Maker. Auch die Preisgestaltung wird sich an der einen oder anderen Stelle ändern.

Inzwischen sehen sogar CFD-Anbieter das Nachschussverbot positiv: "Jetzt gelten bei CFDs für alle in- und ausländischen Anbieter die gleichen Regeln", sagt der bei der Onvista Bank für den CFD-Handel zuständige Geschäftsbereichsleiter Michael B. Bußhaus. "Da für die Kunden das Risiko der Nachschusspflicht entfällt, werden CFDs zudem für größere Anlegerkreise attraktiv."

Nichtsdestoweniger sind es schwierige Zeiten für die Durchführung eines CFD-Broker-Tests. Denn die Allgemeinverfügung der Bafin erging genau in dem Zeitraum, in dem 17 CFD-Broker für €uro am Sonntag einen umfangreichen Fragenkatalog zu ihrem jeweiligen Angebot ausfüllen sollten. Einige sagten daraufhin die Teilnahme am diesjährigen CFD-Broker-Test ab - mit IG auch einer der führenden Anbieter dieser Papiere in Deutschland und weltweit. Letztlich nahmen dennoch elf der Angeschriebenen an der Umfrage teil.

Wegen der Bafin-Verfügung musste auch die Auswertung selbst angepasst werden. Daher entschloss sich die Redaktion, den gesamten Fragenkomplex zur Nachschusspflicht unberücksichtigt zu lassen. Dennoch hatte es die Umfrage in sich: In vier Kategorien mussten Angaben zu 758 Punkten gemacht werden (siehe Seite 4). Eine Heidenarbeit - aber ohne einen solchen Aufwand lässt sich der äußerst komplexe CFD-Handel nicht in der notwendigen Tiefe bewerten. Übrigens: Einen kleinen Ausschnitt der abgefragten Punkte finden Sie auf der großen Übersichtstabelle hier.

Ähnlich der Bafin hat auch die Redaktion von €uro am Sonntag viel Wert auf Sicherheit gelegt. In der Kategorie "Sicherheit, Reporting, Steuern & Recht" waren bis zu 30 Prozent aller Punkte zu erzielen. Der Bereich Kosten war dagegen nur für maximal 20 Prozent aller Punkte gut. In der Kategorie Handel waren bis zu 45 Prozent der Punkte drin. Die restlichen fünf Prozent gab es für Angaben zu angebotenen Schulungen und zu Hard- und Software.

Was beim Blick in die Fragebögen sofort auffällt, ist die große Differenz bei den angebotenen Basiswerten: Während Admiral Markets CFDs auf gerade mal 147 Basiswerte und FX Flat auf 155 Basiswerte anbietet, sind es bei CMC Markets 10 035 Basiswerte. WH Selfinvest bietet immerhin CFDs auf 5000 Basiswerte an, die anderen Anbieter offerieren 1221 bis 1768.

Auf Seite 2: Konzentrierter Handel



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