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ROBERT HALVER

Geld alleine macht zwar nicht immer glücklich, beruhigt aber ungemein

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24.06.2016 - 17:59

Geld alleine macht zwar nicht immer glücklich, beruhigt aber ungemein. Davon kann Japan ein Lied singen.

von Robert Halver

Geld alleine macht zwar nicht immer glücklich, beruhigt aber ungemein. Davon kann Japan ein Lied singen. Trotz massiver geldpolitischer Intervention und damit der Absicht, den japanischen Yen zum Zwecke der Exportstärkung zu schwächen, hat dieser seit Jahresanfang 2015 gegenüber den wichtigsten Handelswährungen im Trend um rund 10 Prozent aufgewertet. Maßgeblich hierfür sind vor allem die überkompensierenden Ängste vor einem hard landing Chinas. Sie führen zu einer Kapitalflucht in die als sicher empfundene japanische Währung. Und diese Aufwertung verstärkt die Importschwäche Chinas als wichtigstem Handelspartner Japans zusätzlich.

Über Währungsabwertung kommt neben China übrigens ebenso die Eurozone in den Genuss einer künstlichen Exportstimulierung.

Aber auch die Unsicherheit des chinesischen Aktienmarkts strahlt negativ auf Japan aus. Die Schwäche des Shanghai Composite wird als Indiz für die Zurückhaltung chinesischer Investoren und Konsumenten gewertet, die früher oder später auch Japan als Anrainerwirtschaft zu spüren bekommt. So hat der Nikkei 225 seit seinem Hoch im Juni 2015 ca. 16 Prozent verloren.

Inflationsbelebung in Japan bleibt eine Illusion



Mit Blick auf die fallenden Rohstoffpreise ist auch kein Ende des japanischen Deflationsdrucks abzusehen. Die Inflationsrate liegt mit 0,3 Prozent nur knapp über der Deflationsgrenze und man muss sogar annehmen, dass statistisch nachgeholfen wurde. Damit steigen erneut die Risiken, dass Unternehmen ihre Investitionen und Konsumenten Käufe vor allem langlebiger Güter zeitlich immer weiter hinauszögern, da sie auf den vermeintlich tiefsten Preis warten. Genau dies führte zu einer nachhaltigen Deflation in Japan, die die Wirtschaft zwei Jahrzehnte gekostet hat. Die zur Kompensation aufgelegten staatlichen Konjunkturpakete haben zwar zu einer unfassbaren Staatsverschuldung beigetragen, die jedoch aufgrund des Deflationsvirus vollständig verpufft sind.

Aufgrund der trügerischen Hoffnung, dass die Rohstoffpreise wieder anziehen, die hässliche Fratze der japanischen Deflation erneut zuzulassen, wäre grob fahrlässig. Die japanischen Inflationserwartungen sind bereits wieder deutlich gefallen. Ein erneutes massives Eingreifen der Bank of Japan hat mit geldpolitischer Stabilität schon lange nichts mehr gemein. Doch in der Deflations-Not frisst der Teufel Fliegen.

Yen-Abwertung als erklärtes Ziel der Bank of Japan



Entgegen offiziellen Behauptungen wird Japan zukünftig wieder verstärkt auf die Schwächung des Yen zur Stützung der heimischen Exportindustrie setzen müssen. Angesichts der demographischen Überalterung und der damit verbundenen Konsumschwäche kann die Stärkung der Binnennachfrage nicht der primäre konjunkturpolitische Ansatzpunkt sein. Zur Ankurbelung der Kreditvergabe ahmt die japanische Notenbank die EZB nach: Sie führt einen negativen Einlagenzins mit minus 0,1 Prozent für Geschäftsbanken ein. Das Parken von Liquidität bei der Notenbank wird jetzt auch in Japan bestraft. Die Erfahrungen in der Eurozone legen aber nahe, dass diese Maßnahme von geringem Erfolg gekrönt ist: Angesichts der allgemeinen Wirtschaftsschwäche in Japan und in den Emerging Markets fehlt es an ausreichend attraktiven Investitionsobjekten.

Insbesondere die Liquiditätsstrategie der Bank of Japan und ihre Währungsabwertungspolitik ist so etwas wie der geldpolitische Blankoscheck, der den Nikkei 225 bis Jahresende zu Indexständen von über 19.000 Punkten treiben wird. Nicht zuletzt erhofft sich damit die Tokioter Regierung eine Stimmungsaufhellung der japanischen Konsumenten.

Auf Seite 2: Aktuelle Marktlage und Anlegerstimmung im Reality Check



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