AXEL RETZ

Urlaub machen und richtig Geld verdienen

Urlaub machen und richtig Geld verdienen

WKN: 863178 ISIN: US7751331015 Rogers Corp.

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17.11.2017 - 18:59
10.08.2015 07:15:00

Als durchaus gebranntes Kind stelle ich vor meinem Urlaub in der Regel alle bestehenden Positionen meines Depots glatt. Diesmal aber war es zu verlockend, gerade unmittelbar vor der Abfahrt einen neuen Trade ins Rennen zu schicken.

Es hat sich gerechnet. Und wie! Ich weiß, dass es viele Anleger gibt, die von Fundamentalanalyse nichts halten. Und noch viel mehr, die mit Charts nichts anzufangen wissen. Mix it, Baby!

Ein Urlaub ist eine feine Sache, zumal wenn man wie ich der bisher größten Hitze des Jahres entkommen konnte. Vor allem aber sieht man, Sie kennen das von den Bäumen und dem Wald, die Dinge mit etwas Abstand gelassener. Im Rahmen des Möglichen, denn das griechische Drama hat nun einmal Komponenten, die auch den Ruhigsten auf die Palme bringen können.

Der dritte Akt der besinnungslosen Retteritis läuft ab wie seine Vorgänger: Demokratisch in keiner Weise legitimierte Institutionen beschließen mit den EU-Verträgen unvereinbare Kapitaltransfers nach Athen und die nationalen Parlamente der Euro-Länder winken das durch. Schon das erste "Rettungspaket" von 2010 hätte gar nicht ausgezahlt werden dürfen. Nicht nur wegen der sehr eindeutigen No-Bailout-Klausel, sondern auch wegen der fehlenden Schuldentragfähigkeit Griechenlands. Und heute? Heute geht der IWF davon aus, dass die aktuelle Verschuldung Griechenlands in Höhe von etwa 120 Prozent des BIP in den kommenden beiden Jahren auf 200 Prozent des BIP ansteigen wird. Und umso mehr neues Geld nach Athen fließt, umso tiefer wird der Schuldensumpf.

Da der IWF einen Schuldenschnitt für Griechenland fordert und die EZB auch erkennbar keinen Drang verspürt, weitere Milliarden locker zu machen, wird immer klarer, wer die Suppe auszulöffeln haben wird: Die Steuerzahler der sgn. Geberländer. Neben dem finanziellen Schaden droht damit aber auch die Einheit Europas zu zerbrechen, die durch das Flüchtlingsdilemma schon Belastungen genug ausgesetzt ist. Bei beiden Themen tut die Politik alles, abgesehen vom Bekämpfen der Ursachen. Der IWF, um das auch mal klarzustellen, hatte für Griechenland wird seine Schulden niemals zurückzahlen können. Und mit dem Euro wirtschaftlich pulverisiert. Und wer das immer noch nicht verstehen kann oder will, wird sich in gar nicht so ferner Zukunft dem Druck des Faktischen ergeben müssen. Für die Börsen ist das Thema längst noch nicht durch. Und die angekündigte Daumensenkung der Ratingagentur Standard&Poor’s für die EU kam völlig zu Recht. Neben dem Griechenlandrisiko droht sich mit dem neuen EFSI (Europäischer Fonds für strategische Investitionen) das nächste Milliardengrab aufzutun.

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Bildquelle: Axel Retz

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