ROBERT HALVER

Wir haben keine Finanzkrise wie 2008, wir sind überverkauft!

Wir haben keine Finanzkrise wie 2008, wir sind überverkauft!

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07.12.2016 - 16:37
27.01.2016 07:27:00

In den Medien geht die Angst vor einer globalen Wirtschaftskrise wie 2008 um. Das ist übertrieben. Grundsätzlich ist der Aktienmarkt überverkauft und bietet Kaufgelegenheiten. In der kommenden Woche wird sich zeigen, wie widerstandfähig die deutsche Wirtschaft ist.

von Robert Halver

Parallelen zwischen 2008 und heute zu ziehen, mag dramaturgisch reizvoll sein, ist aber übertrieben



In den Medien geht die Angst vor einer globalen Wirtschaftskrise wie 2008 um. Der Umbau der chinesischen Volkswirtschaft von Export, Immobilien und Industrie hin zu Konsum und Dienstleitung ist nicht ohne Reibungsverluste zu bewerkstelligen. China scheint "Lost in Transition" zu sein. Leider schüttet die intransparente Kommunikation der KP selbst Öl ins Feuer der Verunsicherung: Das veröffentlichte Wirtschaftswachstum von 6,9 Prozent für 2015 hat mit der wirtschaftlichen Realität nicht viel gemein. Daher werden skeptische Fragen gestellt, ob die KP in China nicht auch noch an anderen Stellen Daten hemmungslos schönt.

Gleichzeitig trübt ein sich auf 12-Jahres-Tief befindender Ölpreis die Wirtschaftsstimmung in den Rohstoff- und Schwellenländern, die sich dramatischen Einnahmeeinbußen und damit fatalen Staatshaushaltssituationen ausgesetzt sehen. Über den schwachen Ölpreis ist aber auch Ungemach für die westliche Welt verbunden: Im Minen- und Ölsektor werden Konkurse und ein massiver Arbeitsplatzabbau befürchtet. Hinzu kommt eine angeschlagene US-Fracking-Industrie, die im Extremfall zu Kreditabschreibungen bei Banken, Ausfällen bei High Yield-Anleihen im Energiesektor und Finanzierungsengpässen auch - als Kollateralschaden - in anderen Zinsbereichen führen könnte. Riecht es wieder streng nach 2008?

Daher hat der IWF zwar zuletzt seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft 2016 von 3,6 auf 3,4 Prozent gesenkt. Damit wüchse sie aber immer noch stärker als 2015. IWF-Chefin Lagarde ist im Übrigen der Meinung, dass die aktuell am Aktienmarkt gespielten Ängste vor einem tatsächlichen Wirtschaftseinbruch in China übertrieben sind. In diesem Zusammenhang verweist sie auf die umfangreichen chinesischen Maßnahmen zur Konjunkturstimulierung.

Genau diese scharfe Konsolidierung des chinesischen Leitindex Shanghai Composite bereinigt die seit 2014 betriebene, unsägliche Aktien-Propaganda der KP, mit der die galoppierende Verschuldung der Unternehmen über Börseneinführungen nonchalant auf Privatanleger übertragen wurde. Der rapide Abbau der Wertpapierkredite hat diesen Prozess dynamisiert.

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