BO-EXPERTEN-UMFRAGE

Goldpreis-Entwicklung - Was die Experten für 2018 erwarten, Teil 2

Goldpreis-Entwicklung - Was die Experten für 2018 erwarten, Teil 2

WKN: 508810 ISIN: DE0005088108 Baader Bank AG

2,11 EUR
0,07 EUR 3,43 %
18.01.2018 - 19:00
03.01.2018 03:00:00

Der Goldpreis hat auf Dollar-Basis 2017 zwar zugelegt. Aber in Euro gerechnet, ist das Edelmetall knapp in die roten Zahlen gerutscht. Nun fragen sich viele Anleger: Wie geht es mit Gold 2018 weiter? Im zweiten Teil der großen BO-Experten-Umfrage erklären Ronald Stöferle (Incrementum AG), Robert Halver (Baader Bank) und Alexander Zumpfe (Heraeus), wie viel Gold ins Depot gehört, wo sie die größten Risiken sehen und was sie dem Edelmetall im nächsten Jahr zutrauen. Von Thomas Schmidtutz



Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler Heraeus: "Gold bleibt wichtiger Bestandteil diversifizierter Portfolios"


Alexander Zumpfe, Heraeus


Der Goldpreis hat 2017 auf Dollar-Basis rund zehn Prozent gewonnen. Damit hat sich das Edelmetall im abgelaufenen Jahr einigermaßen ordentlich geschlagen. Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?

Alexander Zumpfe: Zu einem großen Teil lassen sich die Gewinne des Goldpreises mit der Schwäche des Dollars erklären. Die US-Währung verlor gegen den Euro, aber auch gegenüber anderen wichtigen Währungen, im Jahresverlauf kontinuierlich an Wert. Allerdings hängt das Edelmetall dieser Entwicklung etwas hinterher. In Euro ausgedrückt verbucht das Edelmetall auf Jahresbasis sogar leichte Verluste.


Die US-Notenbank steht vor einem Führungswechsel. Voraussichtlich im Februar wird Jerome Powell an die Fed-Spitze rücken. Powell hat bei einer Anhörung vor dem Banken-Ausschuss des Senats Ende November bereits durchblicken lassen, dass er den bisherigen Kurs fortsetzen und die Zinszügel 2018 weiter anziehen will. Wie könnte sich eine solche geldpolitische Normalisierung in den USA auf den Goldpreis auswirken?

Steigende Zinsen wirken zunächst mal belastend auf den Goldpreis. Das Edelmetall zahlt selbst keine Zinsen und somit sind andere - verzinste - Anlageformen attraktiver. Die Zinspolitik der US-Notenbank wird damit weiterhin ein wesentlicher Faktor für den Goldmarkt bleiben. Anleger sollten hier jedoch weiterhin die Realzinsen - also die um die Inflation bereinigten Zinsen - im Blick behalten. Aktuell steigen die Preise in den USA noch gedämpft. In einem Umfeld, das von stabilem Wirtschaftswachstum und einer niedrigen Arbeitslosenrate geprägt ist, kann sich das jedoch schnell ändern. Die Realzinsen könnten dann sogar nochmal ins Negative rutschen, was den Goldpreis entsprechend unterstützen würde.

Wo sehen Sie 2018 die größten Risiken für den Goldpreis, wo mögliche Treiber?

Von dem eben beschriebenen Szenario gehen gleichzeitig auch die größten Risiken für Gold aus. Aktuell plant der Markt für 2018 drei US-Leitzinserhöhungen ein. Sollte die Inflation im Jahresverlauf jedoch deutlicher anziehen, dürfte die Fed mit weiteren Zinsschritten reagieren. Das halten wir aber - wenn überhaupt - erst für Ende 2018 für möglich. Ein möglicher Treiber wird der Kurs des US-Dollars bleiben. Verliert der Greenback weiter an Wert, wird dies auch den Goldpreis unterstützen. Anleger sollten zudem die geopolitische Situation nicht aus dem Blick verlieren. Spitzt sich die Situation in Nordkorea zu, wird der "sichere Hafen" Gold wieder verstärkt gefragt sein. Einen ähnlichen Effekt hätte eine Korrektur an den Aktien- und Immobilienmärkten, die zuletzt von Rekord zu Rekord eilten.

Wie hoch sollte der Anteil von Gold im Depot sein?

Gold bleibt wichtiger Bestandteil eines diversifizierten Portfolios. Wie hoch der Anteil sein sollte, hängt vom Risikoprofils des Investors und seiner Anlagemotive ab.

Wo steht der Goldpreis Ende 2018?

Wir gehen für 2018 von einer stabilen Seitwärtsbewegung aus. Während wir Gold durchschnittlich bei 1.310 US-Dollar je Unze erwarten, gehen wir für Ende 2018 von 1.290 aus.

Auf Seite 2: Robert Halver, Leiter Kapitalmarkt-Analyse Baader Bank



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Bildquelle: Shamil Zhumatov/Reuters, Wolfgang Hartmann/Heraeus, Finanzen Verlag, Incrementum

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