TIPP DER WOCHE

Nordex: Sparprogramm gegen die Branchenflaute

Nordex: Sparprogramm gegen die Branchenflaute

WKN: 802200 ISIN: DE0008022005 HypoVereinsbank

26.09.2017 08:10:00

Auf den ersten Blick sehen die Halbjahreszahlen von Nordex gar nicht schlecht aus. Der Windkraftanlagenhersteller mit Sitz in Rostock hat den Umsatz um gut ein Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gesteigert. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten mit einem Minus gerechnet. Von Christian Scheid

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging zwar um 14 Prozent auf 117,5 Millionen Euro zurück, hier hatten die Experten jedoch noch weniger erwartet. Auch der Auftragseingang entwickelte sich trotz eines Rückgangs von gut 30 Prozent besser als erwartet. Während Nordex in Europa gegen die Branchenflaute ankämpft, laufen die Geschäfte in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika wieder besser.

Konzernchef José Luis Blanco hat daher die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Der Manager stellt einen Umsatz zwischen 3,1 Milliarden und 3,3 Milliarden Euro in Aussicht. Die Ebitda-Marge soll 7,8 bis 8,2 Prozent erreichen. Zum Vergleich: 2016 hatte Nordex noch einen Umsatz von rund 3,4 Milliarden Euro bei einer Ebitda-Marge von 8,4 Prozent erzielt.

Intakter Abwärtstrend



Prompt setzte die TecDAX-Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen zur Erholung an. Doch die Freude währte nicht lange. Schon wenige Tage später schwenke der Kurs wieder in seinen Abwärtstrend ein, der um die Jahreswende 2015/16 bei fast 34 Euro begann. Mit dem jüngsten Rutsch in einstellige Kursregionen steht inzwischen ein Minus von mehr als 70 Prozent zu Buche.

Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht, zumal Nordex die Anleger mit der Konkretisierung eines bereits im März 2017 angekündigten Sparprogramms erneut verunsichert hat. Das Unternehmen will mit dem Abbau von bis zu 500 Stellen in Europa bis 2018 rund 45 Millionen Euro einsparen. Dafür werden in diesem Jahr einmalige Sonderkosten im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich anfallen.

Analysten sind skeptisch, ob Nordex damit das Ruder herumreißen kann. Sven Diermeier von Independent Research beispielsweise deutet die verschärften Kostensenkungsmaßnahmen als Hinweis darauf, dass es in den wichtigsten Märkten wie Deutschland noch schlechter läuft als ohnehin befürchtet. Er sieht zudem Bilanzrisiken und verweist dabei auf einen Goodwill, der zum Halbjahresende mit 548 Millionen Euro 57 Prozent des Eigenkapitals entsprochen habe.

Ein Ende des Abwärtstrends scheint also nicht in Sicht. Da die Nordex-Aktie aber immer wieder für kräftige Gegenreaktionen gut ist, sollten Anleger nur mit angezogener Handbremse auf einen weiteren Kursverfall setzen. Dazu eignet sich ein Discount Put von HVB Onemarkets. Mit dem Papier sind im März kommenden Jahres 22,7 Prozent drin, wenn die Nordex-Aktie dann bei zehn Euro oder darunter notiert. Da es ab zwölf Euro zum Totalverlust kommt, sollten sich nur risikobereite Anleger engagieren.



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Bildquelle: Tobias Schwarz/REUTERS, BO

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