GELDPOLITIK

Erneuter Rückgang der Teuerung setzt EZB unter Zugzwang

Erneuter Rückgang der Teuerung setzt EZB unter Zugzwang

WKN: CBK100 ISIN: DE000CBK1001 Commerzbank

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30.09.2016 - 17:46
04.03.2016 07:41:00

Fallende Preise im Euro-Raum erhöhen erneut den Handlungsdruck auf die Europäische Zentralbank (EZB). Volkswirte erwarten daher, dass Notenbank-Chef Mario Draghi am kommenden Donnerstag noch einmal nachlegen wird.

Fallende Preise im Euro-Raum erhöhen erneut den Handlungsdruck auf die Europäische Zentralbank (EZB). Zwar hatte Notenbank-Chef Mario Draghi erst im Dezember die Geldschleusen weiter geöffnet, um die Konjunktur anzuheizen und für mehr Inflation zu sorgen. Doch im Februar liefen die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern schleppend und die Teuerungsrate fiel überraschend wieder unter die Nulllinie. Volkswirte erwarten daher, dass Draghi am kommenden Donnerstag noch einmal nachlegen wird. Als Stellschrauben gelten vor allem der Zins für von den Banken bei der Notenbank geparktes Geld und das in Deutschland höchst umstrittene billionenschwere Anleihen-Kaufprogramm der Währungshüter.

"Im Zweifel wird der EZB-Rat nächste Woche eher mehr als weniger zusätzliche expansive Maßnahmen beschließen", schätzt Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. Ihm zufolge fürchten Draghi & Co, dass das anhaltend billige Öl - ein Hauptgrund für die notorische Mini-Inflation - auf weitere Wirtschaftsbereiche durchschlägt. Sollte dies der Fall sein, könnte das Lohnwachstum im Euro-Raum gebremst werden, was der Konjunktur schaden und die Teuerung weiter dämpfen würde. "Um die konjunkturelle Stimmung zu heben muss das Signal stark genug sein. Eine einzelne Maßnahme wird das wahrscheinlich nicht tun," sagt auch der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding.

Die EZB strebt als Idealwert für die Wirtschaftsentwicklung knapp zwei Prozent Inflation an. Das schafft nach Ansicht der Notenbanker einen ausreichenden Abstand zu einer gefährlichen Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und rückläufigen Investitionen. Die EZB verfehlt dieses Ziel wegen des Ölpreisverfalls seit Frühjahr 2013. Laut Frankreichs Notenbank-Chef Francois Villeroy de Galhau muss die Notenbank handeln, sollten die niedrigen Energiepreise längerfristig das Wachstum bremsen.

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Bildquelle: Ralph Orlowski/Reuters

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