Als Chiphersteller ist Infineon in zahlreichen wichtigen Segmenten marktführend positioniert. Derzeit sorgt das boomende Geschäft mit KI-Chips und der Stromversorgung von Rechenzentren für viel Fantasie. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, hat der heimische Chipriese in den vergangenen drei Jahren in Dresden eine neue Fabrik, die Smart Power Fab, errichtet.
Infineon-Produktionsvorstand Alexander Gorski spricht kurz vor der offiziellen Eröffnung von einem „Leuchtturmprojekt“ für Europa, Deutschland und die Region Dresden. „Das Leuchtturmprojekt steht für Innovation, technologische Souveränität und Größe.“ Dresden habe die größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter in Europa und eine der größten weltweit.
Rund fünf Milliarden Euro hat das Werk gekostet, knapp eine Milliarde davon steuerte die öffentliche Hand bei. Fünf Milliarden Euro soll auch das Umsatzwachstum betragen, das die neue Fab in Dresden beisteuert. Aktuell erzielt Infineon weltweit einen Umsatz von rund 16 Milliarden Euro. Das neue Werk in Kulim (Malaysia) soll weitere fünf Milliarden Euro Umsatz bringen.
Vorstand Jochen Hanebeck war in der vergangenen Woche in Kanada und den USA auf IR-Tour, um mit Investoren über Infineons strategische Prioritäten und Wachstumschancen zu sprechen:
1. Die Weiterentwicklung des KI-Geschäfts und wie der Konzern Innovation in greifbaren Kundenwert verwandeln will.
2. Die neue Smart Power Fab in Dresden und warum dies zur richtigen Zeit die richtige Investition ist, um Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
3. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des starken analogen Portfolios mit klarem Fokus auf Energie und wie wir Anwendungen der nächsten Generation ermöglichen, einschließlich neuer Bereiche wie humanoider Robotik.
AKTIONÄR-Leser wissen: Infineon entwickelt Leistungshalbleiter und komplette Stromversorgungskonzepte, die speziell auf die extremen Anforderungen moderner KI-Server ausgelegt sind. Doch damit nicht genug: Humanoide Roboter könnten das nächste Wachstumsfeld werden. Infineon setzt hier bereits viele der vorhandenen Produkte wie Sensoren, Kommunikationschips oder Leistungshalbleiter für die Stromversorgung ein, die dem Vernehmen nach ohne aufwendige Modifikationen in humanoiden Robotern eingesetzt werden können. Aber auch in den anderen Endmärkten, wie dem Automotive-Bereich, dürfte in den kommenden Quartalen eine schrittweise Erholung einsetzen.
Fazit
Keine Frage: Infineon agiert am Puls der Zeit. Die Aussichten sind vielversprechend. Die DAX-Aktie bleibt eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Dafür müssen Hanebeck und Co die viel zitierten PS aber auch weiter auf die Straße bringen und Erlöse sowie Margen nachhaltig steigern. Anleger mit Weitblick halten an ihren Positionen fest.