Neue KI-Sorgen überschatten die KI-Rally. Nachdem am Montag Alphabet auf Tauchstation gegangen war, rutscht heute die Aktie von Micron Technology ab. Dabei hatte das Papier erst gestern noch ein Rekordhoch markiert. Brisant: Micron legt am Mittwochabend Quartalszahlen vor und ist dazu verdammt, die Prognosen nicht nur zu erfüllen, sondern zu pulverisieren.
• Micron legt am Mittwoch nach US-Börsenschluss Quartalszahlen vor.
• Analysten erwarten im Schnitt einen Erlös von 35,6 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 20,57 Dollar.
• 50 von 55 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.
Wie DER AKTIONÄR berichtete, hatte Micron am Montag bei 1.213,56 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht. Nachbörslich trieben die Bullen das Papier sogar noch auf 1.227 Dollar, ehe ihnen die Kraft ausging. Dann setzten jedoch auch bei Micron Zweifel an dem astronomischen Kursanstieg ein: Die Anleger zogen im Zuge der aufkommenden KI-Sorgen die Gewinne ab. Vorbörslich notiert das Papier daher rund sieben Prozent schwächer. Doch das könnte der bittere Vorgeschmack auf das sein, was noch kommt, wenn Micron morgen Abend nicht die Prognosen pulverisiert und die KI-Rally rettet.
Denn klar ist: So hoch wie die Aktie im Vorfeld nach oben geschnellt ist, ist auch die Fallhöhe bei einem Patzer. Rein charttechnisch betrachtet befinden sich die nächsten, stärker ausgeprägten Unterstützungen 1.000 Dollar oder und 750 Dollar (GD50 bei 748,60 Dollar). Sollte Micron die Erwartungen verfehlen, könnte somit ein Rücksetzer um bis zu 38 Prozent gegenüber dem Nasdaq-Schlusskurs vom Montag drohen.
Diese Zahlen muss Micron liefern
Die im Vorfeld hohen Erwartungen an Micron lauten: Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 282 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll derweil von 1,91 Dollar im Vorjahreszeitraum um 976 Prozent auf 20,57 Dollar nach oben schnellen. Die Bruttomarge wird bei 81,8 Prozent nach 38,9 Prozent im Vorjahreszeitraum erwartet. Die Ebitda-Marge soll derweil von 26,8 auf 77,9 Prozent gestiegen sein.
Nicht weniger wichtig sind die Kennzahlen der einzelnen Segmente: Mit DRAM dürfte der US-Konzern 27,47 Milliarden Dollar erlöst haben. Produkte aus dem Bereich NAND-Flash-Speicher sollen weitere 7,69 Milliarden Dollar beigesteuert haben. Die Sparte Sonstige dürfte einen Umsatz von 92 Millionen Dollar verbucht haben. Die Kapitalausgaben sollen 7,39 Milliarden Dollar nach 2,94 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum betragen haben.
Noch mehr Wachstum nötig
Besonders wichtig werden überdies die Prognosen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung und den Investitionsausgaben. Analysten rechnen für das Q4 des gebrochenen Geschäftsjahres mit einem Erlös von 43,1 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 25,31 Dollar. Das Wachstum muss also weiter gehen, wenn Micron die Erwartungen erfüllen will. Bei den Investitionsausgaben für das kommende Quartal sollte Micron besser unter 10,9 Milliarden Dollar und im Gesamtjahr (bis 03. Juni 2027) unter 40,4 Milliarden Dollar bleiben.
Fazit
Micron muss liefern, sonst könnte die Stimmung im KI-Sektor vollends kippen. Im Vorfeld ist DER AKTIONÄR sowie das Gros der Analysten – 50 von 55 empfehlen die Aktie zu Kauf, der Rest stuft sie als Halteposition ein – zuversichtlich gestimmt, dass Micron die Erwartungen nach allen Regeln der Kunst schlagen kann. Anleger bleiben an Bord.
FAQs
Was macht Micron?
Micron ist ein US-Halbleiterkonzern und vor allem auf Speicherchips spezialisiert. Dazu zählen unter anderem DRAM- und NAND-Speicher, die in Rechenzentren, Smartphones, PCs und zunehmend in KI-Anwendungen eingesetzt werden.
Warum gilt Micron als großer Profiteur des KI-Booms?
KI-Rechenzentren benötigen große Mengen leistungsfähiger Speicherchips. Genau hier profitiert Micron von der stark steigenden Nachfrage, während das Angebot in vielen Bereichen knapp bleibt.
Warum ist die Micron-Aktie so volatil?
Das Geschäft mit Speicherchips gilt als zyklisch. Preise und Nachfrage können stark schwanken, weshalb auch die Aktie oft deutlich auf Branchennews, Analystenkommentare und Quartalszahlen reagiert.