Eine digitale Ärzte-Plattform hat ein KI-Produkt entwickelt - und das erweist sich als überraschend profitabel. Nach starken Quartalszahlen schoss die Aktie heute zeitweise mehr als 100 Prozent nach oben. Hat sie das Zeug zu einer dauerhaften Kursrakete?

Die bereist 2010 gegründete Medizin-Plattform Doximity, die ein digitales und exklusives Berufsnetzwerk für Ärzte und medizinisches Fachpersonal betreibt und deshalb oft als „LinkedIn für Ärzte“ bezeichnet wird, elektrisiert am Freitag die Wall Street. Denn das Unternehmen meldete ein unerwartet starkes Quartal - und der Grudn dafür ist eine überraschend profitable KI-Anwendung. In der Folge schoss die Aktie zeitweise mehr als 100 Prozent nach oben, bevor sich der Kurs etwas beruhigte. Auslöser sind vor allem eine Aussage des Managements, wonach das KI-basierte Suchprodukt mehr als zehnmal so viel Umsatz einbringt, wie es kostet.

Doximity (WKN: A3CS1K)

KI-Suche wird zur Kursrakete


„Wir verdienen mit jeder Suche mehr als 10-mal so viel Umsatz, wie der Betrieb kostet“, sagte CEO Jeffrey Tangney laut CNBC in der Telefonkonferenz zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027. Er ergänzte, dass die Kosten mit effizienteren Modellen eher sinken dürften. Die Börse verstand; Hier könnte aus einem Produkt, das bisher als Experiment galt, ein hochmargiges Geschäft werden.

Doximity meldete für das Quartal einen Umsatz von 156,6 Millionen US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 74,8 Millionen US-Dollar. Beides lag weit über den Erwartungen. Zudem hob das Unternehmen die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr um sechs Millionen US-Dollar auf eine Spanne von 671 Millionen bis 681 Millionen US-Dollar an.

Markt preist mehr ein

Die Zahlen allein erklären den Kurssprung aber nur zum Teil. Die eigentliche Fantasie liefert die neue KI-Suche, deren Erlöse in der Prognose noch gar nicht vollständig enthalten sein dürften. Jessica Tassan von Piper Sandler schrieb, die Anhebung der Jahresprognose spiegele vor allem den starken Quartalsauftakt wider, nicht aber einen wesentlichen Beitrag der wachsenden KI-Pipeline. Das Management gehe bei den KI-Erlösen offenbar konservativ vor.

Ander Analysten äußerten die Erwartung, dass die KI-Suche langfristig attraktive Margen erwirtschaften könne. Auch der adressierbare Markt scheint größer zu werden, denn die Funktion eröffne dem Unternehmen überraschend neues Potenzial im Gesundheits- und Pharmabereich.

Das neue Tool, das den Namen "Doximity Ask" trägt (früher DoxGPT), ist ein auf medizinische Fachkräfte zugeschnittener KI-Assistent. Er liefert den Nutzern evidenzbasierte Antworten auf klinische Fragen, indem er nach Angaben des Unternehmens über 2.000 Fachzeitschriften samt direkter Zitate durchsucht und Zugriff auf Medikamenten-Monografien zu Dosierungen und Wechselwirkungen bietet. Zudem nutzt die KI ein spezielles Verfahren, bei dem innerhalb der Peer-Group Inhalte von Tausenden verifizierten Ärzten überprüft werden.

Short Squeeze verstärkt Kursbewegung

Ein großer Teil des Kursausbruchs dürfte außerdme auf ein Short-Squeeze zurückzuführen sein: Vor den Zahlen waren rund 17 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes leerverkauft. Wenn Shortseller ihre Wetten eindecken müssen, verstärkt das den Aufwärtsdruck – genau das passiert offenbar gerade bei Doximity. Der Kursanstieg hat also nicht allein fundamentale Gründe.

Hinzu kommt, dass die Aktie vor dem Bericht im Jahresverlauf rund 50 Prozent im Minus lag. Die entsprechen geringen Erwartungen an die Zahlen boten somit einen perfekten Nährboden für eine heftige Kursreaktion.

Was Anleger jetzt beachten müssen

Bleibt die Kernfrage: Ist der heutige Sprung wirklich der Beginn einer Neubewertung oder vor allem eine kurzfristige, technische Reaktion?

Der Fall Doximity zeigt, wie schnell die Börse derzeit eine neue Ertragsquelle einpreist - vor allem wenn sie das Label KI trägt. Entscheidend wird sein, ob die neue KI-Suche tatsächlich zu einem großen, dauerhaft profitablen Geschäft wird oder die erste Euphorie zu weit vorausgelaufen ist. Heute eilt es mit einem Einstieg also nicht. Trotzdem kann es sich lohnen, die weitere Entwickung um Doximity ab jetzt genauer zu beobachten.

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Häufige Fragen zum Thema

Wer ist Doximity?

Doximity ist ein im Jahr 2010 gegründetes US-amerikanisches Unternehmen, das ein digitales und exklusives Berufsnetzwerk für Ärzte und medizinisches Fachpersonal betreibt. Die Plattform wird wegen ihres Konzepts oft als „LinkedIn für Ärzte“ bezeichnet.

Was tut die neue KI-Suche von Doximity?

Die KI-Suche von Doximity unter dem Namen "Doximity "ist ein auf medizinische Fachkräfte zugeschnittener KI-Assistent. Er liefert nach Angaben des Unternehmens "evidenzbasierte Antworten auf klinische Fragen", durchsucht über 2.000 Peer-Review-Fachzeitschriften samt direkter Zitate und bietet Zugriff auf über 3.200 Medikamenten-Monografien zu Dosierungen und Wechselwirkungen. Zudem werden Inhalte von Tausenden verifizierten Ärzten überprüft.

Warum regiert die Börse so heftig auf die News zu Doximity?

Der Fall Doximity zeigt, wie schnell die Börse derzeit eine neue Ertragsquelle einpreist - vor allem wenn sie das Label KI trägt. Hinzu kommt die Fanatsasie, das hier ein Anwender von KI erstmals den heiligen Gral gefunden hat und sich die Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz für sein Stammgeschäft zu nutze macht.

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