Die USA sitzen auf einem historischen Schuldenberg. Laut Ökonom Jim Rickards könnte die US-Regierung zu einem Mittel greifen, das Sparer schleichend enteignet und bestimmte Sachwerte beflügelt.
Die exzessive Schuldenpolitik der USA könnte Sparer langfristig noch kalt erwischen. Davor warnt der Ökonom Jim Rickards im Gespräch mit Kitco News. Washington könne seine enorme Schuldenlast kaum durch Rückzahlungen oder harte Sparprogramme abbauen. Stattdessen dürfte ein Teil der Schulden über Inflation entwertet werden. Bestimmte Anlageklassen könnten davon sogar profitieren.
So könnten die USA ihre Schulden entwerten
Die US-Staatsschulden liegen inzwischen bei mehr als 40 Billionen Dollar, allein die jährlichen Zinskosten belaufen sich auf rund eine Billion Dollar. Rickards glaubt, dass die USA ihre Schulden nicht zurückzahlen, sondern langfristig eine ähnliche Strategie verfolgen werden wie nach dem Zweiten Weltkrieg.
Damals sank die Schuldenquote von 118 Prozent im Jahr 1946 auf nur noch 31 Prozent im Jahr 1981, obwohl die nominalen Schulden weiter stiegen. Der entscheidende Faktor war das starke Wachstum des nominalen BIP – also reales Wirtschaftswachstum plus Inflation. Steigen Preise und Einkommen, verlieren bestehende Schulden real an Gewicht.
Aktuell liegt die Inflation in den USA mit 3,4 Prozent noch immer deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank. Gleichzeitig empfinden viele Verbraucher den tatsächlichen Kaufkraftverlust deutlich stärker, als es die offiziellen Inflationszahlen vermuten lassen. Für den Staat hat die Geldentwertung jedoch einen Vorteil: Bestehende Schulden verlieren Jahr für Jahr real an Wert. Bereits eine Inflation von drei Prozent halbiert die Kaufkraft eines Dollars – und damit den realen Wert einer nominalen Schuld – innerhalb von rund 24 Jahren.
Diese Anlagen könnten von höherer Inflation profitieren
Zu den größten Verlierern einer solchen Schuldenentwertung zählen Rickards zufolge Menschen, die ihr Vermögen hauptsächlich in Bargeld, nominalen Anleihen oder fixen Einkommen halten. Sachwerte wie Immobilien, Gold, Silber und Aktien sind dagegen weniger direkt von der Geldentwertung betroffen. Insbesondere Gold könnte in Zeiten stark steigender Staatsschulden profitieren, wenn das Vertrauen in den Dollar und US-Staatsanleihen sinkt und Anleger verstärkt nach alternativen Wertspeichern suchen.
Fazit: Sachwerte statt Bargeld
Sollte Rickards mit seiner These recht behalten, dürfte für Anleger weniger der nominale Schuldenstand entscheidend sein als die schleichende Entwertung des Geldes. Wer große Teile seines Vermögens dauerhaft in Bargeld oder niedrig verzinsten Anlagen hält, riskiert über viele Jahre erhebliche Kaufkraftverluste. Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Gold oder Silber könnten von dieser Entwertung dagegen weniger betroffen sein.
Häufig gestellte Fragen:
Warum hilft Inflation beim Abbau von Staatsschulden?
Weil bestehende Schulden nominal gleich bleiben, während Preise, Einkommen und das nominale BIP steigen. Dadurch sinkt ihre reale Belastung.
Welche Anlagen schützen vor Inflation?
Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Gold oder Silber gelten als vergleichsweise guter Schutz, da ihr Wert langfristig mit steigenden Preisen wachsen kann.
Warum könnte Gold von hohen US-Schulden profitieren?
Steigende Schulden und anhaltende Inflation können das Vertrauen in Dollar und Staatsanleihen schwächen und die Nachfrage nach Gold als Wertspeicher erhöhen.