Perfektes Timing ist der Traum jedes Anlegers – doch was passiert, wenn man es so richtig falsch gemacht hat? Das zeigt ein Blick auf die Geschichte - und die Zahlen.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten zum Investieren den denkbar schlechtesten Moment erwischt: den 24. März 2000, den Tag, an dem der S&P 500 mit 1.527,46 Punkten seinen historischen Höchststand der Dotcom-Ära markierte. Wer an diesem Tag 10.000 US-Dollar in einen ETF auf den S&P 500 investiert hätte, hätte buchstäblich am Gipfel einer der größten Spekulationsblasen der Wirtschaftsgeschichte gekauft. Ein Albtraumszenario für jeden Anleger.

Und dennoch: Wer die Nerven behielt, konnte sein Vermögen bis heute um einen ansehnlichen Prozentsatz steigern. Ein Blick auf die Historie und die Zahlen.

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Investieren während der Dotcom-Blase: Euphorie und tiefer Fall

In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre herrschte an den Börsen eine Aufbruchstimmung, die ihresgleichen suchte. Das Internet würde alles verändern, glaubten viele Anleger – und diese Überzeugung war nicht falsch. Falsch war allerdings der Preis, den Investoren bereit waren, dafür zu zahlen. Unternehmen ohne Gewinne gingen zu astronomischen Bewertungen an die Börse. Pets.com, das Sinnbild des Dotcom-Crashs, wurde im Februar 2000 an der Börse gelistet – und noch im selben Jahr liquidiert.

Nach dem Hoch im März 2000 brach der S&P 500 innerhalb von zweieinhalb Jahren um 49 Prozent ein und erreichte im Oktober 2002 seinen Tiefpunkt bei 776,76 Punkten. Eine Katastrophe für alle, die eingestiegen waren.

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Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

„Time in the market beats timing the market"

Wer gehofft hatte, bis 2007 zumindest wieder auf null zu kommen, hatte Recht – der S&P 500 erholte sich und erreichte sein altes Niveau wieder. Doch kaum war die Wunde verheilt, schlug das nächste Desaster zu: Die globale Finanzkrise 2008/2009 halbierte den Index erneut. Wer am Hoch des Jahres 2000 eingestiegen war, musste also sage und schreibe rund 13 Jahre warten, bevor sein Investment erstmals in die Gewinnzone rutschte.

Die Anleger, die trotzdem durchgehalten haben, wurden aber üppig belohnt, auch wenn ihr Einstiegspunkt denkbar schlecht war: Ihr Investment legte trotz der Crashs bis heute um 430 Prozent zu und wuchs auf 53.120 US-Dollar an.

Die Erkenntnis daraus bringt die folgende Börsenweisheit auf den Punkt: „Time in the market beats timing the market" (auf Deutsch etwa: „Zeit im Markt schlägt Markt-Timing"). Der berühmte Satz des US-amerikanischen Milliardärs und Investors Ken Fisher soll verdeutlichen, dass die Haltedauer von Anlagen wichtiger ist als der Versuch, den perfekten Kauf- oder Verkaufszeitpunkt zu finden. Der Fehler, am absoluten Hoch zu kaufen, lässt sich mit der Zeit korrigieren. Der Fehler, danach panikartig zu verkaufen oder auf einen „besseren" Einstieg zu warten, hingegen oft nicht.

Weiterführende Links

Angst vorm Investieren am Peak? Was Anleger heute daraus lernen können

Die aktuelle Lage an den Märkten erinnert manche Beobachter an das Jahr 2000: hohe Bewertungen, dominiert von Tech-Werten und dem KI-Boom, Schlagzeilen über überhitzte Märkte. Ist jetzt ein schlechter Zeitpunkt zum Investieren?

Wenn man sich die Börsenhistorie vor Augen führt, dann muss man sagen: Es geht weniger um den objektiv „guten" oder „schlechten" Zeitpunkt – sondern mehr darum, ob man ausreichend Zeit zum Investieren hat oder nicht. Das heißt nicht, dass man gedankenlos in überhitzte Märkte springen sollte. Aber: Wer langfristig in ein breit gestreutes Portfolio investiert, etwa über Indexfonds auf den S&P 500 oder den MSCI World, hat historisch betrachtet immer profitiert – selbst wenn er am absoluten Hochpunkt eingestiegen ist.

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Häufige Fragen

Was wäre aus 10.000 Dollar geworden, die man am Hoch der Dotcom-Blase 2000 in den S&P 500 investiert hätte? 

Trotz des denkbar schlechtesten Einstiegszeitpunkts wären daraus bis heute rund 53.120 Dollar geworden – ein Gewinn von über 430 Prozent.

Wie lange musste man warten, um nach dem Dotcom-Crash wieder in der Gewinnzone zu sein? 

Wer am 24. März 2000 investiert hat, musste rund 13 Jahre Geduld aufbringen – und unter anderem auch die Finanzkrise 2008/2009 aussitzen –, bevor sein Investment erstmals im Plus stand.

Was ist für Privatanleger die wichtigste Lektion aus der Dotcom-Blase? 

Wahrscheinlich die Börsenweisheit: „Time in the market beats timing the market". Wer breit gestreut investiert und Krisen aussitzt, wird langfristig belohnt – selbst wenn er am absoluten Hochpunkt eingestiegen ist.

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