Mit Spannung wurden am Mittwoch die neuen US-Inflationsdaten erwartet, denn diese sind entscheidend für die weitere Zinspolitik in den USA. Um 14:30 Uhr erfolgte die Veröffentlichung - das wurde gemeldet.

Die US-Verbraucherpreise sind im Monat Mai in der Headline wie erwartet ausgefallen. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich eine Teuerungsrate von 4,2 Prozent (wie von Marktbeobachtern prognostiziert). Auch die Kernrate lieferte mit 2,9 Prozent keine Überraschungen.

Gegenüber dem Vormonat fiel der Anstieg derweil beim CPI (Consumer Price Index) ohne die Preise für Energie und Essen mit 0,2 Prozent statt 0,3 Prozent leicht schwächer aus, wie das U.S. Bureau of Labor Statistics mitteilte.

Die Entwicklung von Inflationsrate und Kernrate über die Zeit zeigt der folgende Chart der Commerzbank:

Die Inflationsrate (gelb) und die Kernrate ohne Lebensmittel- und Energiepreise ()schwarz
Commerzbank Research
Die Inflationsrate (gelb) und die Kernrate ohne Lebensmittel- und Energiepreise ()schwarz

So reagieren die Börsen

Die Inflation in den USA zieht also weiter an, jedoch bislang nicht stärker als erwartet. Infolgedessen konnten die Futures, die vorbörslich in den USA im Minus lagen, leicht anziehen. Der S&P 500 reduzierte seinen Verlust von 0,83 Prozent in einer ersten Reaktion auf 0,56 Prozent. Auch Dow und Nasdaq reagierten ähnlich.

Der DAX reagierte derweil kaum auf die Meldung und sprang nur um 15 Punkte nach oben. Gold, Silber und Bitcoin konnten nach den Zahlen zulegen, befinden sich aber auf Tagesbasis weiter im Minus.

Das bedeuten die Nachrichten für die Zinsentwicklung

Für die Erwartungen an die US-Zinsen bedeuten die Zahlen zur Inflation zunächst keine großen Veränderungen. US-Staatsanleihen zeigten sich in Reaktion auf die Daten kaum verändert.

Laut Fed Watch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Fed die Zinsen beim nächsten Meeting am 17. Juni nicht ändert, nun bei 98 Prozent. Im Vorfeld der Veröffentlichung waren es 99 Prozent gewesen.

Es bleibt für den weiteren Verlauf des Jahres das wahrscheinlichste Szenario, dass die US-Notenbank entgegen dem Willen von US-Präsident Donald Trump die Zinsen weiter erhöhen wird. Mit 44 Prozent stehen die Chancen auf eine Anhebung bis Dezember am höchsten.

Vorerst keine Impulse

In einer ersten Reaktion bleiben also die großen Impulse für die Börsen aus. Für die Fed heißt es damit weiter, auf Sicht zu fahren und weitere Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Preisentwicklung abzuwarten.

Commerzbank-Ökonom Christoph Balz kommentierte in einer ersten Stellungnahme: "Die weitere Inflationsentwicklung hängt vor allem vom Ölpreis und damit der Lage am Persischen Golf ab. In unserem Basisszenario erwarten wir, dass der Ölpreis bis Ende August um 100 Dollar schwankt, je nach Nachrichtenlage. Mit 4,2 Prozent könnte die Inflationsrate daher bereits den Höhepunkt erreicht haben. Unter der Annahme, dass sich danach der Konflikt entspannt und der Ölpreis wieder fällt, sollte die Inflation ab Herbst wieder nachlassen."

Unter dem Strich bleibt die Inflation aber weit von dem eigentlichen 2-Prozent-Ziel der Notenbank entfernt - was im Kontext des weiterhin starken US-Arbeitsmarktes die Frage nach Maßnahmen aufwirft.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Wie sind die US-Inflationsdaten ausgefallen?

Die US-Verbraucherpreise für den Monat Mai sind wie erwartet ausgefallen. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich eine Teuerungsrate von 4,2 Prozent (wie von Marktbeobachtern prognostiziert). Auch die Kernrate lieferte mit 2,9 Prozent keine Überraschungen.

Wie könnte die Reaktion der Fed auf die Inflationszahlen ausfallen?

Laut Fed Watch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für keine Änderung der Zinsen durch die Fed beim nächsten Meeting (17. Juni) nun bei 98 Prozent. Im Vorfeld der Veröffentlichung waren es 99 Prozent gewesen.

Wie reagieren die Börsen auf die Inflationszahlen?

Infolge der Veröffentlichung konnten die vorbörslich in den USA im Minus liegenden Futures am MIttwochnachmittag leicht anziehen. Der S&P 500 reduzierte seinen Verlust von 0,83 Prozent in einer ersten Reaktion auf 0,56 Prozent. Auch Dow und Nasdaq reagierten ähnlich.