Die UniCredit will berichten zufolge bei der Commerzbank radikal durchgreifen. Geht es jetzt mit der Übernahme des deutschen Geldhauses plötzlich ganz schnell?

Die italienische Großbank Unicredit drückt bei ihrer angestrebten Übernahme der Commerzbank einem Pressebericht zufolge aufs Tempo. Nachdem der Kampf um die Transaktion bereits seit Jahren andauert, könnte es nun ganz schnell gehen.

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So will Unicredit-Chef Andrea Orcel alle zehn Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner austauschen und Vorstandschefin Bettina Orlopp absetzen, berichtete die "Financial Times" ("FT") am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Das wolle Orcel über eine außerordentliche Hauptversammlung erreichen, die nach Erhalt aller nötigen behördlichen Freigaben stattfinden solle. In einem grundlegenden Szenario würde es bis Ende Februar dauern, Kontrolle über die Commerzbank zu erlangen, im besten Fall gelinge es aber auch schon im Januar. Bisher hatten die Italiener das zweite Quartal 2027 in Aussicht gestellt.

Orcel wolle auch den Forderungen der Bundesregierung eine Absage erteilen, weiterhin mit zwei Sitzen im künftigen Aufsichtsrat vertreten zu sein, schreibt die "FT". Der Bund ist mit einem Anteil von - aktuell nach Aktienrückkäufen der Commerzbank - gut 13 Prozent zweitgrößter Aktionär. Ein Sprecher der Unicredit wollte sich auf Anfrage nicht zu dem "FT"-Bericht äußern.

Wie geht es mit der Commerzbank-Aktie weiter?

Diese möglicherweise radikalen Maßnahmen der UniCredit überraschen, hatten sich doch Signale aus Berlin und Frankfurt für mehr Gesprächsbereitschaft gezeigt. Doch bisher handelt es sich hierbei nur um Berichte und Gerüchte.

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Commerzbank (WKN: CBK100)

Enthält Material von dpa-AFX

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Häufig gestellte Fragen

Was plant Unicredit-Chef Andrea Orcel konkret bei der Commerzbank?

Laut einem Bericht der Financial Times will Orcel alle zehn Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner austauschen und Vorstandschefin Bettina Orlopp absetzen. Dies soll über eine außerordentliche Hauptversammlung nach Erhalt aller behördlichen Freigaben erreicht werden. Damit würde Unicredit deutlich früher die Kontrolle übernehmen als bisher geplant – im besten Fall bereits im Januar, im Grundszenario bis Ende Februar.

Warum überrascht Orcels aggressiver Kurs gegenüber der Bundesregierung?

Zuletzt hatten sich Signale aus Berlin und Frankfurt für mehr Gesprächsbereitschaft gezeigt, weshalb ein so offensives Vorgehen unerwartet kommt. Dennoch will Orcel laut Financial Times den Forderungen der Bundesregierung nach zwei Aufsichtsratssitzen im künftigen Gremium eine Absage erteilen. Der Bund hält aktuell gut 13 Prozent der Commerzbank-Anteile und ist damit zweitgrößter Aktionär nach Unicredit.

Wie zuverlässig sind die aktuellen Berichte über die Unicredit-Pläne?

Bei den Meldungen handelt es sich bislang ausschließlich um Berichte der Financial Times, die sich auf mit der Sache vertraute Personen beruft. Ein Unicredit-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Anleger sollten die weiteren Entwicklungen daher abwarten, bevor sie Schlussfolgerungen für ihre Investitionsentscheidungen ziehen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.