Der DAX fällt nach den Midterms in den USA. Das steckt dahinter. Außerdem im Fokus: Bitcoin, Midterms, Ahold Delhaize, Siltronic, Vonovia, Auto1, Continental, Fresenius.

Der Ausgang der Zwischenwahlen in den USA dürfte den Dax am Mittwoch zunächst etwas belasten. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,14 Prozent auf 25.828 Punkte.

In den USA droht nun das, was die Wall Street "Gridlock" nennt - politischer Stillstand. Denn auf der einen Seite steht der republikanische US-Präsident Donald Trump und auf der anderen wohl künftig ein von Demokraten dominierter Kongress. Dies sagen zumindest aktuelle Hochrechnungen. Es wäre eine herbe Niederlage für Trump. Trump selbst hat unterdessen den Demokraten bereits zum Sieg gratuliert.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, sprach angesichts des Triumphs der Demokraten von einem blauen Tsunami. "Ursächlich für die Wahlpleite der Republikaner war die hohe Teuerung, aber auch der Bau von KI-Rechenzentren sorgt zunehmend für Frust in großen Teilen der Bevölkerung."

An den Finanzmärkten sorge man sich wohl um eine stärkere Regulierung des KI-Sektors durch die Demokraten, erklärte Gitzel zunächst die Kursverluste am Mittwoch. Doch Anleger sollten die erste Reaktion an den Finanzmärkten nicht überinterpretieren, schrieb er mit Verweis auf die Historie. So habe es in den letzten 75 Jahren in den 100 Tagen nach den Zwischenwahlen immer ein kräftiges Plus gegeben

DAX (WKN: 846900)

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Ahold Delhaize rechnet mit Belastungen durch Cyberangriff

Der Hackerangriff dürfte den Umsatz im vierten Quartal um 200 bis 250 Millionen Euro und das operative Ergebnis um 75 bis 100 Millionen Euro mindern. Betroffen waren vor allem Online-Funktionen in den Benelux-Ländern und den USA sowie Lieferkettenprozesse in den Benelux-Ländern. Für 2026 erwartet der Konzern ein geringeres Gewinnwachstum und einen etwas niedrigeren Mittelzufluss, kündigte aber zugleich einen Aktienrückkauf über eine Milliarde Euro ab Anfang 2027 an.

Europäische Aktien-ETFs gefragt, Bitcoin unter Verkaufsdruck

Anleger kauften vor allem globale und europäische Aktien-ETFs, während deutsche Aktienfonds überwiegend verkauft wurden. Höhere Renditen lenkten die Nachfrage auf Unternehmensanleihen, während Staatsanleihen weniger gefragt waren. Nach dem Binance-Hack standen Bitcoin-ETFs unter Verkaufsdruck, während Anleger bei Gold und Silber zugriffen.

Siltronic-Aktie legt nach angehobenen Jahreszielen zu

Die Siltronic-Aktie stieg im Tradegate-Handel nach Quartalszahlen und einer Anhebung der Jahresziele zeitweise um fast sechs Prozent. Ein Händler bewertete das dritte Quartal als stark und verwies auf die KI-getriebene Nachfrage nach Wafern. Damit könnte die Erholung nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Monate an Schwung gewinnen.

Vonovia lehnt Vergesellschaftungspläne in Berlin ab

Vonovia-Chef Luka Mucic kritisierte die Pläne einer möglichen rot-grün-roten Koalition, rund 160.000 Wohnungen zu vergesellschaften, und verwies auf fehlenden Neubau sowie mögliche Folgen für Investitionen. In Deutschland fehlten nach seinen Angaben rund 1,4 Millionen Wohnungen; Abhilfe schafften vor allem mehr Bauen und Investitionen. Vonovia besitzt mit Deutsche Wohnen gut 130.000 Wohnungen in Berlin und beziffert die durchschnittliche Kaltmiete dort auf knapp über 500 Euro.

Auto1 steigert Umsatz und Gewinn kräftig

Auto1 verkaufte im dritten Quartal gut 242.800 Fahrzeuge, elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um gut zehn Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro, während das bereinigte operative Ergebnis um 46 Prozent auf knapp 76 Millionen Euro zulegte. Das Unternehmen hält an seinen Jahreszielen von 940.000 bis einer Million verkauften Fahrzeugen und 250 bis 275 Millionen Euro operativem Gewinn fest.

Continental hebt Gewinnprognose nach starkem Quartal an

Continental erwartet für das Gesamtjahr nun eine bereinigte EBIT-Marge von 13,4 bis 14,0 Prozent statt zuvor 12,0 bis 13,5 Prozent. Im dritten Quartal stieg das bereinigte operative Ergebnis um knapp sieben Prozent auf 514 Millionen Euro, während der Umsatz um gut elf Prozent auf 3,45 Milliarden Euro sank. Die Umsatzprognose für das Jahr wurde auf 13,5 bis 13,9 Milliarden Euro eingegrenzt.

Fresenius sieht Gewinnwachstum am oberen Ende der Prognose

Fresenius rechnet 2026 beim währungsbereinigten bereinigten Gewinn je Aktie mit einem Wachstum in der oberen Hälfte der Zielspanne von zehn bis 15 Prozent. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 5,8 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT um elf Prozent auf 638 Millionen Euro und der bereinigte Konzerngewinn um 15 Prozent auf 403 Millionen Euro. Biosimilars und das Klinikgeschäft entwickelten sich positiv, während das Umsatzziel bestätigt wurde.

Bitcoin erholt sich nach US-Zwischenwahlen, Nachfrage bleibt schwach

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang auf rund 75.700 US-Dollar legte Bitcoin wieder zu, während auch Ethereum und XRP stiegen. Die veränderten Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress sorgten für Unsicherheit über die weitere Krypto-Gesetzgebung, insbesondere den CLARITY Act. Der Coinbase Premium Index blieb laut Bericht negativ und deutete damit auf weiterhin schwache Nachfrage aus den USA hin.

Enthält Material von dpa-AFX

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