Software- und KI-Aktien wurden vergangene Woche regelrecht abgestraft. Doch Star-Analyst Dan Ives wittert jetzt Kaufchancen. Besonders bei einem SAP-Konkurrenten könnte sich ein Einstieg lohnen.

Eine „Albtraumwoche“ haben viele KI- und Softwareaktien hinter sich. Dan Ives, Analyst bei Yorkville, gibt sich dennoch äußerst optimistisch für die zuletzt abgestraften Tech-Aktien. Eine davon ist der SAP-Konkurrent ServiceNow, dessen Aktie nach den Quartalszahlen in nur einer Woche um rund ein Drittel abgestürzt ist. Doch auch andere Software-Aktien bieten Ives zufolge nun interessante Einstiegsgelegenheiten. Sein Optimismus gründet unter anderem auf einem spannenden Zusammenhang zwischen den KI-Investitionen und den Softwareumsätzen.

Die Gründe für den Crash von ServiceNow

Eigentlich legte das Unternehmen solide Zahlen für das dritte Quartal 2026 vor. Der Umsatz lag mit 4,11 Milliarden US-Dollar leicht über den Erwartungen von 4,09 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,00 Dollar lag dagegen minimal unter den Erwartungen von 1,02 Dollar. Die bereinigte operative Marge übertraf mit 32,5 Prozent die Erwartungen von 31 Prozent deutlich. Alles in allem zwar kein Zahlenfeuerwerk, aber weit entfernt von einer deutlichen Verfehlung.

Der Haken lag vielmehr im Ausblick auf das vierte Quartal: Das Unternehmen rechnete nur noch mit einem cRPO-Wachstum von 18,5 Prozent und verfehlte damit die Erwartungen von 19,7 Prozent deutlich. Die cRPO umfassen vertraglich gesicherte Umsätze, die innerhalb der nächsten zwölf Monate verbucht werden sollen. Ihr Wachstum dürfte nun von 21 Prozent im dritten Quartal auf 18,5 Prozent im vierten Quartal zurückgehen. Das ließ die Sorgen der Anleger wieder aufflammen, dass die schnelle Entwicklung und Verbreitung von Künstlicher Intelligenz die Geschäftsgrundlage vieler Softwareunternehmen gefährden könnte.

Auch viele andere Softwareunternehmen gerieten mit in den Abwärtsstrudel: Die Salesforce-Aktie verlor auf Wochensicht rund zehn Prozent, SAP kam mit einem Minus von vier Prozent etwas glimpflicher davon.

Warum Dan Ives trotzdem optimistisch für den Softwaresektor bleibt

Im aktuellen Kursrückgang von ServiceNow und Salesforce sieht Ives eher eine Kaufgelegenheit als ein Warnsignal. Grund dafür ist eine Analyse der Zusammenhänge zwischen den KI-Investitionen und den Softwareumsätzen:

„Wir haben die Mitschriften der Telefonkonferenzen zu den Quartalszahlen der Unternehmen aus dem IGV-Softwareuniversum sowie der von uns beobachteten Cybersicherheitsunternehmen bis Anfang 2023 zurück ausgewertet. Dabei haben wir untersucht, was die Managementteams über die KI-Nachfrage gesagt und welche KI-Umsätze sie offengelegt haben. Diese Angaben haben wir anschließend mit den Investitionsausgaben der Hyperscaler, den Analystenschätzungen, den Auftragseingängen und den Bewertungen auf Bloomberg verglichen“, schrieb Ives in einer Mitteilung an seine Kunden.

„Die Zahlen zeigen, dass sich KI-Investitionen mit einer Verzögerung von etwa zwei Jahren in Softwareumsätze umwandeln. Die ersten Wendepunkte bei den Auftragseingängen treten nun wie erwartet ein.“

Dan Ives mahnte jedoch, im Softwaresektor selektiv vorzugehen, da nicht jedes Unternehmen eine gute Investition sei. Als Beispiel für ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell durch KI gefährdet sein könnte, nannte er Adobe.

Die Favoriten-Aktien von Dan Ives im Softwarebereich

Bei ServiceNow bleibt Ives also nach wie vor optimistisch. Er betonte, dass das Unternehmen seinen zusätzlichen jährlichen Vertragswert (Net New ACV) im KI-Geschäft um 65 Prozent gesteigert und sein KI-Jahresziel bereits zum zweiten Mal angehoben hat. Sein Kursziel beträgt 160 US-Dollar und damit 51 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Auch Salesforce ist seiner Meinung nach gut positioniert, insbesondere im Bereich der KI-Agenten: „Die verbleibenden kurzfristigen Leistungsverpflichtungen (Current RPO) von Salesforce wachsen um 13,9 Prozent und damit so schnell wie seit Anfang 2023 nicht mehr. Agentforce erreicht inzwischen einen Wert von 1,5 Milliarden Dollar und wächst im Jahresvergleich um 240 Prozent.“

Fazit

Dan Ives bleibt trotz der jüngsten Panikverkäufe im KI- und Softwaresektor optimistisch. Insbesondere ServiceNow und Salesforce dürften seiner Einschätzung nach von KI profitieren. Wichtig sei jedoch, im Softwaresektor selektiv vorzugehen und die KI-Gewinner von den KI-Verlierern zu unterscheiden.

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Häufig gestellte Fragen:

Warum ist die ServiceNow-Aktie so stark gefallen?

Vor allem der schwächer als erwartete Ausblick auf das Wachstum der vertraglich gesicherten Umsätze sowie Sorgen vor einer Verdrängung durch KI belasteten die Aktie.

Warum sieht Dan Ives jetzt eine Kaufchance?

Ives erwartet, dass sich die hohen KI-Investitionen mit einer Verzögerung von etwa zwei Jahren zunehmend in steigenden Softwareumsätzen niederschlagen.

Welche Software-Aktien hält Dan Ives für besonders interessant?

Insbesondere ServiceNow und Salesforce sieht Ives als Profiteure des KI-Booms. Anleger sollten seiner Meinung nach jedoch selektiv vorgehen.