Der DAX hat am Dienstag weiter sein Rekordhoch im Blick. Das bewegt den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: KOSPI, Mercedes, Teamviewer, Philips, J&J, Öl, Iran, Nvidia, SpaceX und Bitcoin.

Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger am Dienstagnachmittag vorsichtiger geworden. Die zur Wochenmitte anstehende Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed und die erwarteten Quartalsberichte weiterer US-Schwergewichte aus dem Techsektor werfen ihre Schatten voraus.

Nach einem guten Vormittag im Zuge weiter nachgebender Energiepreise und sinkender Inflationsgefahr kam der Dax wie schon zu Wochenbeginn letztlich über die Marke von 25.550 Punkte kaum hinaus. Zuletzt gab er seine Gewinne nahezu vollständig ab beim Stand von 25.370 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,73 Prozent auf 32.341 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,2 Prozent nach.

Weltweit leiden Aktien mit KI-Bezug unter Sorgen vor wachsender China-Konkurrenz und ausufernden Finanzierungsnotwendigkeiten. Im Dax wurden Infineon mit minus 5,6 Prozent davon mit nach unten gezogen. Siemens Energy, bisher ein Profiteur des hohen Strombedarfs von KI-Rechenzentren, büßten 4,2 Prozent ein.

Am Mittwoch und Donnerstag folge der nächste Härtetest, wenn mit Microsoft, Meta, Apple und Amazon vier der wichtigsten Tech-Konzerne der Welt ihre Quartalszahlen vorlegen, kommentierte der Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. "Nach den ersten Rissen im KI-Boom dürften genau diese Zahlen den Takt für die Börsen in den kommenden Tagen und Wochen vorgeben. Sie werden zeigen, ob der KI-Zug wieder Fahrt aufnimmt - oder ob aus Euphorie endgültig Skepsis wird."

Im vorderen Dax-Feld verbuchten am Dienstag Aktien aus der "Old economy", insbesondere Autowerte, deutliche Kursgewinne nach gut aufgenommenen Quartalszahlen von Mercedes. Mercedes kappte nach einem schwachen Quartal zwar die Umsatzprognose, das Pkw-Margenziel steht aber. Händler und Analysten waren zufrieden, die Anteile gewannen 2,6 Prozent nach zuvor noch höherem Zuwachs. Andere Autowerte wie BMW, Volkswagen sowie Daimler Truck legten ebenfalls kräftig zu.

Auf dem ersten Platz im Dax standen die Aktien von Rheinmetall mit einem Plus von 4 Prozent; sie könnten nun ihren seit Januar laufenden Abwärtstrend brechen. Rüstungswerte waren insgesamt gefragt.

Beiersdorf und Henkel zogen infolge starker Quartalszahlen des britischen Konsumgüterherstellers Unilever um 2,4 beziehungsweise 1,6 Prozent an.

Software- und IT-Aktien waren wie schon am Vortag überwiegend stark. Für die Papiere von Nemetschek ging es nach der Bekräftigung der Jahresziele um mehr als 5 Prozent nach oben; inklusive eines Zukaufs wurden die Ziele angepasst. Bechtle sprangen gar um mehr als 14 Prozent hoch, nachdem der IT-Dienstleister die Prognose für das Gesamtjahr erhöht hatte. Teamviewer wies einen weiteren Umsatzrückgang aus, ließ die Prognose aber unverändert. Die Papiere drehten nach schwachem Start letztlich klar ins Plus und gewannen am Nachmittag mehr als 3 Prozent.

Exane BNP Paribas stufte die Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care (FMC) von "Neutral" auf "Underperform" ab. FMC gaben daraufhin um 2,2 Prozent nach. In die andere Richtung mit plus 4,5 Prozent ging es für die Titel des Düngerherstellers K+S, hier votiert Exane BNP nun mit "Outperform" statt zuvor "Underperform".

Börsen USA

Die New Yorker Nasdaq-Börse entkommt auch am Dienstag nicht den jüngsten Turbulenzen im Chipsektor. Während der stärker mit Standardwerten bestückte Wall-Street-Index Dow Jones Industrial dank einiger guter Quartalsberichte auf den dritten positiven Handelstag in Folge zusteuert, treiben KI-Profiteure den Anlegern immer mehr die Sorgenfalten auf die Stirn.

Der Dow kam nach einer Handelsstunde mit 52.608 Punkten auf ein Plus von 0,9 Prozent. Der breit aufgestellte S&P 500 konnte ihm mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 7.401 Zähler nicht folgen.

Vor allem aber sackte der Nasdaq 100 nochmals um 1,7 Prozent auf 27.561 Punkte ab. Damit bahnt sich bei dem technologielastigen Leitindex der fünfte schwache Handelstag an. Mittlerweile hat er mehr als zehn Prozent vom Rekordhoch verloren. Börsianer sprechen bei diesem Umfang für gewöhnlich von einer Korrektur.

Bedenken, dass sich immense Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) letztlich nicht rechnen, paaren sich neuerdings mit Sorgen vor Konkurrenz aus China. Die Kursverluste wurden unter den lange Zeit stark gelaufenen Aktien aus Sektoren mit KI-Bezug im frühen Handel immer größer.

Um bis zu 16 Prozent ging es bei den Speicherherstellern Sandisk, Seagate und Western Digital bergab. Der Kurs von Sandisk hat sich mittlerweile binnen eines Monats fast halbiert. Bei den Chipkonzernen Marvell Technology und Micron sah es mit einem ebenfalls prozentual zweistelligen Minus kaum besser aus.

Positiv von sich reden machen im Tech-Sektor neuerdings eher Software-Aktien mit einer breiten Erholung, die sich am Dienstag bei Werten wie Microsoft und Salesforce fortsetzte. Für Aufmerksamkeit sorgte noch Apple mit einem Börsenwert, der erstmals die Schwelle von fünf Billionen US-Dollar erreichte. Im Rennen um das wertvollste Unternehmen wurde der kürzlich noch führende Chiphersteller Nvidia längst wieder durch den iPhone-Hersteller verdrängt. Zuletzt legte dessen Kurs um 0,4 Prozent zu, während jener von Nvidia in ähnlichem Maße nachgab.

Unter den Dow-Werten profitierten Aktien von Sherwin Williams, Coca-Cola und Boeing deutlich von ihren Zahlenvorlagen, bevor in den kommenden Tagen die Schwergewichte Microsoft, Meta, Amazon und Apple den Fokus wieder stärker auf den Technologiesektor richten.

Sherwin Williams sprang um acht Prozent hoch, nachdem der Farben- und Beschichtungshersteller seine bereinigte Gewinnprognose je Aktie für das Gesamtjahr anhob. Der Softgetränke-Hersteller Coca-Cola überzeugte angesichts eines Anstiegs um fast sieben Prozent mit seinem Quartalsgewinn je Aktie. Bei Boeing sorgte es mit fast fünf Prozent Plus für Freude, dass der Flugzeugbauer einen überraschend starken bereinigten freien Barmittelzufluss bekannt gab.

Bei UPS führte es nicht mehr zu Kursgewinnen, dass der Logistiker seine Prognosen erhöhte. Die Aktien sackten um fast fünf Prozent ab. Die Fokussierung auf margenstärkere Sendungen hat eine Kehrseite, denn das Unternehmen warnte nach dem Rückfahren der Geschäftsbeziehung mit Amazon vor einem geringeren Liefervolumen. Anleger zeigten sich mit Blick auf die zweite Jahreshälfte verunsichert.

DAX (WKN: 846900)

Aktien Deutschland

Teamviewer weiter mit Umsatzrückgang - Prognose steht aber

Der Fernwartungssoftwarespezalist Teamviewer hat auch im zweiten Quartal Umsatz eingebüßt. Mit 182,7 Millionen Euro ging der Erlös im Jahresvergleich um 4,1 Prozent zurück, wie das im SDax notierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Währungsbereinigt seien es nur 1,4 Prozent Rückgang gewesen, hieß es von den Göppingern. Mit dem Umsatz verfehlte Teamviewer die Erwartung der von Bloomberg befragten Experten. Das Unternehmen sprach von vorübergehenden Wachstumsdämpfern.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging um 6 Prozent auf 78,9 Millionen Euro zurück, was Analysten in etwa auch geschätzt hatten. Unter dem Strich stieg der Gewinn um ein Drittel auf 30,1 Millionen Euro. Hier hatten Währungsaufwendungen ein Jahr zuvor deutlich negativer zu Buche geschlagen.

Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen. Teamviewer-Chef Oliver Steil will währungsbereinigt beim Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau oder bis zu 3 Prozent darüber landen. Nach sechs Monaten steht hier ein Minus von fast einem Prozent zu Buche. Steil setzt auf eine Trendwende im Geschäft mit größeren Unternehmenskunden (Enterprise-Sparte) beim Zukauf 1E, dem zuvor viele Kunden abhanden gekommen waren. Zudem soll das Produktbündel Teamviewer One bei den lukrativeren Kunden Schub geben. Auch bei den kleinen und mittleren Kunden sieht das Management eine Stabilisierung bei der Kundenabwanderung.

Mercedes kappt nach schwachem Quartal Umsatzprognose - Pkw-Margenziel steht

Der Autobauer Mercedes-Benz hat im wichtigen Pkw-Geschäft auch im zweiten Quartal wegen der Krise im einstigen Wachstumsmarkt China Federn lassen müssen. Weil der Wettbewerbsdruck in der Volksrepublik nach wie vor hoch ist, kappte der Dax-Konzern am Dienstag seinen Umsatzausblick für das laufende Jahr und geht nur noch von einem Erlös leicht unter dem Vorjahreswert aus statt auf Vorjahresniveau, wie die Stuttgarter mitteilten. Zudem nahmen die Schwaben wegen der schwierigen Geschäfte in China eine Wertminderung auf die dortigen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 704 Millionen Euro vor. Die am Kapitalmarkt viel beachtete operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten im Pkw-Geschäft sackte im Jahresvergleich im zweiten Quartal um 1,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent ab. Das war allerdings etwas mehr als von Analysten erwartet.

Mercedes hat derzeit neben den Einfuhrzöllen in die USA vor allem mit dem schwachen Verkauf in der Volksrepublik zu kämpfen. Mercedes-Chef Ola Källenius setzt weiter auf eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte mit frischen Modellen und bestätigte damit die Jahresprognose für das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern sowie für die operative Marge im Pkw-Geschäft. Auf Konzernebene ging der Umsatz um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um gut ein Fünftel auf 1,55 Milliarden Euro zu, weil es in der Lieferwagensparte Vans und bei den Finanzdienstleistungen deutliche Zuwächse gab. Unter dem Strich stieg das Konzernergebnis um 13,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Es war der erste Anstieg des Quartalsgewinns seit drei Jahren.

Bechtle und Nemetschek sehr gefragt nach Jahreszielen

Gute Nachrichten aus der deutschen Software- und IT-Branche haben am Dienstag die Aktien von Nemetschek und Bechtle beflügelt. Die Anteilsscheine von Nemetschek verteuerten sich um 7,1 Prozent auf 64,25 Euro und kletterten damit auf ein Hoch seit Juni. Im laufenden Jahr steht aber immer noch ein Verlust von mehr als 30 Prozent zu Buche.

Für die Papiere von Bechtle ging es nach angehobenen Jahreszielen des IT-Dienstleisters zuletzt um knapp 14 Prozent auf 36,78 Euro nach oben an die Spitze des MDax. Sie überwanden erstmals seit Anfang Februar wieder die 200-Tage-Linie, die als technischer Indikator für den längerfristigen Trend gilt und reduzierten ihren Jahresverlust auf rund 16 Prozent.

Nemetschek passte nach der Übernahme des US-Anbieters HCSS seine Jahresprognose an. Organisch - also ohne den Zukauf gerechnet - bestätigte der Bausoftwarespezialist das anvisierte Umsatzwachstum mit 14 bis 15 Prozent. Die bessere Margenentwicklung und der potenziell konservative Ausblick für HCSS seien kleine Pluspunkte für Nemetschek, kommentierte JPMorgan-Analyst Joseph George.

Bechtle befindet sich nach dem schwierigen Vorjahr weiter auf der Erholungsspur. Das Unternehmen erhöhte nach einem überraschend guten zweiten Quartal seinen Jahresausblick für Umsatz und Vorsteuerergebnis.

Die Resultate des IT-Dienstleisters seien sehr stark ausgefallen, lobte der Experte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies. Aufgrund der guten Dynamik und der historisch gesehen weit unterdurchschnittlichen Bewertung zähle die Aktie weiterhin zu seinen Top-Favoriten unter den Nebenwerten.

Für Harald Hof von MWB Research spiegeln die erhöhten Jahresziele nicht nur das starke zweite Quartal wider, sondern auch eine bessere Berechenbarkeit der Geschäftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte. Die Nachhaltigkeit der aktuellen Dynamik dürfte jedoch vom Beitrag des organischen Wachstums, dem Umsatzmix sowie den Auswirkungen der Kostenstruktur von Bechtle abhängen.

Aktien International

Sandisk-Aktie verliert binnen eines Monats rund 34 Prozent

Sandisk-Aktien fielen am Montag um rund 11 Prozent und setzten damit einen Ausverkauf fort, der die Aktie seit ihrem 52-Wochen-Hoch von rund 2.354 Dollar Ende Juni um etwa 34 Prozent zurückgeworfen hat – trotz eines noch immer außergewöhnlichen Jahresgewinns von nahezu 500 Prozent. Die jüngste Volatilität zeigt sich besonders deutlich: Nach einer Tagesrally von 14 Prozent am 21. Juli wurden die Gewinne bereits am Folgetag wieder vollständig ausgelöscht. Der Rückgang spiegelt die breitere Korrektur im Speicherchipsektor wider.

SpaceX verliert seit Höchststand über 1,2 Billionen Dollar Marktwert

SpaceX-Aktien sind seit ihrem Juni-Hoch von 225,64 Dollar auf rund 113,50 Dollar gefallen – ein Wertverlust von über 1,2 Billionen Dollar, was nahezu der gesamten Marktkapitalisierung von Tesla entspricht. Die Aktie verzeichnete in den vergangenen 16 Handelstagen 13 Rückgänge, wobei der Optionsmarkt ein gemischtes Bild zeigt: Während institutionelle Akteure überwiegend Put-Absicherungen kaufen, setzen Kleinspekulanten auf unwahrscheinliche Verdoppelungs-Szenarien. Zusätzlichen Druck dürfte die erste Ergebnisveröffentlichung seit dem Börsengang am 6. August bringen, da danach bis zu 911,5 Millionen gesperrte Aktien zum Verkauf freigegeben werden.

Tech-Ausverkauf zieht Bitcoin unter 63.500 Dollar – Fed-Entscheidung im Fokus

Zweifel an der Finanzierbarkeit des KI-Booms – ausgelöst durch Berichte über Nvidias geplante 250-Milliarden-Dollar-Garantie für das OpenAI-Rechenzentrum – und ein auf Monatshoch gestiegener US-Dollar vor der Fed-Zinsentscheidung lösten einen breiten Marktausverkauf aus. Besonders stark betroffen waren südkoreanische Chiphersteller wie Samsung und SK Hynix mit Verlusten von rund 10 Prozent, was zeitweise den Handel unterbrach; der japanische Nikkei verlor über Nacht rund 4 Prozent, Nvidia büßte rund 5 Prozent ein. Bitcoin fiel in diesem Umfeld um rund 3 Prozent auf unter 63.500 Dollar, zeigte sich damit aber vergleichsweise stabil gegenüber dem Technologiesektor.

Johnson & Johnson will Talkum-Klagen mit milliardenschwerem Vergleich beilegen

Johnson & Johnson hat im jahrelangen Rechtsstreit um angeblich krebserregende Talkumprodukte einem milliardenschweren Vergleich zugestimmt. Der US-Pharmakonzern will 5,5 Milliarden US-Dollar zur Beilegung der Klagen bereitstellen, wie er am Montag mitteilte. Voraussetzung ist, dass sich führende Klägerkanzleien auf Landes- und Bundestaatenebene der Einigung anschließen. Mindestens 95 Prozent der verbleibenden Klagen wegen mutmaßlich durch Talkum verursachten Eierstockkrebs müssen sich zudem am Vergleich beteiligen. Die vorgeschlagene Einigung stelle einen "effizienten Abschluss" der Klagewelle dar, hieß es von Johnson & Johnson.

Mit der Einigung könnte ein Rechtsstreit beendet werden, der den Konzern seit mehr als 15 Jahren belastet. Die Klägerinnen werfen dem Hersteller vor, dass sein Baby-Puder und andere Talkumprodukte mit Asbest verunreinigt gewesen seien und Krebs verursacht hätten. Das Unternehmen wies die Vorwürfe stets zurück, stellte den Verkauf des talkumbasierten Baby-Puders jedoch 2020 zunächst in den USA und dann 2023 auch weltweit ein. Zuletzt war der Konzern mit rund 76.000 Klagen konfrontiert. Im Juni hatte Johnson & Johnson mitgeteilt, insgesamt 11 Milliarden US-Dollar für die Talkum-Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt zu haben.

"Obwohl wir überzeugt sind, dass sich das Unternehmen bei einer Fortsetzung der Verfahren letztlich durchgesetzt hätte - wie bereits in der überwiegenden Mehrzahl der bislang verhandelten Fälle -, ermöglicht uns diese Einigung, das Thema hinter uns zu lassen und uns auf unsere Mission zu konzentrieren, Medikamente und Medizintechnik zu entwickeln, die Leben retten", erklärte Erik Haas, Vizepräsident für Rechtsstreitigkeiten bei Johnson & Johnson, in einer Stellungnahme auf der Unternehmenswebsite.

Rückzahlung von US-Zöllen: Philips erhöht Margenprognose

Der Medizintechnikkonzern Philips hat seine Renditeziele für das laufende Jahr wegen der Rückzahlung von US-Zöllen angehoben. Die bereinigte Marge gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) soll nun 13,5 bis 14,0 Prozent erreichen, wie der Konkurrent von Siemens Healthineers am späten Montagabend mitteilte. Zuvor hatte die Prognose jeweils einen Prozentpunkt niedriger gelegen. Auch für den freien Mittelzufluss zeigte sich das Management nun zuversichtlicher. Die Umsatzprognose blieb hingegen bestehen.

Im zweiten Quartal stieg die bereinigte operative Marge (Ebita) um vier Prozentpunkte auf 16,4 Prozent. Dabei machte die Rückzahlung von unrechtmäßig erhobenen US-Zöllen 4,2 Prozentpunkte aus. Bereinigt darum ging die Marge leicht zurück, übertraf jedoch die Prognosen der Analysten.

Vorstandschef Roy Jakobs verwies auf ein starkes Auftragswachstum in Europa. Allerdings hätten sich Großaufträge im Bereich Connected Care in das dritte Quartal verschoben, was den gesamten Auftragseingang belastet habe.

Philips bemüht sich derzeit um mehr Effizienz, um Zölle sowie die durch die Konflikte im Nahen Osten gestiegenen Kosten für Fracht, Energie und Kunststoffe auszugleichen. Dabei hat das Unternehmen einzelne Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen.

Die Versorgung mit Helium - einem Gas, das in vielen medizinischen Scannern von Philips und seinen Wettbewerbern verwendet wird - ist zudem durch ein vorübergehendes chinesisches Exportverbot unter Druck geraten. Auch ist das Gas wegen der Sperrung der Straße von Hormus teurer geworden.

Philips' Umsatz stieg im zweiten Quartal um ein Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis - währungs- und portfoliobereinigt - lag das Plus bei vier Prozent. Dabei belastete weiter das schwierige China-Geschäft: In der Region gingen die Umsätze der größten Sparte Diagnosis and Treatment, die CT-, Ultraschall- und MRT-Geräte herstellt, zurück.

Unter dem Strich verdiente Philips 386 Millionen Euro nach 240 Millionen Euro im Vorjahr. Siemens Healthineers legt am Freitag Quartalszahlen vor.

Aktien Asien: Sorgen vor KI-Finanzbedarf und China-Konkurrenz belasten Kospi

Sorgen vor wachsender KI-Konkurrenz aus China sowie überbordendem Finanzierungsbedarf für KI-Projekte haben die Börsen in Südkorea und Tokio am Dienstag nach unten gezogen. Zuvor hatten bereits KI-Riesen wie Nvidia <US67066G1040> an den US-Börsen Federn gelassen. Weiter fallende Ölpreise, die Inflationssorgen dämpfen, halfen nicht.

Der südkoreanische Leitindex Kospi knickte um rund 10 Prozent ein und notiert nun wieder auf dem Niveau von Mitte April. Die Aktien der Speicherchip-Hersteller SK Hynix und Samsung brachen jeweils um rund 13 Prozent ein. Nach der KI-getriebenen Kursrally der vergangenen Monate liegt aber etwa SK Hynix 2026 immer noch über 140 Prozent im Plus.

Der japanische Nikkei 225 fiel im späten Handel um fast 4 Prozent.

Für Nervosität der Investoren mit Blick auf die bekannten Speicherchip-Hersteller sorgte tags zuvor der Börsengang des chinesischen Chipherstellers CXMT in Shanghai. Der Börsengang war stark überzeichnet, entsprechend hoch war die Nachfrage am ersten Handelstag: Der Kurs schoss um 465 Prozent nach oben.

Am Dienstag gab es erst einmal nur kleinere Gewinnmitnahmen; die Papiere fielen um etwas mehr als zwei Prozent. Anleger setzen darauf, dass CXMT Flaggschiffen wie dem US-Unternehmen Micron, Samsung oder SK Hynix Konkurrenz macht.

Der CSI-300-Index mit den wichtigsten Werten der chinesischen Festlandbörsen sank zuletzt um 2,4 Prozent auf 4.588 Punkte. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong hielt sich besser und war mit 25.194 Punkten kaum verändert.

In Australien legte der Leitindex S&P ASX 200 um 0,44 Prozent auf 8.933,90 Punkte zu.

Iran-Krieg belastet LVMH-Geschäft: Umsatz und Gewinn gehen zurück

Eine schwächere Nachfrage hat dem französischen Luxuskonzern LVMH im ersten Halbjahr einen Erlös- und Gewinnrückgang eingebrockt. So sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Aus eigener Kraft zogen die Erlöse jedoch um zwei Prozent an. Die LVMH-Aktie legte im frühen Handel bis zu drei Prozent zu, gab die Gewinne aber schnell wieder ab und rutschte ins Minus.

Der Kurs des EuroStoxx-50-Schwergewichts geriet im frühen Handel schnell unter Druck, berappelte sich dann aber wieder. Am Nachmittag legte das Papier um knapp ein Prozent zu. Mit einem Minus von mehr als 27 Prozent seit Jahresanfang ist es dennoch einer der schwächsten europäischen Standardwerte. Mit einem Börsenwert von mehr als 230 Milliarden Euro zählt das Unternehmen aber immer noch zu den wertvollsten Unternehmen Europas.

Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC attestierte dem Luxusgüterkonzern einen ermutigenden Zwischenbericht mit einem Umsatzwachstum, das im zweiten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen habe. Das operative Halbjahresergebnis (Ebit) und der Nettogewinn lägen auch über dem Konsens.

Während sich das Geschäft der umsatzstärksten Mode- und Ledersparte organisch etwas schwächer entwickelte als ein Jahr zuvor, legten die Bereiche Wein und Spirituosen sowie Uhren und Schmuck zu. Vor allem Schmuck erweist sich als Lichtblick der Branche, denn Goldringe und -armbänder finden bei wohlhabenden Kunden reißenden Absatz.

Die Luxusbranche steckt schon seit längerem in einer anhaltenden Flaute. Zunächst fuhren chinesische Käufer ihre Einkäufe zurück, die lange Zeit die Nachfrage nach Luxusgütern angekurbelt hatten. In jüngerer Zeit kam aufgrund des Iran-Kriegs eine schwächere Nachfrage in Einkaufszentren des Nahen Ostens hinzu. Ohne den Konflikt wäre der Quartalsumsatz von LVMH Unternehmensangaben zufolge auf Konzernebene um 4 Prozent statt um 3 Prozent gewachsen.

Derweil sank der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn im Halbjahr stärker als der Umsatz, nämlich um vier Prozent auf 8,69 Milliarden Euro. Allerdings hatten Analysten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Die dazugehörende operative Marge blieb mit 22,5 Prozent nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Damit hat das Unternehmen laut Analyst Adam Cochrane von der Deutschen Bank die Erwartung seiner Bank deutlich übertroffen.

"Wir werden die Margen zwar weiterhin sehr genau im Auge behalten, gehen aber mit neuem Vertrauen in die zweite Jahreshälfte", sagte Vorstandsvorsitzender Bernard Arnault laut Mitteilung. Unter dem Strich verdiente LVMH in den sechs Monaten mit knapp 5,7 Milliarden Euro etwa so viel wie ein Jahr zuvor.

Enthält Material von dpa-AFX

Weiterführende Links