Darum startet der DAX am Montag stark in die neue Woche. Außerdem im Fokus: Iran, Öl, Nvidia, CXMT, Euro, Bitcoin und OpenAI.

Eine Angriffspause der USA im Krieg mit dem Iran hat am deutschen Aktienmarkt zu Beginn einer ereignisreichen Woche für weitere Zuversicht gesorgt. Der Dax stieg am Montagnachmittag um 1,60 Prozent auf 25.501 Punkte und knüpfte dank der fallenden Ölpreise an den freundlichen Wochenschluss an. Auch nochmals deutliche Kursgewinne des Index-Schwergewichts SAP trieben an. Das vor drei Wochen erreichte Dax-Rekordhoch mit 25.900 Punkten kommt so wieder in die Nähe.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Montag um 1,03 Prozent auf 32.296 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,2 Prozent.

Die Vereinigten Staaten haben vorerst ihre Angriffe gegen den Iran beendet. Dies ließ die Ölpreise deutlich sinken. Inflationssorgen wurden damit erst einmal nicht weiter geschürt. Bis zum Wochenende hatten die USA 13 Nächte in Folge Angriffe auf den Iran gemeldet. Auch der Iran hatte angedeutet, seine Angriffe vorerst auszusetzen.

Konjunkturseitig stand am Morgen das Ifo-Geschäftsklima im Blick, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer. Es fiel etwas besser aus als von Experten gedacht. Die Daten seien ein positives Signal für den Start ins dritte Quartal, kommentierte Marc Schattenberg, Volkswirt bei der Deutschen Bank. Vor allem die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung dürften den Optimismus vieler Unternehmen gestärkt haben, so der Ökonom. Ein Wermutstropfen sei die leichte Eintrübung der Lagebeurteilung.

Bevor die Berichtssaison ab Dienstag richtig Fahrt aufnimmt und ab Wochenmitte zudem wichtige Notenbankentscheidungen unter anderem in den USA anstehen, veröffentlichte am Nachmittag bereits der Baukonzern und Dax-Neuling Hochtief seine Quartalszahlen. Zuvor waren hier die Anleger in Deckung gegangen, nach den Zahlen notierten die Papiere zeitweise moderat im Plus. Die Essener hoben die Prognose für den operativen Konzerngewinn im laufenden Jahr an.

Im Luftfahrt- und Reisesektor verteuerten sich Lufthansa, Tui und Fraport als Profiteure sinkender Ölpreise um bis zu mehr als 3 Prozent.

Im Software-Sektor herrschte nach den guten Zahlen von SAP und Atoss Software auch zu Wochenbeginn gute Laune. Beide Titel legten nochmals merklich zu, SAP an der Dax-Spitze um fast 6 Prozent und Atoss im Nebenwerteindex SDax um fast 10 Prozent. Mit Adesso, Nemetschek und Teamviewer waren weitere Software-Aktien unter den Gewinnern.

Die Streichung einer Kaufempfehlung durch die Berenberg Bank setzte die Papiere des Schmierstoffherstellers Fuchs <DE000A3E5D64> unter Druck. Am MDax-Ende verloren sie 2,5 Prozent.

DAX (WKN: 846900)

Börsen USA

Sinkende Ölpreise wegen neuer Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten haben am Montag an den US-Börsen nur den Standardwerten geholfen. Im Technologiesektor wirkte die Chipbranche im frühen Handel wegen neuer Sorgen vor Billigkonkurrenz aus China als Bremsklotz. Erholen konnten sich nur Tech-Werte aus der Software- und Internetbranche.

Eine erneute Feuerpause im Krieg zwischen den USA und dem Iran verhalf dem Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> zu einem Plus, das nach etwas mehr als einer Handelsstunde noch ein halbes Prozent auf 52.194 Punkte betrug. Er knüpfte damit an seine Kursgewinne vom vergangenen Freitag an.

Andere Indizes konnten ihre Anfangsgewinne nicht verteidigen: Der marktbreite S&P 500 sank zuletzt um 0,2 Prozent auf 7.398 Zähler. Vor allem machten sich die China-Sorgen an der Nasdaq bemerkbar. Der Nasdaq 100 verlor unter dem Gewicht der Chipwerte 1,1 Prozent auf 27.811 Punkte.

Im Technologiesektor droht die neue Börsenwoche ohnehin weiter unruhig und schwankungsreich zu bleiben. Denn in den kommenden Tagen stehen zahlreiche Quartalszahlen auf der Agenda, unter anderem von den Schwergewichten Microsoft, Meta und Apple. Hinzu kommt am Mittwoch die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, auf die sich der Gesamtmarkt bereits vorbereitet.

Unter den Einzelwerten gehörten im Dow zwar einige Tech-Werte zu den Stützen, diese kamen mit Salesforce, Alphabet und Microsoft aber eher aus dem Software- und Internetsektor. Ganz anders sah das Bild bei Chipwerten aus. Nvidia war unter den "Magnificent 7" mit einem Kursrutsch um 4,2 Prozent das abgeschlagene Schlusslicht. Aktien weiterer Branchengrößen wie AMD und Micron büßten sogar bis zu 8,5 Prozent ein.

Zum Thema im Chipsektor wurden ein Bericht des Magazins "The Information" über eine beginnende Produktion von Immersions-DUV-Lithografiesystemen in China. Dieser drückte den Kurs des europäischen Chipindustrie-Ausrüsters ASML in Amsterdam mit mehr als acht Prozent ins Minus. Unter Anlegern geht die Befürchtung um, dass die Anlagen des Unternehmens mehr und mehr ersetzt werden könnten, wenn die Chinesen es schaffen, in eine Massenproduktion überzugehen.

Im Standardwertebereich waren die Aktien der Autobauer Ford und General Motors mit Kursgewinnen von zuletzt 0,5 respektive 2,1 Prozent auffällig. Jefferies empfahl beide am Montag zum Kauf wegen neuer Zuversicht des Analysten Philippe Houchois.

Um rund 40 Prozent sprangen die Anteile von Forte Biosciences hoch. Der Biotech-Konzern Argenx will das US-Unternehmen für 77 Dollar je Aktie oder insgesamt rund 2,2 Milliarden Dollar in bar erwerben, um seine Immonologie-Pipeline zu erweitern. Diesem Preis näherte sich der Forte-Kurs bis auf wenige Cent.

Nachrichten Deutschland

Devisen: Eurokurs steigt wieder über 1,14 Dollar

Der Euro hat am Montag wieder etwas zugelegt. Die Gemeinschaftswährung kostete im frühen europäischen Handel 1,1404 US-Dollar. Vor dem Wochenende war sie zuletzt unter der Marke gehandelt worden.

Eine Entspannung am Ölmarkt ließ die Nachfrage nach dem Dollar als Haupthandelswährung für den Rohstoff nach der Angriffspause der USA im Iran am Wochenende abflauen. Der Ölpreis für die wichtige Referenzsorte Brent aus der Nordsee fiel zu Wochenbeginn deutlich, zwischenzeitlich wurde die Marke von 90 Dollar unterschritten. Auch die US-Sorte WTI wurde deutlich billiger.

Bis zum Wochenende hatten die USA 13 Nächte in Folge Angriffe auf den Iran gemeldet. Die jüngste Pause der US-Angriffe nährte nun erneut Hoffnung auf eine Deeskalation in dem seit Ende Februar tobenden Konflikt. Auch der Iran hatte angedeutet, seine Angriffe vorerst auszusetzen. Das Militär begründete den Schritt damit, dass es mit seinem Vorgehen lediglich Vergeltung auf US-Angriffe übe.

Zu Beginn der neuen Handelswoche stehen laut den Experten der Landesbank Helaba als wichtige Konjunkturdaten vor allem das Ifo-Geschäftsklima in Deutschland, die Entwicklung der M3-Geldmenge im Euroraum sowie am Nachmittag Auftragseingänge langlebiger Güter in den USA auf der Agenda.

Die Europäische Zentralbank hatte den Euro-Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1377 (Donnerstag: 1,1392) Dollar festgesetzt.

Jefferies senkt Delivery Hero auf 'Hold' - Ziel 41,50 Euro

Das Analysehaus Jefferies hat Delivery Hero von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 42,50 auf 41,50 Euro gesenkt. Analyst Giles Thorne verwies in einem am Freitagabend vorgelegten Kommentar auf die Übernahmeabsicht des US-Konkurrenten Uber. Dieser habe Mitte Juli eine Offerte von 41,50 Euro je Aktie des Essenlieferanten abgegeben. Thorne geht daher davon aus, dass der US-Fahrdienstvermittler die Übernahme im vorgeschlagenen Zeitrahmen, der zweiten Hälfte des kommenden Jahres, abschließen werde. Entsprechend passte er sein Kursziel an den vorgeschlagenen Übernahmepreis an und rät zum Halten der Delivery-Hero-Aktie.

Nachrichten International

Historisches Börsendebüt für Chiphersteller CXMT in China

Der Hunger nach Computerchips im weltweiten Rennen um die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz hat dem chinesischen Hersteller CXMT einen Traum-Börsenstart geebnet. Zum Handelsbeginn sprang das Papier des Halbleiterfertigers aus dem ostchinesischen Hefei um mehr als 472 Prozent auf 49,50 Yuan in die Höhe. Im weiteren Handelsverlauf baute das Papier das Plus auf bis zu 535 Prozent aus.

Gemessen an dem damit erreichten Börsenkurs von rund 55 Yuan wird CXMT mit rund 3,7 Billionen Yuan bewertet. Dies sind umgerechnet knapp 550 Milliarden Dollar. Damit ist der Chiphersteller auf einen Schlag zum wertvollsten Unternehmen Chinas geworden. An den chinesischen Festlandsbörsen ist CXMT mit der Bewertung der mit Abstand teuerste Konzern; bei den in Hongkong notierten Unternehmen kann im Augenblick nur Tencent mit umgerechnet etwas mehr als 500 Milliarden Dollar folgen.

Nvidia verhandelt über 250-Milliarden-Dollar-Absicherung für OpenAI-Megaprojekt

Nvidia befindet sich laut Wall Street Journal in Gesprächen, eine Finanzierungsgarantie von rund 250 Milliarden Dollar für OpenAI bereitzustellen, damit der ChatGPT-Entwickler ein 10-Gigawatt-Rechenzentrum leasen kann, das SoftBanks Energiesparte im Süden von Ohios entwickelt. Das Gesamtprojekt inklusive Chips könnte über 500 Milliarden Dollar kosten und wäre damit das bislang größte angekündigte Rechenzentrumsprojekt der Welt. Die Transaktion wäre eine der ambitioniertesten Finanzoperationen im bisherigen KI-Boom und unterstreicht Nvidias wachsende Rolle als strategischer Finanzierungspartner für KI-Infrastruktur.

Synopsys und Nvidia erweitern Kooperation für autonome Chip-Entwicklung

Synopsys hat auf der DAC Chips to Systems Conference eine vertiefte Zusammenarbeit mit Nvidia vorgestellt, bei der ein autonomer KI-Agent für die Chipverifikation die Zeit bis zu validiertem RTL um das bis zu 50-Fache verkürzt und gleichzeitig die Testabdeckung um 20 Prozent erhöht. Weitere Neuheiten umfassen einen vollständig autonomen Workflow für thermisches Management elektronischer Geräte sowie ein Portfolio von über 20 GPU-beschleunigten Entwicklungswerkzeugen, darunter eine 18-fache Beschleunigung bestimmter Schaltkreissimulationen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, KI-gestützte Automatisierung tief in den gesamten Chipentwicklungsprozess zu integrieren.

Krypto-Markt startet freundlich – Fed-Entscheidung als nächster Kurstreiber

Bitcoin legte zu Wochenbeginn rund 1,2 Prozent auf 65.249 Dollar zu, Ethereum stieg um 3,55 Prozent auf 1.953 Dollar, während US-Futures auf S&P 500 und Nasdaq ebenfalls deutlich im Plus lagen. Im Fokus steht der Fed-Zinsentscheid am Mittwoch: Laut CME FedWatch Tool rechnen derzeit 68,5 Prozent der Marktteilnehmer mit unveränderten Zinsen, 31,5 Prozent mit einer Erhöhung – beide Szenarien könnten kurzfristig deutliche Kursbewegungen auslösen. In der Vorwoche verzeichneten Bitcoin-ETFs Nettozuflüsse von knapp 34 Millionen Dollar, Ethereum-ETFs sogar rund 104 Millionen Dollar.

Enthält Material von dpa-AFX

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