Am Freitag ist großer Verfallstag. So reagiert der DAX. Außerdem im Fokus: Infineon, Gold, Bitcoin, McDonalds, Nvidia, OpenAI und Petrobras.
Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Freitag einen etwas schwächeren Handelsauftakt verzeichnen. Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten und der Öl- und Gasversorgung bleiben die Anleger kritisch, auch wenn der Ölpreis über Nacht nochmals etwas nachgab.
Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax ein Minus von 0,2 Prozent auf 25.655 Punkte. Auf Wochensicht deutet sich damit für den Leitindex jedoch eine leicht positive Bilanz mit einem Plus von 0,3 Prozent an.
Aufgrund des sogenannten großen Verfalltags könnten die Kursschwankungen im Handelsverlauf noch zunehmen. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes und einzelne Aktien aus. Hinter diesen Schwankungen stehen Marktteilnehmer, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft. Vor allem größere Fonds- oder Vermögensverwalter versuchen vorher die Kurse auf jene Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind. Einzelne Kleinanleger können kaum kursbewegend eingreifen.
Ansonsten gibt die Agenda zu Wochenschluss kaum Impulse her. Im Fokus bleibt wohl die weitere Nachlese der US-Notenbank-Entscheidung, die ihre erste Zinserhöhung seit drei Jahren vollzogen hat. Laut dem Marktbeobachter Stephen Innes stellt sich nun die schwierige Frage, wie weit dieser Zyklus gehen wird. Die japanische Notenbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß am Freitag weiter angehoben.
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Nvidia will Chipabsatz 2027 verdoppeln
Nvidia erwartet, im kommenden Jahr doppelt so viele Chips wie 2026 zu verkaufen. CEO Jensen Huang begründet die Prognose mit der anhaltend starken Nachfrage nach künstlicher Intelligenz in verschiedenen Branchen und Ländern. Für das Geschäftsjahr bis Januar 2028 stellte Nvidia zuletzt ein Umsatzwachstum von 70 Prozent auf rund 673 Milliarden Dollar in Aussicht.
McDonald’s erhöht Quartalsdividende
McDonald’s zahlt eine Quartalsdividende von 1,93 Dollar je Aktie. Die Ausschüttung liegt damit 3,8 Prozent über der vorherigen Dividende von 1,86 Dollar und markiert laut Anlegerangaben die 50. Erhöhung in Folge. Die Dividende wird am 15. Dezember an Aktionäre ausgezahlt, die am 1. Dezember registriert sind.
OpenAI-Unsicherheit belastet SB-Energy-Börsengang
Die Unsicherheit über den Zeitpunkt eines möglichen OpenAI-Börsengangs erhöht den Druck auf den geplanten Börsengang von SoftBanks Rechenzentrumsentwickler SB Energy. SoftBank strebt für das Unternehmen eine Bewertung von rund 50 Milliarden Dollar und einen Emissionserlös von fünf bis sieben Milliarden Dollar an, obwohl bislang kein Rechenzentrum in Betrieb ist. SB Energy verfügt über einen Auftragsbestand von 439 Milliarden Dollar, musste im ersten Halbjahr aber einen operativen Verlust von 551,6 Millionen Dollar verbuchen und benötigt für seine Pipeline mehr als 170 Milliarden Dollar an Investitionen.
Petrobras erschließt acht Blöcke vor der Elfenbeinküste
Petrobras hat mit der Regierung der Elfenbeinküste und dem staatlichen Energieunternehmen Petroci Produktionsbeteiligungsverträge für acht Offshore-Explorationsblöcke unterzeichnet. Der brasilianische Konzern übernimmt jeweils 90 Prozent und die Petroci zehn Prozent der Anteile. Petrobras will damit seine Öl- und Gasreserven durch die Erschließung neuer Förderregionen in Afrika und anderen Ländern ausbauen.
USA sanktionieren iranische Kryptobörse BitBank
Die US-Regierung hat die iranische Kryptobörse BitBank wegen mutmaßlicher Bitcoin-Transfers zugunsten der Revolutionsgarden sanktioniert. Nach Angaben des Finanzministeriums soll BitBank Zahlungen der Hormuz Safe Marine Services Authority abgewickelt haben, die mit einem von Iran unterstützten Versicherungssystem für Schiffe in Verbindung steht. Die Behörde erklärte, Kryptowährungen könnten nicht außerhalb der Reichweite der US-Sanktionen zur Finanzierung des iranischen Regimes eingesetzt werden.
CFTC erleichtert Zugang zu reguliertem Derivatehandel
Die US-Terminbörsenaufsicht CFTC weitet ihre regulatorische Erleichterung für Anbieter passiver Handelssoftware aus. Qualifizierte Unternehmen und ihre Mitarbeiter sollen unter bestimmten Bedingungen nicht als Introducing Broker oder zugehörige Personen registriert sein müssen. Dadurch könnten Krypto-Wallets und andere Anwendungen leichter den Zugang zu regulierten Derivaten wie Perpetual-Kontrakten und Prognosemärkten anbieten.
SEC erlaubt vorübergehend Handel mit tokenisierten Aktien
Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine befristete Ausnahmegenehmigung für den Handel mit tokenisierten US-Aktien auf ausgewählten Blockchain-Plattformen erteilt. Erlaubt wird ein begrenzter Handel mit tokenisierten Aktien aus dem regulierten US-Aktienmarkt über automatisierte Market Maker und Liquiditätspools. Die Plattformen müssen unter anderem Transaktionen, Preise, Handelsvolumen und Poolgrößen transparent veröffentlichen sowie Vorgaben zur Aufzeichnung und technischen Sicherheit erfüllen.
Infineon erhält Kaufempfehlung von Oddo BHF
Oddo BHF hat Infineon bei einem unveränderten Kursziel von 80 Euro von „Neutral“ auf „Outperform“ hochgestuft. Analyst Stéphane Houri verwies auf gestiegene Gewinnerwartungen, die gesunkene Bewertung und die positiven Aussichten für 2027. Nach der jüngsten Korrektur sieht die Aktie charttechnische Chancen bis 75 oder 88,83 Euro, während ein Bruch der Unterstützung um 54 Euro weitere Rückgänge auslösen könnte.
Enthält Material von dpa-AFX