Am Mittwochabend wird der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed erwartet. So bewegt sich der DAX im Vorfeld. Im Fokus stehen: Trump, 3M, Bitcoin, Nvidia, Meta, BMW, OpenAI, Novo Nordisk.

Vor der US-Zinsentscheidung am Abend dürfte der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch zunächst etwas zulegen. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax ein Plus von 0,4 Prozent auf 25.497 Punkte. Damit würde sich der deutsche Leitindex weiter über der 100-Tage-Linie behaupten, die als Indikator für den mittel- bis längerfristigen Trend gilt.

Tendenziell stützend sind die Vorgaben, denn an der Wall Street wurden am Dienstag im späten Handel die Verluste noch etwas reduziert. In Asien legten die Kurse an den meisten Handelsplätzen leicht zu. Moderat positive Impulse dürften die geringfügig rückläufigen Ölpreise geben, wenngleich es keine wirklichen Fortschritte bei der Lösung der Konflikte im Nahen Osten gibt.

Die US-Notenbank Fed mit ihrem Chef Kevin Warsh steht im Fokus, nachdem die Kerninflation in der vergangenen Woche höher als erwartet ausgefallen war und die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik verstärkt hatte. Laut der NordLB liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am Mittwoch bei gut 94 Prozent. "Ob Kevin Warsh unbehelligt oder mit verbalen Blessuren vom Weißen Haus aus der Pressekonferenz heraustreten wird, das ist die eigentlich spannende Frage", heißt es weiter im Kommentar der Landesbank. Denn US-Präsident Donald Trump setzt sich schon lange für Leitzinssenkungen ein.

Unter den Einzelwerten stiegen die Aktien von BMW auf der Handelsplattform Tradegate um 1,7 Prozent, nachdem die Privatbank Berenberg die Papiere des Autobauers von "Hold" auf "Buy" hochgestuft hatte. Die strukturellen Probleme von BMW in China seien zwar nicht verschwunden, aber nach der Gewinnwarnung im Juni stünden die Erwartungen vor dem bevorstehenden Kapitalmarkttag der Münchener auf einer solideren Basis, erklärte Analyst Romain Gourvil. Das Unternehmen sei nach wie vor fundamental stark und habe den Höhepunkt der Investitionen hinter sich.

Der Windturbinenhersteller Nordex erhielt einen Auftrag über 91 Megawatt von Teut Energieprojekte in Brandenburg. Die Nordex-Aktie legte auf Tradegate um 0,2 Prozent zu.

DAX (WKN: 846900)

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Berenberg stuft BMW auf „Buy“ hoch

Berenberg hat BMW von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 69 auf 75 Euro angehoben. Die strukturellen Probleme in China bestünden zwar fort, doch nach der Gewinnwarnung im Juni seien die Erwartungen vor dem Kapitalmarkttag realistischer. BMW bleibe fundamental stark und habe den Höhepunkt seiner Investitionen hinter sich.

Zuckerberg widerspricht Forderungen nach KI-Entwicklungspause

Meta-Chef Mark Zuckerberg lehnt eine koordinierte Pause bei der Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme ab und sieht die Verantwortung bei den einzelnen Unternehmen. Er verwies auf unabhängige Prüfer, Sicherheitsvorkehrungen und die Entscheidung Metas, den Start des KI-Modells Muse wegen Sicherheitsbedenken zu verschieben. Vertrauen und technologische Ausrichtung würden zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen, während mögliche Haftungsrisiken die Unternehmen zu sicherem Vorgehen drängten.

OpenAI erwägt Finanzierung mit Bewertung von 1,2 Billionen Dollar

OpenAI führt laut einem Bericht frühe Gespräche mit großen Investoren über eine neue Finanzierungsrunde zu einer möglichen Bewertung von rund 1,2 Billionen Dollar. Das Unternehmen könnte damit Übernahmen finanzieren und einen Börsengang um ein oder zwei Quartale verschieben. Im März hatte OpenAI bereits 122 Milliarden Dollar an zugesagtem Kapital bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar eingesammelt, während Vorstandschef Sam Altman einen Börsengang für 2026 ausgeschlossen hat.

Bitcoin gerät nach Scheitern des Clarity Act unter Druck

Bitcoin ist nach dem vorläufigen Scheitern des US-Krypto-Gesetzes Clarity Act auf rund 75.862 US-Dollar gefallen, nachdem der Kurs am Vortag noch nahe 80.000 Dollar gelegen hatte. Der Antrag zur Aufnahme der weiteren Beratungen verfehlte im Senat die erforderliche Mehrheit von 60 Stimmen. Damit dürfte eine umfassende gesetzliche Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA in diesem Jahr unwahrscheinlich sein, während SEC und CFTC eigene Regeln vorbereiten.

Japans Exporte wachsen trotz Abschwächung kräftig

Japans Exporte stiegen im August im Jahresvergleich um 19,3 Prozent und damit weniger stark als im Juli mit 23,2 Prozent, aber stärker als erwartet. Der KI-Boom trieb die Ausfuhren von Halbleitern und Anlagen zur Chipfertigung, wobei die Halbleiterexporte um 52 Prozent zulegten. Die Importe erhöhten sich wegen höherer Ölpreise überraschend um 28 Prozent, wodurch sich das Handelsdefizit auf 840,6 Milliarden Yen ausweitete.

Novo-Chef fordert stärkere Kundenorientierung

Novo-Nordisk-Chef Mike Doustdar will das Unternehmen stärker auf Verbraucher und Patienten ausrichten, um verlorene Marktanteile im Geschäft mit Abnehmmedikamenten zurückzugewinnen. Der Konzern stellte dafür eine neue Marke unter dem Namen „Novo“ und eine überarbeitete Unternehmenskultur vor. Der Rivale Eli Lilly hat Novo Nordisk trotz dessen früherem Markteintritt zuletzt im lukrativen GLP-1-Markt überholt.

3M sieht Fortschritte bei der Sanierung

3M-Chef William Brown zufolge kommt die operative Wende dank besserer Ausführung, neuer Produkte und eines effizienteren Portfolios schneller voran als geplant. Die Lieferzuverlässigkeit stieg von gut 80 auf rund 90 Prozent, während das Unternehmen in diesem Jahr mehr als 350 neue Produkte auf den Markt bringen will. Wachstum in Rechenzentren, Kostensenkungen und die Konsolidierung des Produktionsnetzes sollen dazu beitragen, die operative Marge bis 2027 auf mehr als 25 Prozent zu steigern.

Enthält Material von dpa-AFX

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