Dieser familiengeführte SDAX-Konzern galt jahrelang als Inbegriff der Stabilität. Doch heute meldet das Unternehmen überraschend eine Prognosesenkung. Was das für die Aktie bedeutet.
Ein unerwartet trüberer Geschäftsausblick hat dem Optikerkonzern Fielmann am Freitag deutliche Kursverluste eingebrockt. Kurz nach Handelsbeginn auf Xetra stürzten die Aktien um mehr als sieben Prozent auf 38,75 Euro ab. So tief notierte die Aktie zuletzt im Jahr 2023.
Unternehmensführung wurde schon im Juli vorsichtiger
Fielmann verweist auf die anhaltend maue Konsumstimmung im wichtigsten Markt Deutschland. Die Folge: Die Optikerkette schraubt ihre Jahresziele für den Umsatz und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nach unten. Bereits Anfang Juli, bei der Vorlage der vorläufigen Halbjahreszahlen, hatte sich Fielmann vorsichtiger gezeigt und für beide Kennziffern nur noch das untere Ende der Zielspannen in Aussicht gestellt.
Einem Händler zufolge liegen die bisherigen Konsensschätzungen für den Umsatz und die bereinigte Ebitda-Marge knapp über den oberen Enden der neuen Zielspannen. Dass Fielmann nach eigener Aussage im zweiten Halbjahr weiterhin eine Beschleunigung des Umsatzwachstums erwartet, besänftigte den Markt nicht.
DZ Bank wirft Aktie von Empfehlungsliste
Die Analysten der DZ Bank reagieren sofort und strichen Fielmann aus ihren „Equity Long Ideas“. Stattdessen steht nun der Duftstoffhersteller Symrise auf dieser Kaufliste.
Auch andere Branchenexperten zeigten sich enttäuscht. Da die Konsumschwäche hierzulande bereits in dem im Juli gegebenen Ausblick der Fielmann-Führung berücksichtigt gewesen sei, enttäusche die Prognosesenkung nur sechs Wochen später, schrieb Analyst Harrison Woodin-Lygo von der Privatbank Berenberg in einer ersten Reaktion. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass Fielmann dank der Internationalisierungsstrategie die Abhängigkeit vom deutschen Heimatmarkt zunehmend reduziere.
BÖRSE ONLINE hatte zuletzt im April 2026 eine Kaufempfehlung für Fielmann abgegeben. Der dort genannte Stopp-Kurs wurde nun jedoch gerissen.
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Häufige Fragen zum Thema
Was macht Fielmann?
Fielmann ist ein großes deutsches Familienunternehmen für Augenoptik und Hörakustik. Das Unternehmen verkauft Brillen, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen und Hörgeräte. Dazu bietet Fielmann Services wie Sehtests, Brillenanpassungen, Reparaturen und Hörtests in seinen Filialen sowie online an.
Wem gehört Fielmann?
Die Fielmann Group AG ist ein börsennotiertes Familienunternehmen, das zu rund 73 Prozent von der Unternehmerfamilie Fielmann kontrolliert wird. Die restlichen knapp 27 Prozent befinden sich im Streubesitz.
Rät BÖRSE ONLINE bei der Fielmann-Aktie zum Kauf?
Nein, nicht mehr. Der im April angegebene Stopp-Kurs wurde gerissen.