Keine Lust mehr auf Stau und mühsame Parkplatzsuche: In Großstädten steigen immer mehr Menschen vom Auto auf Bus, U-Bahn oder Straßenbahn um. Damit sich dieser Trend fortsetzt, müssen die Verkehrsunternehmen ihre Angebote attraktiver gestalten. Dazu gehören auch Investitionen in moderne -Informationstechnologie, um den Einsatz von Fahrern zu planen, Ampeln zu steuern, Fahrpläne zu erstellen, Straßenbahnen und Busse zu überwachen oder Fahrgäste über Verspätungen zu informieren. Das Berliner Unternehmen IVU Traffic Technologies ist ein Spezialist für entsprechende Lösungen.

Die Produkte von IVU lassen sich zum einen rasch in jede vorhandene IT-Systemlandschaft integrieren, zum anderen verbessern sie die Effizienz von Verkehrsbetrieben enorm. Angesichts dieser Vorteile überrascht es nicht, dass IVU hierzulande mehrere Hundert Kunden hat. Zurzeit ist Deutschland noch der wichtigste Absatzmarkt, aber das Auslandsgeschäft gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Bereits vor 15 Jahren hat das Unternehmen mit der Internationalisierung begonnen. Damals gründeten die Berliner eine Niederlassung in Italien. Seither hat sich die Anzahl der Standorte auf 14 erhöht. Zuletzt wurden Büros in Basel und Israel eröffnet.

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Die Auftragslage bei IVU ist hervorragend: Ende April betrug der Orderbestand 45 Millionen Euro. Damit deckte er 90 Prozent des für 2015 in Aussicht gestellten Umsatzes von 50 Millionen Euro ab. Seither hat der IT-Spezialist mehrere Großaufträge erhalten. So hat Via Rail Canada, Kanadas Staatsbahn, im Juni die Bahnbetriebssoftwarelösung IVU.rail bestellt, um den Einsatz von rund 1200 Mitarbeitern zu planen. Dieses Produkt orderte vor Kurzem auch der schwedische Eisenbahnkonzern SJ.

IVU.rail, die Softwarelösung speziell für den Schienenverkehr, und IVU.suite, ein System für sämtliche Aufgaben öffentlicher Verkehrsbetriebe, können im Rahmen von sogenannten Software-as-a-Service-Verträgen genutzt werden. Bei dieser Nutzungsvariante werden die Programme und Daten auf den Servern von IVU gespeichert. Da dieses Vorgehen den Kunden einen hohen Verwaltungsaufwand erspart, erfreut sich das Modell wachsender Beliebtheit. Angesichts interessanter Referenzprojekte hat IVU darüber hinaus gute Chancen, neue Kunden zu gewinnen, vor allem in Lateinamerika und Südostasien.

Die Berliner arbeiten indes daran, ihre Produktpalette und die Durchführung ihrer Projekte weiter zu standardisieren. Dadurch dürfte sich die Profitabilität mittelfristig deutlich verbessern.

Vor diesem Hintergrund könnte der Überschuss im nächsten Jahr stärker steigen, als es Analysten erwarten  - sie gehen zurzeit von einem Anstieg des Gewinns je Aktie von 0,27 auf 0,30 Euro aus. Basierend auf dieser Prognose errechnet sich ein 2016er-KGV von 13,7. Mit dieser Bewertung ist der Anteilschein angesichts des aussichtsreichen Geschäftsmodells noch nicht zu teuer.

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