KI und Cloud ­treiben die Nachfrage nach flexibler Datenverwaltung. Durch den Umbau vom ­Hardwarehersteller zum Plattformanbieter positioniert sich Netapp für die wachsende Bedeutung von Daten.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 16. September in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 39/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Je stärker Unternehmen Cloud-Anwendungen und künstliche Intelligenz nutzen, desto wichtiger wird es, Daten sicher und flexibel managen zu können. Für diese Aufgabe hat sich Netapp in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet. In gerade einmal einem Jahrzehnt hat sich der amerikanische Konzern vom traditionellen Speicherhardwarehersteller zum softwaregetriebenen Datenmanagementspezialisten für Cloud-Umgebungen entwickelt.

Den strategischen Kurswechsel leitete George Kurian ein, der 2015 den Chefposten bei Netapp übernahm. Unter seiner Führung rückte die sogenannte Data-Fabric-Strategie in den Mittelpunkt: Netapp soll auch dann an den Daten seiner Kunden verdienen, wenn diese zunehmend aus dem eigenen Rechenzentrum in die Cloud verlagert werden. Dafür müssen sich Daten über verschiedene IT-Umgebungen hinweg einheitlich verwalten und verschieben lassen. Netapp entwickelte seine im klassischen Speichergeschäft etablierte Software ONTAP deshalb zu einer plattformübergreifenden Lösung weiter und band sie in die Angebote der großen Cloud-Anbieter ein.

NetApp (WKN: A0NHKR)

Umsatzprognose angehoben

Obwohl Speicherhardware ein zentraler Baustein der Strategie bleibt, ist Netapp heute breiter aufgestellt: Cloud-Dienste und Software ergänzen das klassische Geschäft. Das erhöht die Kundenbindung und eröffnet mit der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz zusätzliche Wachstumschancen. Mit seiner KI-Datenplattform hilft Netapp Unternehmen, verstreute und unstrukturierte Daten für generative KI nutzbar zu machen.

Die jüngsten Zahlen sprechen für die Netapp-Strategie. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um 30 Prozent auf 2,025 Milliarden Dollar. Wachstumstreiber ist vor allem das Geschäft mit leistungsfähigen Flashspeichern und hybriden Cloud-Umgebungen: Die Erlöse mit Flashsystemen kletterten um 47 Prozent, die Hybrid-Cloud-Umsätze um 30 Prozent. Das operative Ergebnis stieg um 57 Prozent auf 484 Millionen Dollar, die operative Marge verbesserte sich von 19,8 auf 23,9 Prozent. Wegen des starken Jahresauftakts hob das Management die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 7,975 bis 8,225 Milliarden Dollar an. Zuvor hatte die Spanne bei 7,325 bis 7,575 Milliarden gelegen. Allerdings ist die Transformation noch nicht abgeschlossen. Der jüngste Wachstumsschub kommt vor allem aus dem Verkauf neuer Systeme: Die Produktumsätze legten um 51 Prozent zu, während das Supportgeschäft deutlich langsamer wuchs. Netapp muss daher noch zeigen, dass aus der starken Nachfrage nach Hardware und Flashspeichern dauerhaft wiederkehrende Software-, Cloud- und Serviceerlöse entstehen.

Fazit

Die Börse honoriert die Transformation: Die Korrektur der Netapp-Aktie seit dem Allzeithoch Mitte August fiel mit gut zehn Prozent moderater aus als bei vielen anderen Techtiteln. Der Rücksetzer eröffnet eine Kaufgelegenheit.

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