Der französische Spielekonzern glänzt nach dem Börsengang mit Rekordgewinnen und Kursrally – dabei kommt das Feiertagsgeschäft erst noch
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 16. September in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 39/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.
Ob verregneter Sonntag im Kreis der Familie oder geselliger Abend mit Freunden: Gesellschaftsspiele wie „Catan“, „Zug um Zug“ oder „Dobble“ erleben seit Jahren einen anhaltenden Boom. Und Asmodee mischt ganz vorne mit. Der französische Spieleverlag wurde 2022 vom schwedischen Medienkonzern Embracer übernommen und 2025 über die Börse in Stockholm wieder abgespalten, bekam allerdings dabei ein gewaltiges Schuldenpaket in Höhe von 900 Millionen Euro aufgebürdet.
Rund anderthalb Jahre nach dem Spin-off glänzt Asmodee mit Zahlen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um 23 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro bei einem freien Cashflow von 199,4 Millionen Euro. Auch der Schuldenberg schmilzt. Dank einer 400-Millionen-Euro-Kapitalspritze der Mutter und starker operativer Zuflüsse sank die Nettofinanzverschuldung auf zuletzt 490 Millionen Euro. Die Verschuldungsquote fiel damit auf das 1,9-Fache des operativen Gewinns (Ebitda) und liegt unter dem eigenen Zielwert von unter 2,0.
Allerdings verschieben sich die Gewichte im Konzern: Während das klassische Verlagsgeschäft mit eigenen Spielen um knapp sechs Prozent nachgab, explodierte der Vertrieb von Sammelkarten für Partner um 40 Prozent. Asmodee agiert zunehmend als unverzichtbare Vertriebsplattform für Top-Lizenzmarken wie „Pokémon“, „Magic: The Gathering“ oder „Disney Lorcana“. Zudem stärkt der Zukauf des Münchner Kartenspieleverlags ATM Gaming für bis zu 250 Millionen Euro die Ertragsbasis. Dass Asmodee gut im Spiel ist, bewies das jüngste Auftaktquartal für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz legte von April bis Juni um 20,9 Prozent auf 422,1 Millionen Euro zu, das operative Ebitda sprang um 55 Prozent auf 61,9 Millionen Euro, während die bereinigte Ebitda-Marge letztlich 14,7 Prozent erreichte.
Charttechnisch eine Bilderbuch-Rally
Mit Rückenwind durch die Übernahme von ATM Gaming sieht CEO Thomas Koegler den Konzern auf gutem Weg, das mittelfristige Margenziel von über 18 Prozent zu erreichen. Aktionären winkt zudem erstmals eine Dividende in Höhe von 0,17 Euro je Anteilschein.
Aus charttechnischer Sicht beeindruckt die Aktie seit dem Börsengang mit einer Bilderbuch-Rally bis zum Rekordhoch von Anfang August. Seither konsolidiert der Titel auf hohem Niveau.
Fazit
Asmodee geht mit Rückenwind ins wichtige Weihnachtsgeschäft. Neue Spieletitel und Sonderausgaben, unter anderem zum 30-jährigen Pokemon-Jubiläum, sowie die Aussicht auf Zollrückerstattungen sorgen für weiteres Potenzial. Wegen der geringen Handelsumsätze sollten Anleger Aufträge unbedingt limitieren.