Small Caps sind aktuell extrem günstig bewertet und relativ gesehen sogar so billig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Ist das eine geniale Chance zum Einstieg für Anleger? Oder sollten Sie dennoch die Finger von den Papieren lassen?

Nebenwerte galten jahrelang als Renditetreiber für das Portfolio. Die sogenannte Faktor-Prämie “Size” belegt sogar wissenschaftlich, dass kleine Aktien langfristig zu höheren Renditen im Portfolio beitragen.

In den vergangenen Jahren war von dieser Faktor-Prämie aber nichts zu spüren. Im Gegenteil underperformten Small Caps massiv, sodass diese jetzt so günstig sind wie lange nicht mehr.

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Nebenwerte-Aktien so günstig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr

Denn laut den Daten von FactSet notiert der Russell 2000 Index, der kleinere US-Unternehmen abbildet, aktuell bei etwa 85 Prozent der Marktkapitalisierung des Russell 1000 Index, der größere Unternehmen umfasst. Historisch gesehen liegt der Durchschnitt nahe 100 Prozent. Es ist knapp ein Vierteljahrhundert her, dass sich diese Entwicklung bei der Bewertung zuletzt gezeigt hat.

Small Cap Bewertungen relativ - Investorplace
Investorplace
Small Cap Bewertungen relativ - Investorplace

Auch der Anteil der Small Caps am Aktienmarkt, ihre Bewertung auf Basis klassischer Kennzahlen (KBV, KGV etc.) sprechen für eine deutliche Unterbewertung. Doch sollten Anleger jetzt bei den Papieren einsteigen?

Übrigens: Die besten Nebenwerte-Tipps gibt es regelmäßig hier.

Jetzt bei Nebenwerte-Aktien einsteigen?

Nein, so zumindest die Antwort der Investmentbank WellsFargo. Douglas Beath, globaler Aktienstratege des Geldhauses, sieht auf Nebenwerte mit den steigenden Zinsen weitere Belastungen zukommen. Das liegt laut dem Experten einerseits an der deutlich verschlechterten Bilanzqualität der Unternehmen, andererseits an der hohen Fremdkapitalquote mit variablen Zinsen. Letztere sorgen dafür, dass die aktuellen Zinserhöhungen der Fed direkt auf die Unternehmen durchschlagen.

Auch die aktuelle Wirtschaftslage, speziell in den USA, liefert den Analysten keinen Grund für einen Einstieg. Sie raten deshalb weiterhin zum Investieren in Large Caps.

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Häufig gestellte Fragen

Wie günstig sind US-Nebenwerte im Vergleich zu großen Aktien bewertet?

Der Russell 2000, der kleinere US-Unternehmen abbildet, liegt derzeit bei etwa 85 Prozent der Marktkapitalisierung des Russell 1000. Historisch liegt das Verhältnis im Durchschnitt nahe 100 Prozent; eine vergleichbare Bewertung gab es zuletzt vor knapp einem Vierteljahrhundert.

Warum rät Wells Fargo trotz der niedrigen Bewertungen von einem Einstieg in Small Caps ab?

Douglas Beath sieht durch steigende Zinsen zusätzliche Belastungen. Viele Unternehmen hätten eine schlechtere Bilanzqualität und hohe Schulden mit variablen Zinsen, sodass Zinserhöhungen der US-Notenbank sie direkt treffen.

Welche Aktien bevorzugt Wells Fargo derzeit gegenüber Nebenwerten?

Wells Fargo rät weiterhin zu Large Caps. Auch die aktuelle Wirtschaftslage, besonders in den USA, sieht die Investmentbank nicht als Grund, jetzt in Nebenwerte einzusteigen.

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