Trotz der jüngsten KI-Warnungen bleibt Goldman Sachs für die Börse zuversichtlich und nennt ein neues Kursziel für den S&P 500. Welche Faktoren die Rally stützen – und woran sie scheitern könnte.

Ist die Rally bald zu Ende? Zumindest nicht, wenn man der neuen Prognose von Goldman Sachs Glauben schenken mag. Die Großbank blickt überraschend optimistisch auf die kommenden zwölf Monate und erwartet deutlich steigende Aktienkurse. Zwei Faktoren sollen dabei ausschlaggebend sein: sinkende Zinsen und weiter steigende Unternehmensgewinne.

Sinkende Zinsen als Kurstreiber

Besonders wichtig für die Entwicklung des Aktienmarktes ist der Blick auf den US-Anleihemarkt. Goldman erwartet, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von derzeit rund 5,0 auf 4,5 Prozent fällt. Auch wenn das zunächst nicht nach einem großen Sprung klingen mag, würde das Aktien wieder deutlich attraktiver machen, weil Anleger für sichere Anleihen weniger Rendite erhalten. Zudem können sich Unternehmen bei niedrigeren Zinsen günstiger finanzieren, was sich positiv auf Investitionen und Gewinne auswirken kann.

Eine wichtige Ursache für die sinkenden Zinsen: Goldman rechnet damit, dass der derzeit hohe Ölpreis wieder deutlich nachgibt. Brent-Öl soll der Großbank zufolge von rund 104 auf 78 Dollar fallen, wodurch der Inflationsdruck nachlassen und damit auch der Zinsdruck sinken dürfte.

S&P 500 könnte fast 14 Prozent steigen

Für den S&P 500 gibt Goldman auf Zwölfmonatssicht ein Ziel von 8.700 Punkten aus. Ausgehend von aktuell rund 7.650 Punkten entspricht das einem Plus von etwa 13,7 Prozent. Auch für Europa zeigt sich die Bank optimistisch: Der STOXX Europe 600 soll in den kommenden zwölf Monaten rund 9 Prozent zulegen.

Für den Euro erwartet Goldman jedoch Gegenwind. Der EUR/USD-Kurs soll von 1,15 auf 1,12 fallen. Für deutsche Anleger, die in US-Aktien investiert sind, wäre ein stärkerer Dollar grundsätzlich positiv, da Kursgewinne zusätzlich durch Währungseffekte verstärkt werden könnten.

KI als zentraler Gewinntreiber

Noch wichtiger als die fallenden Zinsen sind die anhaltend starken Unternehmensgewinne: Goldman rechnet für die Unternehmen im S&P 500 für 2027 und 2028 mit rund 11 Prozent Gewinnwachstum. Ein erheblicher Teil davon stammt von Unternehmen, die vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren.

Fazit:

Goldman Sachs zufolge spricht derzeit vieles für eine Fortsetzung der Rally: Sinkende Zinsen durch fallende Ölpreise sowie weiter steigende Unternehmensgewinne dürften den S&P 500 auch in den kommenden zwölf Monaten auf neue Höchststände treiben.

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Häufig gestellte Fragen:

Wie hoch ist das Kursziel von Goldman Sachs für den S&P 500?

Goldman Sachs erwartet den S&P 500 in zwölf Monaten bei 8.700 Punkten – rund 13,7 Prozent über dem aktuellen Niveau. (Stand: 22.09.2026)

Warum erwartet Goldman Sachs steigende Aktienkurse?

Die Bank rechnet mit sinkenden Zinsen, niedrigeren Ölpreisen und weiter steigenden Unternehmensgewinnen.

Welche Rolle spielt KI für die Aktienmärkte?

KI bleibt laut Goldman Sachs ein wichtiger Gewinn- und Wachstumstreiber, vor allem durch hohe Investitionen in KI-Infrastruktur.