Der DAX steht am Donnerstag kurz vor einem neuen Rekord. Im Fokus stehen: Commerzbank, DHL, Bitcoin, Trump, Siltronic, Meta, Sony, Siemens Healthineers.
Die neu erwachte Risikofreude der Anleger nach den Zwischenwahlen in den USA dürfte den Dax am Donnerstag weiter an seinen Rekordstand treiben. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,6 Prozent auf 26.594 Punkte. Es würden damit nur wenige Zähler fehlen bis zum Höchststand von 26.618 Punkten vom August.
Der klare Sieg der US-Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat hatte vor allem den US-Leitindex Dow Jones Industrial am Mittwoch nach oben katapultiert. Mit ihrem Sieg können die Demokraten die Politik des republikanischen Präsidenten Donald Trump zwar nicht ohne Weiteres umkehren - aber zumindest empfindlich stören.
"Die Märkte können dem Wahlergebnis gleich mehrere positive Faktoren auf einmal abgewinnen", schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Das Ergebnis stand schnell fest, es ist eindeutig, Trump akzeptiert es und geteilte politische Macht bringt weniger Risiko für politische Überraschungen. Die Börse liebt Berechenbarkeit und steigt."
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Commerzbank steuert auf Rekordgewinn zu
Der Quartalsgewinn stieg um gut 45 Prozent auf 859 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten erhöhte sich der Überschuss um mehr als 40 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro – ein Rekord für diesen Zeitraum. Für das Gesamtjahr hält die Bank an ihrem Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro fest.
DHL steigert Gewinn, Analystenerwartungen verfehlt
Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn legte im dritten Quartal um 8 Prozent auf 907 Millionen Euro zu. Damit blieb DHL unter den durchschnittlichen Analystenerwartungen. Der Konzern bestätigte seine vorläufigen Zahlen und die zuvor angehobenen Ziele für 2026; die Mittelfristprognose soll im März überprüft werden.
Sony hebt Jahresausblick erneut an
Sony erwartet für das Geschäftsjahr 2026/27 nun ein operatives Ergebnis von 1,87 Billionen Yen. Im zweiten Quartal stieg das operative Ergebnis um 45 Prozent auf gut 622 Milliarden Yen und übertraf die Analystenerwartungen deutlich. Nach einem Umsatzplus von 10 Prozent auf 3,43 Billionen Yen hob der Konzern auch seine Jahresumsatzprognose auf 13 Billionen Yen an.
Healthineers-Aktie gibt nach Ausblick nach
Die Aktie von Siemens Healthineers verlor vorbörslich 3,9 Prozent, nachdem sie seit Anfang Oktober um 18 Prozent zugelegt hatte. Anlegern reichte der Ausblick für das Geschäftsjahr 2026/27 offenbar nicht, um das hohe Kursniveau zu halten. Ein Analyst hält die Umsatzprognose für konservativ und erwartet, dass die Gewinn je Aktie betreffende Prognose die Marktschätzungen um 3 Prozent senken könnte.
Siltronic unter Druck nach Analystenabstufung
Die Siltronic-Aktie fiel vorbörslich um rund 5 Prozent auf 54,50 Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit April. Die Bank of America stufte den Waferhersteller auf „Underperform“ herab und senkte ihr Kursziel von 84 auf 55 Euro. Der Analyst sieht die Gewinnaussichten für 2027 durch steigende Kosten und begrenzte Möglichkeiten für Preisanpassungen belastet.
Meta warnt vor Hürden für neue Rechenzentren
Meta-Präsidentin Dina Powell McCormick erwartet, dass der Ausgang der US-Zwischenwahlen neue Rechenzentrumsprojekte erschwert. In den USA seien für Neubauten mehr Prüfungen zu erwarten, während Erweiterungen bestehender Standorte leichter umzusetzen sein könnten. Meta und andere große Technologiekonzerne erwägen laut Powell McCormick deshalb auch Rechenzentren außerhalb der USA.
Trump stellt sich hinter Verteidigungsminister Hegseth
Donald Trump erklärte, er erwäge nach den Wahlverlusten der Republikaner nicht, Verteidigungsminister Pete Hegseth abzulösen. Zugleich bezeichnete er Hegseth als möglichen Kandidaten für den frei werdenden Senatssitz in Tennessee, sagte aber, davon bislang nichts gehört zu haben. Demokraten im Repräsentantenhaus erwägen ein Amtsenthebungsverfahren, während Anleger mögliche Folgen für Verteidigungsausgaben und Rüstungsaufträge beobachten.
Krypto-Rally nach US-Zwischenwahlen hängt am Iran-Kurs
Nach dem Wahlsieg der Demokraten legten Krypto- und traditionelle Märkte zu, und US-Spot-ETFs für Bitcoin und Ether verzeichneten wieder Zuflüsse. Vizepräsident JD Vance und Donald Trump machten den Iran-Krieg für die Niederlage der Republikaner mitverantwortlich; zugleich berichtete der Beitrag von Vermittlungsbemühungen für Gespräche zwischen Washington und Teheran. Fortschritte könnten Ölpreis- und Inflationssorgen mindern, während eine erneute militärische Eskalation die Erholung gefährden könnte.
Enthält Material von dpa-AFX