Starke Ergebnisse und eine erneut angehobene Prognose beflügeln den Kurs dieses US-Biotechnologieriesen. Eine Zulassungserweiterung für einen Blockbuster könnte die Umsätze außerdem bis Ende des Jahrzehnts absichern.
Amgen hat geliefert. Seit BÖRSE ONLINE die Aktie des Biotechkonzerns Ende Mai als einen KI-Gewinner vorgestellt hat, hat sie rund ein Drittel zugelegt und notiert aktuell auf einem neuen Allzeithoch. Die charttechnische Struktur ist entsprechend intakt: Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft bei 316 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 299 Euro, was den Aufwärtstrend bestätigt. Der RSI von 71 signalisiert allerdings eine leicht überkaufte Lage. Kurzfristige Konsolidierungen bis in den Bereich 325 Euro sind denkbar, ohne das Gesamtbild zu trüben.
Die im Mai genannten Kernkatalysatoren, operative Exzellenz, die disziplinierte KI-Integration in die Wirkstoffforschung sowie MariTide als Adipositas-Pipeline-Asset haben sich bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das zweite Quartal vergangene Woche materialisiert. Teils wurden sie sogar übertroffen.
Der Gesamtumsatz kletterte im zweiten Jahresviertel auf 10,1 Milliarden US-Dollar, ein Plus von zehn Prozent und damit noch mal deutlich über den sechs Prozent aus dem ersten Quartal. Der Free Cashflow sprang um 83 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar, nach bereits starken 50 Prozent Plus im Vorquartal. Die Non-GAAP-Betriebsmarge hält stabil bei 48 Prozent. Der KI-Vorteil, den wir im Mai als strukturellen Wettbewerbsvorsprung identifizierten, lässt sich zwar weiterhin nicht aus einer einzelnen Bilanzzeile herauslesen, zeigt sich aber in der Breite: 298 aktive klinische Studien, 43.000 Patienten auf Studie, eine F & E-Quote, die bei rund 19 Prozent der Produktumsätze stabil bleibt, obwohl das MariTide-Programm auf sieben parallele Phase-III-Studien angewachsen ist.
Prognose angehoben
Die Jahresprognose hat das Amgen-Management im Zuge der Zahlenpräsentation erneut angehoben. Statt bislang 37,1 bis 38,5 Milliarden Dollar Umsatz werden nun 38,2 bis 39,4 Milliarden erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 22,30 und 23,50 Dollar liegen. Es ist das zweite Upgrade in Folge. Ein Teil des Wachstums dürfte dabei vom Cholesterinsenker Repatha kommen. Das Präparat hat im vergangenen Jahr bereits drei Milliarden Dollar umgesetzt und hat aktuell gute Chancen auf eine EU-Zulassungserweiterung. Mitte Juli hatte der Ausschuss für Humanarzneimittel CHMP der Europäischen Arzneimittel-Agentur eine positive Stellungnahme abgegeben, um die Zulassung auf Erwachsene mit einem hohen Risiko für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen auszuweiten.
Auch für einkommensorientierte Anleger bleibt Amgen attraktiv. Am 21. August werden 2,52 Dollar je Aktie als Quartalsdividende ausgezahlt, was annualisiert rund zehn Dollar und einer Rendite von 2,4 Prozent entspricht. Der Konzern setzt damit eine positive Serie fort: 14 Jahre in Folge hat das Unternehmen seine Dividende erhöht.
Fazit
Amgen bleibt im Biotech-Umfeld ein Outperformer. Aufgrund der weiter guten Aussichten erhöhen wir das Kursziel und ziehen den Stopp nach.
Dieser Text stammt aus der BÖRSE-ONLINE-Ausgabe 34/2026. Wenn Sie auch das Kurziel und den Stoppkurs für die Amgen-Aktie erfahren möchten, können Sie das Heft hier als E-Paper kaufen.