So startet der DAX in die neue Woche und das ist jetzt wichtig. Im Fokus: SpaceX, Bitcoin, OpenAI, Trump, Schneider Electric, Softbank, Iran, Öl.
Zum Auftakt der neuen Börsenwoche zeichnen sich am deutschen Aktienmarkt zunächst keine größeren Kursbewegungen ab. Der X-Dax signalisierte eine Stunde vor Handelsbeginn ein Plus von 0,1 Prozent auf 25.259 Zähler. Damit hält sich der Dax über der runden Marke von 25.000 Zählern.
Nach dem Rekordhoch von 26.618 Punkten Ende August waren die Aktienkurse in den vergangenen Wochen vor allem wegen der steigenden Ölpreise und deutlich gestiegener Anleiherenditen unter Druck geraten. Am Donnerstag war der deutsche Leitindex bis auf 24.831 Zähler und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli gefallen. Am Freitag erholte sich der Dax dann etwas im Zuge eines schwächer als gedachten US-Arbeitsmarktberichtes, der Inflations- und Zinssorgen etwas milderte.
Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank erwähnt die politische Unsicherheit, die dazu führe, dass internationale Investoren einen zunehmend großen Bogen um europäische Aktien machten. "Deutsche Landtagswahlen, die auf einen politischen Umbruch hindeuten, Massenproteste und mögliche Neuwahlen in Spanien, die Zwischenwahlen in den USA und die französischen Wahlen im Frühjahr - im nächsten halben Jahr wird man als Anleger an dem Thema Politik nicht vorbeikommen", schlussfolgerte der Experte.
Der Euro setzte am Montag seine Talfahrt der vergangenen Wochen fort und fiel unter die Marke von 1,12 US-Dollar. Für Exportunternehmen ist das zwar positiv, doch die politische Unsicherheit bereitet Investoren Sorgen. "Anleger entziehen dem Euro das Vertrauen", kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Das Misstrauen in die Kreditwürdigkeit der Eurozone wächst." So stand vor dem Wochenende der jüngste Anstieg der Renditen französischer Staatsanleihen im Fokus. In der zehnjährigen Laufzeit lag die Rendite deutlich höher im Vergleich zu Bundesanleihen.
Weitere Nachrichten
Schneider Electric übernimmt PTC für 22,6 Milliarden Dollar
Schneider Electric will den US-Softwareanbieter PTC für 205 Dollar je Aktie beziehungsweise insgesamt 22,6 Milliarden Dollar übernehmen. Der Preis liegt 42 Prozent über dem letzten Schlusskurs; Schneider erwartet ab dem dritten Jahr jährliche Kostensenkungen von 250 Millionen Euro und Umsatzsynergien von 800 Millionen Euro. Der Abschluss ist bis zum dritten Quartal 2027 geplant.
SoftBank-Chef warnt vor Risiken der Superintelligenz
Masayoshi Son forderte, mächtige KI-Modelle international zu kontrollieren, da Superintelligenz in den falschen Händen gefährlich werden könne. SoftBank hat knapp 65 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und finanziert einen Teil davon über hoch verzinste Anleihen. Zugleich stellte der US-Technologieberater in Kyoto eine Initiative von 17 Ländern vor, die KI in der Forschung einsetzen wollen.
Infineon profitiert von Chip-Rally und schwachen US-Arbeitsmarktdaten
Infineon stieg am Freitag um 8,8 Prozent und war damit stärkster DAX-Wert, nachdem schwache US-Arbeitsmarktdaten die Zinssorgen dämpften und Chipwerte an der Wall Street zulegten. Für das laufende Quartal erwartet der Konzern rund 4,7 Milliarden Euro Umsatz und eine Segmentergebnis-Marge von etwa 23 Prozent, gestützt durch die Nachfrage aus KI-Rechenzentren. Die nächsten Quartals- und Jahreszahlen will Infineon am 10. November vorlegen.
Musk kündigt Umbenennung von SpaceXAI in SpaceXSI an
Elon Musk erklärte auf X, SpaceX wolle seine KI-Sparte in SpaceXSI umbenennen. Damit greift das Unternehmen den von US-Präsident Donald Trump bevorzugten Begriff „Superintelligenz“ statt „künstlicher Intelligenz“ auf. Einen Zeitplan nannte Musk nicht; zum Zeitpunkt der Meldung war der Name des X-Kontos noch unverändert.
Iran knüpft Öffnung der Straße von Hormus an sieben Bedingungen
Iran will die Straße von Hormus erst wieder öffnen, wenn die USA sieben Bedingungen aus einer früheren Vereinbarung erfüllen. Teheran übermittelte seine grundsätzliche Reaktion auf den US-Vorschlag über Vermittler und erklärte, die Wiederherstellung der Sicherheit in der Meerenge habe Vorrang. Die anhaltende Blockade gefährdet eine wichtige Route für Öl- und Flüssiggastransporte und hält Risiken für Versorgung, Frachtkosten und Inflation aufrecht.
Verdachtsfall auf Pest in Russland bislang unbestätigt
Nach dem Tod einer Mitarbeiterin eines russischen Forschungsinstituts überwachen die US-Regierung und russische Behörden die Lage in der Region Irkutsk. Medienberichten zufolge könnten fast 200 Kontaktpersonen unter Beobachtung oder Isolation stehen, doch die russischen Behörden haben eine Pestinfektion nicht bestätigt und sprechen von einer Lungenentzündung unbekannter Ursache. Erste Tests bei den überwachten Personen waren negativ; Hinweise auf eine Weiterverbreitung liegen bislang nicht vor.
Saudi Aramco senkt November-Ölpreise für Asien deutlich
Saudi Aramco senkte den Preis für Arab Light in Asien für November um drei Dollar auf fünf Dollar unter den Durchschnittspreis von Oman und Dubai. Der Abschlag ist laut Bericht der größte seit Juni 2020 und soll unter anderem erhöhte Transportkosten ausgleichen. Für Nordwesteuropa erhöhte Aramco die Preise aller Sorten dagegen um drei Dollar je Barrel.
Altman und Anthropic streiten über den Umgang mit KI-Risiken
OpenAI-Chef Sam Altman plädiert für breiten Zugang zu leistungsfähiger KI und dafür, gewisse Schäden zugunsten des gesellschaftlichen Nutzens in Kauf zu nehmen. Anthropic tritt grundsätzlich für strengere Schutzvorkehrungen bei besonders fortgeschrittenen Modellen ein, während OpenAI zuletzt mehrere Sicherheitsinitiativen unterstützt hat. Die unterschiedlichen Ansätze könnten beeinflussen, wie schnell neue KI-Systeme auf den Markt kommen und welche Kosten Regulierung für Unternehmen verursacht.
Bitcoin richtet den Blick auf US-Konjunkturdaten
Bitcoin stieg am Montagmorgen kurzzeitig auf knapp unter 87.000 US-Dollar und fiel anschließend wieder unter 86.000 US-Dollar. Rückenwind kam von schwächeren US-Arbeitsmarktdaten sowie der Auflösung von Short-Positionen im Wert von rund 57 Millionen Dollar. Um 16 Uhr steht der US-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Fokus, dessen Preisentwicklung Hinweise auf den künftigen Zinskurs der Notenbank liefern könnte.
Enthält Material von dpa-AFX