Der DAX kann am Freitag mit Gewinnen starten, doch die Sorge der Marktteilnehmer ist groß. Im Fokus: Oracle, Adobe, SpaceX, United Internet, Trump, Iran, Japan und Bitcoin.

Der Dax könnte am Freitag einen Stabilisierungsversuch wagen. Angesichts der weiter steigenden Ölpreise und vor wichtigen Inflationsdaten aus den USA hält sich die Kaufbereitschaft der Anleger aber in Grenzen.

Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator ein Plus von knapp 0,3 Prozent auf 25.431 Punkte. Damit bliebe der deutsche Leitindex klar über der für den mittel- bis langfristigen Trend wichtigen 100-Tage-Linie. Auf Wochensicht zeichnet sich aber ein Verlust von 2,4 Prozent ab. Sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 wird am Freitagmorgen knapp 0,4 Prozent höher erwartet.

Aus Übersee kommt keine Unterstützung für die hiesigen Märkte. In New York weiteten die wichtigsten Indizes am Donnerstag nach dem europäischen Handelsende ihre Verluste noch etwas aus, und in Asien dominierten zuletzt die Verluste, insbesondere bei den technologielastigen Leitindizes in Tokio und Seoul.

Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit Mai und nähert sich der Marke von 110 US-Dollar. "Wenn die Ölpreise und Anleiherenditen nicht vom Berg zurückkommen, muss die Risikoprämie ihnen nachsteigen", erklärte Marktexperte Stephen Innes den "Makro-Stress", den die Anleger nicht mehr so leicht ignorieren könnten. Was er meint: Aktien werden im Vergleich zu vermeintlich sichereren Anlagen unattraktiver und die Investoren müssen sich den veränderten Risiken anpassen, auch durch Abbau von Aktienpositionen.

Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs reagiert. In der kommenden Woche wird von der US-Notenbank Fed eine ähnlicher Schritt befürchtet. Umso wichtiger werden die US-Inflationsdaten am Nachmittag. Der Anstieg der Erzeugerpreise hatte sich im August bereits beschleunigt.

DAX (WKN: 846900)

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Oracle profitiert von KI-Nachfrage

Oracle hat im ersten Quartal den Umsatz mit Cloud-Infrastruktur auf 7,4 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Der Konzernumsatz stieg um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar, während der Gewinn um 63 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar zulegte. Für das Gesamtjahr erwartet Oracle nun mindestens 90 Milliarden Dollar Umsatz, worauf die Aktie nachbörslich knapp sechs Prozent gewann.

United Internet baut bei Töchtern Stellen ab

Die United-Internet-Töchter 1&1 und Ionos wollen mit Restrukturierungen insgesamt rund 800 Arbeitsplätze abbauen. Bei 1&1 sinkt deshalb die operative Ergebnisprognose für 2026 von 800 auf 740 Millionen Euro, während Ionos an seinem Ausblick von rund 530 Millionen Euro festhält. Die Programme sollen ab 2027 beziehungsweise 2028 jährliche Einsparungen von bis zu 55 Millionen Euro ermöglichen.

Adobe gibt vorsichtigen Ausblick

Adobe erwartet im vierten Geschäftsquartal einen Umsatz zwischen 6,8 und 6,85 Milliarden US-Dollar und liegt damit beim Mittelwert knapp unter den Analystenschätzungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 6,30 bis 6,35 Dollar erreichen, nachdem der Umsatz im dritten Quartal um 13 Prozent auf 6,76 Milliarden Dollar gestiegen war. Investoren sorgen sich wegen generativer KI um das bisherige Geschäftsmodell, die Aktie gab nachbörslich leicht nach.

SpaceX schließt milliardenschweren KI-Vertrag

SpaceX hat einen KI-Hosting-Vertrag über rund 1,11 Milliarden US-Dollar monatlich abgeschlossen, der ab Dezember starten und die jährliche wiederkehrende Umsatzrate des Unternehmens stützen soll. Der Konzern plant, seine terrestrische Rechenkapazität von gut zwei Gigawatt bis 2027 auf fünf bis zehn Gigawatt auszubauen und investiert zugleich in eigene KI-Produkte. Langfristig setzt SpaceX auf Rechenzentren im All, wiederverwendbare Starship-Raketen sowie neue Satelliten- und Mobilfunkdienste.

USA kündigen neue Sanktionen gegen Bank an

US-Finanzminister Scott Bessent hat für die kommende Woche Sanktionen gegen eine noch nicht benannte große Bank angekündigt. Die Maßnahme soll den Druck auf Iran erhöhen und folgt bereits verhängten Sanktionen gegen Finanz-, Öl-, Schifffahrts- und Logistiknetzwerke. Bessent erklärte zudem, eine türkische Großbank, die Iran unterstützt habe, werde geschlossen.

Japans Erzeugerpreise steigen weiter

Der japanische Corporate Goods Price Index stieg im August auf Jahressicht um 7,6 Prozent und übertraf damit die Erwartungen von 7,4 Prozent. Zugleich erholte sich die Stimmung großer Hersteller im dritten Quartal deutlich auf 7,6 Punkte, den höchsten Stand seit Ende 2021. Die Daten stützten die Erwartungen an einen geldpolitischen Straffungskurs der Bank of Japan, während Nikkei und Topix deutlich nachgaben.

Krypto-Markt wartet auf US-Inflationsdaten  

Die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für August könnte die Zinserwartungen vor der Fed-Sitzung am 15. und 16. September deutlich verändern. Ein stärkerer Inflationsanstieg würde höhere Zinsen wahrscheinlicher machen und damit Bitcoin sowie andere Kryptowährungen belasten, während schwächere Daten die Märkte entlasten könnten. Vor dem Bericht standen Bitcoin, Ethereum und Solana unter Druck, zudem verzeichneten US-Spot-ETFs weitere Nettoabflüsse.

Enthält Material von dpa-AFX

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