Der Schuldenberg der USA ist erstmals über 40 Billionen Dollar gestiegen, die Anleihenmärkte reagieren mit hohen Renditeaufschlägen. Robert Halver erklärt, wie die USA die Schulden abbauen wollen – und was das für unsere Anlagestrategie bedeutet.
Robert Halver hat in 35 Jahren an der Börse schon viele Krisen kommen und gehen gesehen. Doch diese Dimension ist auch ihm neu: Auf 40 Billionen Dollar summiert sich der Schuldenberg der USA – und die Zinsen steigen. Die gesamte Welt ist sogar mit 350 Billionen Dollar verschuldet. Halver ist sich sicher: Das wird keiner jemals zurückzahlen können. „Wir sind jetzt am Point of no return“, sagt er im Youtube-Interview mit BÖRSE ONLINE.
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Inflation ist „gekommen, um zu bleiben“
Was also wird die Lösung sein? Die USA werden die Inflation für sich arbeiten lassen, glaubt Halver. Die aktuell ausgewiesenen Zahlen seien eher zu niedrig. „Wir wissen, dass wir in punkto Inflation hinter die Fichte geführt werden“, sagt er. Dazu müsse man sich nur die Preisentwicklung in den Supermärkten in den USA ansehen. Die Inflation sei „gekommen, um zu bleiben“. Zudem sei es kein Geheimnis, dass die USA in der Geschichte regelmäßig, vor allem nach den beiden Weltkriegen oder dem Krieg in Vietnam die Inflation laufen ließen, um ihre aufgetürmten Schulden klammheimlich zu entwerten.
Ein Elfmeter ohne Torwart
Für Anleger bedeutet das: Keine Zinspapiere kaufen, sondern reale Werte: „Inflation ist im Grunde genommen der Elfmeter ohne Torwart für das Sachkapital“, sagt Halver. Das gelte vor allem für Aktien, aber auch für Gold und Silber. Gold sehe er in seinem eigenen Portfolio weniger als Spekulationsobjekt, sondern als Absicherung. „Das ist das Sicherste, was man haben kann.“
„Machen wir doch das Beste draus“
Im Übrigen sollten sich die Anleger vom Auf und Ab der Märkte nicht kirre machen lassen. Und auch nicht von denen, die nur das Negative am Standort Deutschland und seiner Wirtschaft sähen. „Natürlich ist die Welt nicht ideal – machen wir als Anleger doch das Beste draus“, sagt Halver. Die Rückschau zeige, dass es jedes Mal falsch gewesen wäre, bei Rückschlägen aus dem Aktienmarkt auszusteigen. Offenbar sei die Aktie „eine Anlageform, die funktioniert“, so der Kapitalanalyst der Baader Bank.
Es gebe auch abseits von KI genügend spannende Investitionsmöglichkeiten; nicht nur im DAX, sondern insbesondere auch bei deutschen Nebenwerten, etwa im Maschinenbau.
Wenn Sie außerdem wissen wollen, was Robert Halver zu KI-Aktien sagt, wie er Silber einschätzt und warum Festgeld für ihn mittlerweile eine spekulative Anlage ist, dann sollten Sie sich hier das komplette Interview ansehen.