Hierzulande gibt es mehr als 20 börsennotierte Unternehmen, die ihre Dividenden 2026 ganz oder teilweise steuerfrei aus den Kapitalreserven zahlen. Ein Maschinenbauer aus dem Münsterland ist Ende August einer der letzten aus diesem Kreis.
Details zur Dividendenzahlung
Auf der Hauptversammlung von Aumann am 28. August 2026 soll eine Dividende in Höhe von 1,11 Euro pro Aktie beschlossen werden. Der Ex-Tag ist der 31. August. Die Dividende wird ab dem 2. September durch die depotführenden Banken ausgezahlt. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei hohen acht Prozent.
Ausschüttung 2026 größtenteils steuerfrei
Im Jahr 2026 wird die Auszahlung der Dividende nur mit partiellem Abzug (Anteil: 0,37 Euro) von Abgeltungsteuer zuzüglich Soli-Zuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer erfolgen. Dagegen sollen 0,74 Euro der Dividende vom Einlagekonto ohne Abzug von Kapitalertragsteuer ausgezahlt werden.
Der rechtliche Hintergrund
Basis für diese rechtliche Gestaltung sind bilanzrechtliche Umstrukturierungen in der Vergangenheit. Das Einlagekonto hat steuerlich die Funktion, dass die von den Anteilseignern geleisteten Gesellschaftereinlagen von den durch die Gesellschaft selbst erwirtschafteten Gewinnen getrennt werden. Aktionäre bekommen so die Ausschüttung „brutto für netto“ auf ihr Depot-Verrechnungskonto überwiesen, ohne dass der Sparpauschbetrag (1000 Euro Singles, 2000 Euro zusammenveranlagte Partner) belastet wird.
Dauerhafte Steuerfreiheit
Langfristig profitieren bei Ausschüttungen von Einlagekonten nur Anleger, die entsprechende Dividendenpapiere bereits vor Einführung der Abgeltungsteuer 2009 gekauft haben: Sie kassieren bei späteren Verkäufen Kursgewinne ohne Abzug steuerfrei. Der Börsengang von Aumann erfolgte 2017.
Steuerstundungs-Effekt
Alle Aktionäre, die später, also seit 2009, eingestiegen sind, erzielen bei Dividendenzahlungen vom Einlagekonto zumindest einen „Steuerstundungs“-Effekt: Beim Verkauf werden die steuerfreien Ausschüttungsanteile vom Kaufkurs abgezogen, die Differenz zwischen reduziertem Einstandspreis und Verkaufskurs ist dann kapitalertragsteuerpflichtig.
Zum Unternehmen
Die Aumann AG mit Sitz in Beelen (Münsterland) ist ein führender deutscher Hersteller von Spezialmaschinen und automatisierten Produktionslinien. Das Unternehmen ist auf die Automobilindustrie fokussiert und wichtiger Zulieferer im Bereich Elektromobilität.