Für 2027 gibt es neue Typklassen bei der Kfz-Versicherung, die zu hohen Preisunterschieden führen. Welche Modelle günstiger oder teurer eingestuft werden – und worauf es beim Versicherungsbeitrag noch ankommt.
Für die Autos von 7,4 Millionen Menschen in Deutschland haben die Versicherer die Typklassen angehoben. Darin spiegeln sich Unfallzahlen und Reparaturkosten wider. Für 5,1 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer wird die Einstufung dagegen günstiger, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte.
Zwei Beispiele: Der VW T7 Multivan 2.0 TDI wird in der Haftpflicht um zwei Klassen günstiger eingestuft. Für den Citroën C5 1.2 geht es dagegen um zwei Klassen nach oben.
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Isetta, Goggomobil und Ente in der niedrigsten Typklasse
Die beiden Modelle sind Teil einer Statistik mit 33.860 Autotypen. Die Versicherer berücksichtigen alle in Deutschland zugelassenen Modelle – auch jahrzehntealte Oldtimer.
Besonders günstig sind die historischen Kleinwagen eingestuft. Die in den 1950er Jahren als „Knutschkugel“ bekannte BMW Isetta, das Goggomobil und die „Ente“, der Citroën 2CV, liegen in allen drei Arten der Kfz-Versicherung in der niedrigsten Typklasse 10.
Warum die Einstufung so niedrig ausfällt, haben die GDV-Statistiker nicht ermittelt. Von diesen historischen Modellen sind nur noch wenige zugelassen. Vermutlich werden sie von ihren Besitzern liebevoll gepflegt und selten gefahren.
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So unterscheiden sich Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko
Das Typklassen-System ist komplex: In der Haftpflicht gibt es 16 Klassen, von 10 bis 25. Die Vollkasko umfasst 25 Typklassen, nummeriert von 10 bis 34.
Die Haftpflicht bildet Schäden ab, die Autofahrer bei Unfällen am Eigentum anderer verursachen. In der Teilkasko sind zusätzlich etwa Hagelschäden, Wildunfälle oder Diebstahl versichert. Selbstverschuldete Schäden am eigenen Auto deckt nur eine Vollkasko-Police.
Porsche bei Kasko ungünstig, Range Rover bei Haftpflicht
„Als Faustregel gilt: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus“, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Günstige Kleinwagen liegen meist auch bei den Kasko-Typklassen niedrig. So ist der Renault Twingo in der niedrigsten Vollkasko-Typklasse 10 eingestuft, der Fiat Panda in Klasse 11.
In der Teil- und Vollkasko schneiden mehrere Porsche-911-Carrera-Modelle jüngerer und älterer Jahrgänge am ungünstigsten ab. In der Haftpflicht sind dieselben Porsche-Modelle dagegen sämtlich in der niedrigsten Typklasse 10 eingestuft. Ihre Fahrer sind demnach sicher unterwegs und selten in Unfälle verwickelt. Am oberen Ende der ungünstigsten Haftpflicht-Typklasse finden sich mehrere Sportmodelle von Range Rover.
Auch Wohnort und Alter beeinflussen den Beitrag zur Kfz-Versicherung
Für die große Mehrheit der Autobesitzerinnen und -besitzer ändert sich in diesem Jahr nichts: Gut zwei Drittel behalten die bisherigen Typklassen ihrer Autos. Die Typklasse ist einer von mehreren Faktoren bei der Berechnung des Kfz-Versicherungsbeitrags. Auch der Wohnort spielt über die Regionalklasse eine Rolle.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Alter der Besitzer. Ältere Autofahrer ab Mitte sechzig verursachen ebenso wie sehr junge Menschen am Steuer erheblich mehr Unfälle als Menschen mittleren Alters. Deshalb sind die Versicherungsbeiträge in der Mitte des Lebens deutlich günstiger.
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Enthält Material von dpa-AFX
Häufige Fragen
Für wie viele Autofahrer ändern sich die Typklassen?
Für 7,4 Millionen Menschen steigen sie, für 5,1 Millionen werden sie günstiger. Gut zwei Drittel behalten ihre bisherigen Typklassen.
Welche Modelle werden günstiger oder teurer eingestuft?
Der VW T7 Multivan 2.0 TDI wird beispielsweise in der Haftpflicht zwei Klassen günstiger, der Citroën C5 1.2 zwei Klassen teurer.
Wovon hängt der Kfz-Versicherungsbeitrag ab?
Unter anderem von der Typklasse, dem Wohnort und dem Alter der versicherten Person.