Die Goldpreis-Prognosen der London Bullion Market Association (LBMA) gehören seit vielen Jahren zu den viel beachteten Stimmungsbarometern am Edelmetallmarkt. Nun hat die LBMA ihre Prognosenumfrage für 2026 einem Zwischencheck unterzogen. 

Seit 2010 ermittelt die LBMA zum Jahresanfang die durchschnittlichen Analystenschätzungen für Gold, Silber, Platin und Palladium und belohnt die treffsichersten Edelmetallexperten am Ende des Jahres mit einem Unzenbarren in Gold. In den vergangenen drei Jahren hatten die Experten die Dynamik des Goldpreises aber stets unterschätzt: 2023, 2024 und 2025 lag der tatsächliche Jahresdurchschnitt jeweils über dem zuvor prognostizierten Mittelwert. Besonders deutlich fiel die Differenz 2025 aus: Statt der erwarteten 2.735 Dollar erreichte Gold im Jahresdurchschnitt 3.432 Dollar – rund 25 Prozent mehr.

Das Ergebnis des jüngsten Zwischenchecks ist für Anleger besonders interessant, weil sich die Erwartungen nach den extremen Schwankungen der ersten sieben Monate erheblich verändert haben. Für das Jahresende rechnen die 16 befragten professionellen Analysten im Durchschnitt mit einem Goldpreis von rund 4.500 Dollar je Feinunze. Die Bandbreite der Prognosen reicht allerdings von lediglich 3.879 bis 5.100 Dollar und verdeutlicht damit, wie unsicher der weitere Kursverlauf aktuell eingeschätzt wird.

Goldpreis-Prognose 2026: Analysten lagen zunächst zu hoch

Zum Jahresanfang war die Stimmung deutlich optimistischer. An der regulären LBMA-Prognose hatten sich 28 Goldexperten beteiligt. Im Durchschnitt erwarteten sie für das Gesamtjahr 2026 einen Goldpreis von 4.742 Dollar. Das wären rund 38 Prozent mehr als der tatsächliche Durchschnittspreis von 3.432 Dollar im Jahr 2025. Die einzelnen Prognosen gingen allerdings weit auseinander: Der pessimistischste Analyst erwartete einen Jahresdurchschnitt von 4.000 Dollar, während die optimistischste Prognose bei 6.050 Dollar lag. Bei den möglichen Jahreshöchstständen reichte die Spanne sogar bis 7.150 Dollar.

Die ersten sieben Monate des Jahres verliefen dann ausgesprochen turbulent. Ende Januar erreichte der Goldpreis mit 5.502 Dollar ein Rekordhoch, bevor eine massive Korrektur einsetzte. Anfang Juli wurde mit 3.979 Dollar der bisherige Jahrestiefststand registriert. Ende Juli kostete Gold 4.026 Dollar und lag damit seit Jahresbeginn 8,2 Prozent im Minus. Trotz dieses Einbruchs belief sich der durchschnittliche Goldpreis von Januar bis Juli auf 4.596 Dollar. Damit lag er lediglich rund 146 Dollar unter der zu Jahresbeginn abgegebenen Prognose für den Gesamtjahresdurchschnitt.

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Gold (ISIN: XC0009655157)

LBMA-Zwischenbilanz: Erwartungen werden deutlich realistischer

Die neue Umfrage zeigt nun, wie stark die Entwicklung der ersten sieben Monate die Erwartungen verändert hat. Besonders aufschlussreich ist dabei die Prognose für den durchschnittlichen Goldpreis im Gesamtjahr. Statt 4.742 Dollar im Januar erwarten die Analysten inzwischen nur noch 4.604 Dollar. Damit wurde die Prognose um knapp drei Prozent reduziert. Bemerkenswert ist jedoch, dass dieser neue Schätzwert nahezu dem bisherigen Durchschnitt von 4.596 Dollar entspricht. Die Erwartungen haben sich damit deutlich an die Realität des bisherigen Jahresverlaufs angenähert.

Für die zweite Jahreshälfte bleibt die Unsicherheit dennoch außergewöhnlich hoch. Die von den Analysten erwarteten Höchststände reichen von 4.872 bis 5.800 Dollar. Auf der Unterseite halten einzelne Experten sogar einen Rückgang bis auf 3.450 Dollar für möglich. Von einem einheitlichen Konsens über die weitere Richtung kann daher keine Rede sein.

Goldpreis zum Jahresende bei rund 4.500 Dollar erwartet

Für Anleger ist außerdem wichtig, zwischen zwei verschiedenen Prognosen zu unterscheiden. Die genannten 4.604 Dollar beziehen sich auf den erwarteten Durchschnittspreis des gesamten Jahres 2026. Daneben fragte die LBMA bei ihrem Zwischencheck nach dem erwarteten Goldpreis zum Jahresende. Hier liegt der Mittelwert der 16 Analysten bei rund 4.500 Dollar, wobei die Einzelprognosen zwischen 3.879 und 5.100 Dollar schwanken.

Damit erwarten die Experten zwar eine Erholung gegenüber dem Stand von Ende Juli, rechnen im Durchschnitt aber nicht mit einer Rückkehr zum Rekordhoch vom Januar. Gleichzeitig zeigt die enorme Prognosespanne, dass Vorhersagen derzeit vor allem eines sind – ausgesprochen unsicher.

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