Das Iran-Abkommen lässt die Weizenpreise fallen. Was das für Landwirte, Konzerne und Anleger bedeutet.

Das Iran-Abkommen wirkt sich nicht nur auf Öl- und Gaspreise aus – auch Agrarrohstoffe sind betroffen. Da nun die Straße von Hormus frei wird, kann der Handel wieder fließen, der ebenso für Weizen, Mais und Co wichtig ist.

Iran-Abkommen: Auch der Weizenpreis fällt

Was für viele Menschen auf dem Erdball eine Erleichterung bedeutet – vor allem die Golfregion ist bei Agrarrohstoffen wie Weizen stark auf Importe angewiesen – dürfte Landwirte und der Landwirtschaft verbundene Unternehmen unter Druck setzen. 

Denn der Weizenpreis (Euronext, September-Kontrakt) fiel nach Bekanntwerden des Abkommens diese Woche unter die wichtige 200-Euro-Marke und laviert seitdem um diese Grenze herum. 

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Gründe dafür gibt es viele: Der nun wieder niedrigere Ölpreis schwächt die Nachfrage nach Biokraftstoffen, zudem hat das US-Landwirtschaftsministerium seine Prognose für die weltweite Weizenproduktion angehoben. Sowohl in Russland als auch in anderen Ländern wie der Ukraine und Deutschland wird eine vielversprechende Ernte erwartet.

Weiterführende Links

Fallende Weizenpreise: Was das für Unternehmen und Anleger bedeutet

Für deutsche Landwirte bedeutet das nichts Gutes: Die Preise fallen zur Erntezeit, während sie zuvor wegen des Nahostkonflikts höhere Produktionskosten hatten. Doch nicht nur Bauern sind von den fallenden Weizenpreisen betroffen. Das Getreide ist als globales Grundnahrungsmittel ein wichtiger Preistreiber für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie. Es sind also auch Unternehmen entlang der gesamten agrarischen Wertschöpfungskette betroffen.

Hier wird es auch für Anleger spannend - und zwar nicht nur für die, die in mit Weizen verbundene Finanzprodukte wie den Teucrium Wheat Fund investiert haben. Auch bei großen multinationalen Unternehmen aus dem Agrar- und Nahrungssektor dürfte der Weizenpreis und seine Entwicklung von Interesse sein. 

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Zwar ist bei vielen dieser Unternehmen der Weizenpreis nur ein Faktor von vielen, der über Erfolge, Umsätze und Aktienkurs bestimmt. Doch die Charts zeigen bei ausgewählten Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette eine Abwärtsbewegung (bei ADM allerdings auf hohem Niveau). Zwei davon haben vor kurzem die 200-Linie unterschritten.

Düngemittelproduzenten: Nutrien

Nutrien (WKN: A2DWB8)

Saatguthersteller: KWS Saat

KWS Saat (WKN: 707400)

Getreidehändler: Archer-Daniels-Midland (ADM)

Archer Daniels Midland (WKN: 854161)

Nahrungsmittelproduzenten: General Mills

General Mills (WKN: 853862)

Häufige Fragen

Kann man Geld in Weizen anlegen?

Anleger können über die Börse in Weizen investieren, um von Preissteigerungen zu profitieren oder das Portfolio zu diversifizieren. Dafür eignen sich spezielle Finanzprodukte wie etwa ETCs (Exchange Traded Commodities).

Warum beeinflusst ein Abkommen mit dem Iran den Weizenpreis? 

Die globalen Rohstoffmärkte sind eng miteinander verwoben. Die Öffnung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, erleichtert nicht nur den Öltransport, sondern auch den Handel mit Agrarrohstoffen wie Weizen. Gleichzeitig drückt ein sinkender Ölpreis die Nachfrage nach Biokraftstoffen – und damit indirekt auch den Preis für Getreide, das sonst zur Kraftstoffproduktion genutzt würde.

Wer ist von fallenden Weizenpreisen betroffen? 

Verbraucher weltweit – besonders in importabhängigen Regionen wie der Golfstaaten – können in diesem Fall wohl von günstigeren Lebensmittelpreisen profitieren. Problematisch ist es hingegen für Landwirte, auch in Deutschland: Sie haben in der Vergangenheit wegen des Nahostkonflikts mehr für Düngemittel und Saatgut bezahlt und stehen nun einer Ernte gegenüber, die sie zu niedrigeren Preisen verkaufen müssen. Auch Unternehmen entlang der gesamten Agrarwertschöpfungskette – von Düngemittelproduzenten wie Nutrien bis zu Getreidehändlern wie ADM – sind davon betroffen.


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