(neu: Kurs, EU-Abstimmung ergänzt)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Bayer sind am Mittwoch auf den höchsten Stand des Monats geklettert. Damit drehten sie auch für 2026 wieder leicht ins Plus. Zuletzt gewannen sie noch 3,33 Prozent bei 37,21 Euro. Die Anleger setzen offenbar auf eine günstige Entscheidung des obersten US-Gerichts im Durnell-Fall, die Signalwirkung für viele weitere Glyphosat-Rechtstreitigkeiten hätte.

Dabei ist die juristische Ausgangslage derzeit unübersichtlich. Denn neben der Einzelfall-Entscheidung mit Grundsatzcharakter muss die US-Justiz auch ein Urteil über den Glyphosat-Vergleich der Leverkusener fällen. Und hier ist bisher nicht einmal klar, welches Gericht dafür zuständig ist - ein Gremium im Staat Missouri oder aber ein Bundesgericht in Nordkalifornien. Dass dort ein Richter sitzt, der schon einmal eine für Bayer negative Vergleichsbewertung getroffen hatte, macht die Lage noch komplizierter.

Analyst Matthew Weston von der UBS hatte erst am Morgen ein neues Negativszenario skizziert, in dem es im allerdings unwahrscheinlichen Fall bis auf 28 Euro abwärts gehen könnte für die Aktien. Grundsätzlich bleibt er aber optimistisch mit einem Kursziel von 52 Euro aus seinem Basisszenario.

Die Analysten tun sich insgesamt auch nach Rücksprache mit Juristen in ihrer Bewertung sehr schwer. So beschrieb Sebastian Bray von Berenberg die Wahrscheinlichkeiten für das Supreme-Court-Votum jüngst als ziemlich nahe an einem Münzwurf.

Gegen Mittwochmittag gab es positive Nachrichten für Bayer aus Europa: Mit modernen Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel dürfen in der EU künftig ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarkt verkauft werden. Das Europäische Parlament stimmte mehrheitlich dafür, entsprechende Züchtungen in vielen Fällen von bislang strengen EU-Gentechnikregeln auszunehmen. Bayer produziert in seiner Agrarsparte Saatgut für gentechnisch modifizierte Nutzpflanzen./ag/ajx/jha

Quelle: dpa-Afx