(Neu: Oddo-Abstufung, Kommentare zur Telefonkonferenz)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Bilfinger
Experten sprachen von einer "bitteren" oder "massiven Gewinnwarnung", die angesichts des anhaltenden Kriegs im Nahen Osten vom Unternehmen mit einer weiterhin mauen Nachfrage begründet wurde. Die zuvor avisierte Erholung im zweiten Halbjahr bleibe aus, betonte Deutsche-Bank-Analyst Michael Kuhn. Chaima Ferrandon von der Investmentbank Oddo BHF stufte die Aktien angesichts der unklaren Perspektiven von "Outperform" auf "Neutral" ab.
Bilfinger erwartet die operative Marge (Ebita) jetzt bei 3,2 bis 3,6 Prozent, wobei darin Einmalkosten für ein neu aufgelegtes Sparprogramm enthalten sind. Darum bereinigt würde die Spanne bei 4,6 bis 5,0 Prozent liegen. Im Vergleich dazu hatte das Unternehmen zuletzt das untere Ende der ursprünglichen Spanne von 5,8 bis 6,2 Prozent in Aussicht gestellt. Bilfinger war bereits bei der Vorlage der Halbjahreszahlen vorsichtiger geworden.
Deutsche-Bank-Experte Kuhn verwies auf einen geringeren Abruf von Dienstleistungen aus Rahmenverträgen und weitere Verzögerungen bei Wartungs- und Investitionsarbeiten. Eine geringe Personalauslastung belaste die Margen, genauso wie das Fehlen komplexerer und höherwertiger Aufträge. Ein Börsianer geht davon aus, dass die Konsensschätzungen für das operative Ergebnis auf bereinigter Basis um ein Fünftel gekürzt werden.
Kuhn berichtete etwas später noch von einer Telefonkonferenz mit näher spezifizierten Aussagen. Demnach verschöben Kunden ihre Entscheidungen von Monat zu Monat, ohne dass es zu nennenswerten Stornierungen komme. Als Grund würden hohe Energiekosten und das schwer planbare wirtschaftliche Umfeld genannt. Kunden zögerten nach absolvierten Vorplanungen und Genehmigungsverfahren mit dem Übergang zur Umsetzung.
Kuhn liest aus den Bilfinger-Aussagen heraus, dass der Bedarf für die vorgesehenen Arbeiten weiterhin besteht oder sogar noch zunimmt, aber dass die Aktivität in diesem Jahr nicht mehr ausreichend anziehen wird, um die Verzögerungen noch auszugleichen. Für das Geschäftsjahr 2027 gehe das Management dann aber wieder von einer Normalisierung aus./tih/edh/stk
Quelle: dpa-Afx