(Neu: Schlusskurs, auch andere Software-Werte belastet)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Softwareunternehmen Teamviewer hat am Dienstag seinen Aktien mit einer gekappten Umsatzprognose schwer zugesetzt. Der Kurs des Fernwartungssoftware-Anbieters brach um fast 27 Prozent ein, weil 2026 jetzt kein Umsatzwachstum mehr erwartet wird. Mit 5,13 Euro notierte der Kurs zeitweise auf dem tiefsten Stand seit Juli. Die Jahresbilanz ist durch den Kurseinbruch wieder klar negativ geworden.

Die im SDax notierte Aktie, die 2020 noch Profiteurin der Corona-Krise gewesen war, biegt damit wieder auf einen düsteren Kurspfad ein, auch wenn es seit dem Sommer eine Erholungsrally im Zuge allgemein nachlassender KI-Konkurrenzsorgen im Software-Sektor gegeben hatte.

Fast 90 Prozent hatte der Teamviewer-Kurs seit dem Rekordtief vom April bei gut vier Euro zugelegt bis auf das Vormonatshoch von 7,74 Euro. Ein Großteil dieser Rally ist nun wieder passé. Der Börsenwert sackte wieder deutlich unter die Marke von einer Milliarde Euro. Im Sommer 2020 war das seit 2019 an der Börse notierte Unternehmen bis zu rund elf Milliarden Euro wert.

Auch andere Software-Sektorwerte wie Nemetschek oder SAP litten am Dienstag darunter. Als Schwergewicht war SAP für den Dax mit einem Abschlag von 1,8 Prozent eine Belastung.

Teamviewer rechnet wegen verzögerter Vertragsabschlüsse bei Großkunden und wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten in diesem Jahr nicht mehr mit einem Umsatzwachstum. Der Erlös dürfte währungsbereinigt gegenüber dem Pro-Forma-Wert des Vorjahres um ein bis zwei Prozent sinken, hieß es. Bisher war ein Abschneiden mindestens auf Vorjahresniveau bis zu einem Wachstum von 3 Prozent anvisiert worden. Laut dem DZ-Bank-Experten Armin Kremser verhinderten überraschend deutliche Kundenabwanderungen im Enterprise-Bereich ein besseres Abschneiden.

Harald Hof von MWB Research nahm seine Enttäuschung über die Nachrichten denn auch gleich zum Anlass, um seine bisherige Kaufempfehlung aufzugeben. "Die Erholung des Wachstums wird zunehmend unsicher", schrieb der Experte. Er verwies auf zunehmenden Wettbewerb im KI-Bereich und eine nur begrenzte Bereitschaft der Kunden, neue höherwertige Lösungen zu nutzen.

Laut Hof wiegen die Bedenken die Tatsache auf, dass das Unternehmen eine starke Profitabilität aufweise und einen guten Cashflow erwirtschafte. Skeptisch bleibt er auch trotz des Hinweises, dass es mit der Digital-Workplace-Plattform ONE ermutigende Erfolge gebe. Kremser erwähnte entlastend, dass der Marktkonsens die vom Management angepassten Erwartungen bereits weitgehend widerspiegele./tih/ajx/mis/zb

Quelle: dpa-Afx