FRANKFURT (dpa-AFX) - Starke Quartalszahlen und angehobene Jahresziele haben die Südzucker-Aktie am Montag zeitweise deutlich in Richtung ihres vor rund zwei Wochen erreichten Zwischenhochs getrieben. Allerdings fanden Anleger rasch das "Haar in der Suppe", sodass ein Großteil der Gewinne gleich wieder abschmolz.

Nachdem das Papier im Vormittagshandel mit fast 8 Prozent Plus auf über 13 Euro an die Spitze des Nebenwerte-Index SDax gesprungen war, legte es zuletzt nur noch um 2,3 Prozent auf 12,44 Euro zu. Damit rückt die am Morgen locker überwundene 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert und aktuell bei rund 12,52 Euro verläuft, erneut verstärkt in den Blick charttechnisch orientierter Anleger.

Vor allem getrieben durch die Tochter Cropenergies, die von höheren Ethanolpreisen profitiert habe, sowie den Bereich Spezialprodukte sei das operative Ergebnis (Ebitda) im zweiten Geschäftsquartal überraschend stark ausgefallen, lobte ein Händler. Dabei hob er vor allem die als Folge leicht angehobenen Ziele für 2026/27 hervor: Die nun höhere Umsatzprognose sowie die nach oben hin eingeengte Ebitda-Spanne.

Angesichts der gestiegenen Zuckerpreise in den vergangenen Monaten kämen die erfreulichen Zahlen aber nicht ganz überraschend, ergänzte er. Zudem - und das enttäusche - könne die neue Ebitda-Prognose nicht mit dem stärkeren Umsatz Schritt halten.

Barclays-Analyst Alex Sloane schrieb: "Die heutige Mitteilung des Konzerns stützt unsere These einer Ergebniswende, obwohl es bemerkenswerterweise keine neuen Informationen zum Zucker-Segment gab. Das aber ist weiterhin der entscheidende Faktor für die Geschäftsjahreszahlen 2027/28." Daher sieht er im Fehlen dieser Neuigkeiten einen wesentlichen Grund für die abgebröckelten Kursgewinne.

Außerdem verwies auch Sloane darauf, dass die nur am unteren Ende angehobene Ebitda-Prognose keinen Grund für Begeisterung liefern dürfte. Die neue Spanne impliziere einen Mittelwert von 610 Millionen Euro, was einem Anstieg von rund 5 Prozent gegenüber dem bisherigen Mittelwert von 580 Millionen Euro entspreche, schrieb er. Dem gegenüber stehe aber der Bloomberg-Konsens von 602 Millionen Euro und seine eigene, obendrein deutlich höhere Schätzung von 676 Millionen Euro.

Die Anpassung der Umsatzprognose wertete der Barclays-Experte positiv. Da sie relativ moderat ausfalle, lasse sie "weiterhin Spielraum nach oben, sollten die aktuellen Marktbedingungen für Ethanol anhalten"./ck/gl/stk

Quelle: dpa-Afx