FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei den Bayer-Aktionären
Dabei könnten jetzt einige kurzfristig orientierte Anleger erst einmal Kasse machen. Zudem sehen Experten den milliardenschweren Vergleich zwar als weiteren, sehr wichtigen Schritt, um das seit Jahren quälende Thema Glyphosat-Klagen endlich vom Tisch zu bekommen. Sie erinnern jedoch auch an noch offene Fragen. Denn laut dem JPMorgan-Experten Richard Vosser besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich zu viele Kläger gegen einen Vergleich entscheiden. Sollten es zu viele sein, würde der gesamte Deal laut Bayer platzen.
Charles Pitman-King von der Barclays-Bank weist auf die ohnehin noch ausstehende Entscheidung des obersten US-Gerichts hin, von der sich Bayer eine Präzedenzentscheidung erhofft. Offen sei aber, was passiere, wenn die Richter des US Supreme Courts nicht zugunsten von Bayer entscheiden. Die Richter müssen entscheiden, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen beim Verkauf der Unkrautvernichter - wie Bayer argumentiert - über dem Recht von Bundesstaaten steht.
Es geht also im Kern darum, ob hinreichend vor den Risiken im Umgang mit dem Unkrautvernichter gewarnt wurde. Daher sei die Entscheidung des Supreme Court auch so wichtig, so JPMorgan-Experte Vosser. Denn ein für Bayer günstiger Richterspruch würde dann Kläger betreffen, die ihre Ansprüche mit fehlenden Warnhinweisen begründeten und dem vorgeschlagenen Sammelvergleich nicht zustimmten. Und ersteres sei wohl geschätzt die Grundlage für etwa 80 Prozent aller Verfahren./ag/mis/zb
Quelle: dpa-Afx