FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Mittwoch in seiner jüngsten Konsolidierung wieder nachgegeben. Mit 24.949 Punkten dämmte der deutsche Leitindex seinen Verlust am Mittag zwar auf 0,79 Prozent ein, blieb aber unter der Marke von 25.000 Punkten.
Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,67 Prozent auf 31.887 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich hingegen kaum bewegt.
Dass der Dax zuletzt vier Tage in Folge über 25.000 Punkten geschlossen hat, wertete Thomas Altmann von QC Partners als einen "Etappensieg der Bullen im Kampf um diese wichtige Marke". Solange der Index allerdings weiter um diese Marke pendele, scheine die zukünftige Richtung offen.
Die freundlichen asiatischen Märkte, an denen laut Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets die Freude über die besser als erwarteten US-Verbraucherpreise vom Dienstag nachwirkte, konnten dem Dax keinen Rückenwind geben - zumal die gegenseitigen Angriffe der USA und des Iran im Nahen Osten weitergehen. Allerdings preisten die Aktienkurse keine umfassende Eskalation des Konflikts ein, so Altmann.
Vor dem Beginn der Quartalsberichtssaison der Unternehmen wagten sich die Anleger hierzulande schon zuletzt kaum aus der Deckung. Für ein erstes Highlight sorgte nun das niederländische Börsen-Schwergewicht ASML
Der deutschen Halbleiterbranche half das aber nur teilweise. Aus den Reihen der Ausrüster und Zulieferer büßten Siltronic 3,4 Prozent ein und von den Chipherstellern Infineon 2,6 Prozent. Dagegen verteuerten sich Jenoptik und LPKF um 2,3 beziehungsweise 4,1 Prozent. Allen Branchentiteln gemein ist die starke Kursentwicklung seit Jahresbeginn dank des Booms von Künstlicher Intelligenz, wobei die Gewinne unterschiedlich hoch ausfallen.
Die Aktionäre von Schaeffler mussten trotz guter Nachrichten einen Kursrückgang um 2,1 Prozent verkraften. Der Auto- und Industriezulieferer schnitt vorläufigen Zahlen zufolge auch im zweiten Quartal etwas profitabler ab als ein Jahr zuvor.
Die Titel von Redcare Pharmacy verteuerten sich im Kielwasser positiv aufgenommener DocMorris -Zahlen um 3,4 Prozent. Die Online-Apotheke übertraf mit ihrem Umsatz im vergangenen Quartal vor allem dank des starken Geschäfts im Hauptmarkt Deutschland die Erwartungen.
Beim Chemieriesen BASF sorgte die Zahlenvorlage nur kurz für einen Sprung in positives Terrain. Dann drehten die Aktien wieder ab und knüpften mit minus 3,1 Prozent an ihre vorherige Konsolidierung nach den jüngsten Kursgewinnen an. Die Anhebung des Jahresausblicks für den operativen Gewinn überraschte nur bedingt.
Die Aktien von Nagarro fielen um 1,7 Prozent. Nachdem die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin Fehler im Abschlussbericht 2022 festgestellt hatte, legte der IT-Dienstleister Widerspruch ein. Er sieht keine im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes wesentlichen Fehler. Ein Antrag auf aufschiebende Wirkung des Widerspruchs scheiterte aber vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Nun sei damit zu rechnen, dass die Bafin die Fehlerfeststellungen auch während des noch laufenden Widerspruchsverfahrens unverzüglich veröffentlichen werde, hieß es vom Unternehmen./gl/mis
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-Afx