FRANKFURT (dpa-AFX) - Massive Verluste der schwergewichtigen SAP-Aktie
Der Dax notierte gegen Mittag 1,1 Prozent im Minus bei 24.555 Punkten, wovon rund zwei Drittel allein auf die SAP-Verluste zurückgehen. Der MDax
"Insbesondere der Iran-Konflikt schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Anleger und belastet die Risikobereitschaft. Zusätzlich sorgt die unklare Gemengelage rund um den Konflikt um Grönland für Verunsicherung. Solange belastbare Signale zur geopolitischen Entwicklung ausbleiben, dürfte die Vorsicht an den Aktienmärkten anhalten", kommentierte Marktexperte Timo Emden von Emden Research.
Die US-Notenbanksitzung vom Vorabend ließ die Anleger hingegen kalt, da die Fed den Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen hatte. Im Blick steht hier weiterhin die Unabhängigkeit der Fed, die sich der Angriffe von US-Präsident Donald Trump erwehren muss.
Europas größter Softwarehersteller SAP kann seine Anleger mit einer angepeilten Beschleunigung des Umsatzwachstums nicht über die Enttäuschung um die aktuelle Lage hinwegtrösten. Ende 2025 konnten die Walldorfer nicht so viele Verträge im Wachstumsfeld mit Cloudsoftware abschließen wie erhofft. 2026 dürfte das Wachstum des Vertragsbestands auf Sicht der kommenden zwölf Monate im Vergleich mit dem Vorjahr zurückgehen. Um die Investoren bei Laune zu halten, steckt das Unternehmen die kommenden zwei Jahre bis zu 10 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe.
Das SAP-Papier rutschte im Handelsverlauf auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren ab und verlor zuletzt 15,5 Prozent. Einen größeren Tagesverlust gab es zuletzt im Oktober 2020, als der Software-Entwickler wegen der Corona-Pandemie die Geschäftsziele drastisch zusammenstreichen musste. Seit dem Rekordhoch vor knapp einem Jahr summiert sich das Kursminus damit auf mehr als 40 Prozent.
Die Deutsche Bank
Getrübt wird der Geschäftserfolg aber durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden. Die Aktie büßte 2,1 Prozent ein, nachdem sie am Mittwoch bereits um rund 2 Prozent gefallen war.
Die Deutsche-Bank-Tochter DWS
Der Softwarehersteller Nemetschek
Die Aktien von Siemens
Die Titel von Flatexdegiro
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-Afx