(neu: Zuteilungsverhältnis und bereinigter Kursverlust von ThyssenKrupp, Hintergrund)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Der neue Werkstoffkonzern TK Accelis ist am Mittwoch mit zeitweise deutlichen Gewinnen an der Börse gestartet. Den Aktienkurs des Mutterkonzerns Thyssenkrupp hat die Abspaltung hingegen zumindest optisch stark belastet. Mit dem nun vollzogenen Spin-off wird der Marktwert des Mutterkonzerns um den Wert des abgespaltenen Accelis-Anteils bereinigt. Zuletzt betrug der Abschlag von ThyssenKrupp gut zwölf Prozent auf 12,90 Euro. In den vergangenen beiden Tagen waren die Papiere um knapp acht Prozent gestiegen.

Der erste Kurs von TK Accelis auf Xetra betrug im frühen Handel 28,70 Euro. In der Spitze wurden 30,70 Euro für die Anteilsscheine bezahlt. Zuletzt lag der Kurs bei 29,90 Euro. Da es sich um eine reine Abspaltung handelt, notiert die Aktie heute für einen Tag wie der Mutterkonzern im MDax. Das Unternehmen, das bis Juni unter der Bezeichnung "Materials Services" geführt wurde, kommt auf einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro.

Die Aktionäre von ThyssenKrupp erhielten je 20 ThyssenKrupp-Aktien eine Aktie von Accelis ins Depot gebucht. Der um die Abspaltung bereinigte Schlusskurs von ThyssenKrupp am Dienstag betrug dabei 13,28 Euro. Gemessen an diesem Wert beträgt also das bereinigte Kursminus der Papiere am Mittwochvormittag lediglich knapp drei Prozent.

Analyst Tommaso Castello von der US-Bank Jefferies taxierte den Unternehmenswert (Enterprise Value) von TK Accelis im Vorfeld der Abspaltung auf 2,6 bis 4,8 Milliarden Euro. Diese Spanne resultiert aus einem Zielkorridor für das operative Ergebnis (Ebitda) im Geschäftsjahr 2026/27 von 325 bis 400 Millionen Euro. Für die Aktien von ThyssenKrupp errechne sich aus dem Deal unter dem Strich ein Kurspotenzial von 16,80 bis 18,70 Euro je Aktie. Angesichts dieses Szenarios riet der Experte weiter zum Kauf der ThyssenKrupp-Aktie.

Konzernchef Miguel López will Thyssenkrupp zu einer reinen Finanzholding umbauen. So wurde bereits das Marinegeschäft TKMS abgespalten, das inzwischen ebenfalls im MDax notiert ist. Der Industriekonzern ist in fünf Segmenten tätig, die schrittweise verselbstständigt werden sollen: neben dem Marineschiffbau und den Werkstoffen sind das der Stahl, Autoteile und grüne Technologien. Grundsätzlich soll Thyssenkrupp Mehrheitsbeteiligungen an den verselbstständigten Unternehmen halten. In der Stahlsparte hält das Unternehmen auch eine Minderheitsbeteiligung für möglich./bek/nas/stk

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Quelle: dpa-Afx