(Neu: EU-Schlusskurse, offizieller Handel in New York, JPMorgan-Stimme)

FRANKFURT/LONDON/NEW YORK (dpa-AFX) - Europäische Minenwerte haben am Donnerstag unter deutlich zurückkommenden Metallpreisen gelitten. Unter anderem kam der Kupferpreis kräftig von seinem zuletzt erreichten Rekordhoch zurück. Der gesamteuropäische Index der Minenwerte, der Stoxx Europe 600 Basic Resources , war mit einem Abschlag von 3,7 Prozent das abgeschlagene Schlusslicht in der Sektorwertung. Er hatte zuletzt nahe an seiner Bestmarke vom Juni gelegen.

Die Metallpreis- und Branchenkorrektur belastete an der Frankfurter Börse die Aurubis-Aktien , die den Handel mit mehr als fünf Prozent Minus beendeten. Die Titel des Stahlherstellers Salzgitter , der an Aurubis beteiligt ist, sackten unter den schwächsten Werten im Index der mittelgroßen Werte MDax um mehr als sieben Prozent ab.

In London fielen die Titel von Rio Tinto und Glencore um bis zu 4,1 Prozent, während der britische Leitindex FTSE 100 um 0,6 Prozent nachgab. In New York knickten die Titel von Freeport-McMoran und Southern Copper jeweils um etwa sieben Prozent ein.

Vor allem an den Kupfer- und Silbermärkten setzte eine Korrektur ein, aber auch die Preise für Gold oder Platin gaben nach. Den Anstoß dazu gab ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die Entscheidung der US-Regierung über die Einführung von Zöllen vertagt worden sei. Ein Händler erklärte, Kupfer sei zuletzt verstärkt in die USA geflossen, wodurch sich das Angebot in anderen Regionen verknappt habe.

Dominic O'Kane von JPMorgan ordnete ein, dass der Bericht eigentlich nicht viel Neues enthalte. Die Untersuchungen des US-Handelsministeriums nach "Sektion 232" des Handelsgesetzes seien eigentlich schon im Juni ohne bekannt gegebene Entscheidung abgeschlossen worden. Es liege also die Vermutung nahe, dass die Regierung die Einführung von Kupferzöllen weiter prüfe. "Der Bericht erinnert jedoch daran, dass US-Kupferzölle keineswegs beschlossene Sache sind", ergänzte der Experte.

Als Belastung für die Metallpreise hinzu kamen aber wohl auch Konjunktursorgen wegen des hohen Ölpreises, der die Inflation befeuert und Notenbanken unter Druck setzt. Erwartungsgemäß gab es am Donnerstag eine Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank. Der Preis für ein Fass der Nordsee-Referenzsorte Brent mit Lieferung im November setzte sich nach oben ab von der 100-US-Dollar-Marke, die am Vortag erstmals seit Juli wieder passiert worden war./tih/la/nas

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Quelle: dpa-Afx