(neu: Schlusskurse, bewegende Einflüsse neu gefasst)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Gewinnmitnahmen im Chipsektor sind am Mittwoch international weiter gegangen. Sorgen wegen steigenden Marktzinsen prägten von Asien über Europa bis in die USA weiter das Branchenbild. Den Auslöser dafür sieht die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in steigenden Anleiherenditen und der damit größer werdenden Frage, ob die angekündigten KI-Investitionen in einem Umfeld steigender Finanzierungskosten Bestand haben.
Im asiatischen Handel war der Kurs des koreanischen Chipriesen SK Hynix
Ebenso wenig beruhigend wirkte eine Partnerschaft im Bereich der Chip-Entwicklung, die zwischen Google
Die in Europa und den USA gehandelten Anrechtsscheine von SK Hynix zeigten sich zuletzt zwar etwas stabilisiert, doch in der Breite blieb eine Erholung internationaler Chipkonzerne aus. In New York ragte nur Marvell Technology mit dem Kurssprung um mehr als neun Prozent heraus. Titel von Micron
In Europa schlossen die Titel des Chipkonzerns Infineon
Gerade Technologiewerte gelten als sehr zinssensitiv, unter anderem wegen umfangreich fremdfinanzierter Investitionen. Einen vielleicht rettenden Umstand sieht der Marktexperte Stephen Innes darin, dass der Markt einen Großteil der spekulativen Überhitzung im Sektor bereits während des Einbruchs im Juli bereinigt haben dürfte. Damit sollte eine Talfahrt, sollte sie denn weiter gehen, nicht ganz so heftig werden.
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen hatte zuletzt das höchste Niveau von 2007 erreicht. "Da lässt sich die Kostenfrage kaum noch ausblenden", so Innes. Unangenehm werde die Sachlage auch deshalb, weil KI inzwischen vielleicht selbst dazu beitrage, ihre eigenen Finanzierungskosten in die Höhe zu treiben. Die Hyperscaler mit ihren Rechenzentren konkurrierten nämlich mit Regierungen um langfristiges Kapital. Für den Sektor sei dies "ein fataler Rückkopplungseffekt". Generell bleibe die KI-Story aber intakt, so Innes weiter./tih/ag/stk/he
Quelle: dpa-Afx