FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien aus dem Chemiesektor könnten in den kommenden Tagen einen Blick wert sein. Denn auf dem Gipfel der Europäischen Union (EU) am Donnerstag und Freitag in Brüssel könnte auch über Schutzmaßnahmen gegen Importe chemischer Produkte aus China gesprochen werden.

Vor allem die Bundesregierung dränge auf Maßnahmen gegen Importe aus den Branchen Chemie, Maschinenbau und womöglich auch Pharma, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Zuletzt hatten sich die EU und China darauf geeinigt, die Importe chinesischer Hybridautos in die EU grundsätzlich zu begrenzen.

Aktien aus dem Chemiesektor waren zur Wochenmitte angesagt, womöglich positionieren sich Anleger bereits für etwaige handelspolitische Maßnahmen der EU. Papiere von BASF gewannen 1,6 Prozent, die von Lanxess gar 4 Prozent. Evonik -Aktien legten um ein Prozent zu.

"Die EU und China haben sich auf Schutzmaßnahmen bei Hybridfahrzeugen geeinigt, nun stehen solche für Chemie-Produkte zur Diskussion", schrieb die US-Bank Jefferies in einem Ausblick auf den Gipfel. Aktien von Unternehmen, die von solchen Maßnahmen profitierten, dürften gesucht sein.

Die Experten verwiesen auf eine zwölf Monate währende Untersuchung der EU zum starken Anstieg von Reifenimporten aus China. Deren Marktanteil sei von 2021 bis 2024 von 18 auf 28 Prozent gestiegen. "Die Aktienkurse europäischer Reifenhersteller stiegen während der Untersuchung um 34 Prozent". Nach Veröffentlichung der Ergebnisse hätten die Kurse weiter zugelegt. Investoren bewerteten die Aktien also schon vor politischen Entscheidungen neu./bek/ajx/men

Quelle: dpa-Afx