FRANKFURT/NEW YORK/SEOUL (dpa-AFX) - Die Korrektur unter KI-Werten setzt sich am Donnerstag temporeich fort. Am Markt hieß es, die ambitionierten Pläne des Social-Media-Konzerns Meta
Am deutlichsten zeigen sich die Bedenken im Chipbereich, der an der Nasdaq und in Seoul ein besonders hohes Börsengewicht hat. Die Papiere von Micron
In Deutschland kamen die Turbulenzen dann auch bei dem Chipkonzern Infineon
Am Mittwoch hatte ein Bericht über Pläne für ein eigenes Cloud-Infrastrukturgeschäft zwar die Meta-Aktie mit 9 Prozent ins Plus befördert, anderswo aber die Angst vor überschüssiger KI-Rechenleistung ausgelöst. "Metas Markteintritt in das KI-Cloud-Geschäft schürt Sorgen über eine Veränderung der Nachfragesituation im Halbleitersektor", merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an.
Jochen Stanzl von der Consorsbank betonte, es sei nur auf den ersten Blick eine positive Nachricht, wenn Meta einen Teil seiner Rechenzentren-Kapazitäten verkaufen will. "Auf den zweiten Blick ist das aber auch ein Eingeständnis, dass die Nachfrage nach den eigenen KI-Anwendungen nicht so groß ist, um damit die eigenen, schnell aufgebauten Rechenleistungen wirklich ausschöpfen zu können", merkte der Experte an.
Der Social-Media-Konzern würde mit dem Angebot eigener Kapazitäten wohl in Konkurrenz zu den bereits etablierten Tech-Riesen Amazon
Mit den jüngsten Turbulenzen wird die Sorge größer, dass der Juli seinem Ruf als starker Börsenmonat zumindest im KI-Bereich nicht gerecht werden könnte. Der Gedanke drängt sich auf, dass die Rally des ersten Halbjahrs vielleicht zu weit gegangen ist. Der koreanische Kospi war in den vergangenen Monaten zum Sinnbild der KI-Chip-Euphorie geworden, indem er sich 2026 in der Spitze mehr als verdoppelt hatte. Auch dem US-Chipwerte-Index SOX war solch ein Kunststück gelungen.
Börsianer könnten zwar von einer gesunden Korrektur sprechen, die Rückschläge werden jedoch häufiger. Eine noch größere Gegenbewegung ist nämlich erst wenige Wochen her: Anfang Juni hatte es nach enttäuschenden Resultaten des US-Chipriesen Broadcom
Quelle: dpa-Afx